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Systematisches

Conchylien-Cabinet

von

Martini wa Chemnitz.

In Verbindung mit

Dr. Philippi, Dr. Pfeiffer, Dr. Dunker, Dr. Römer, Weinkauff, Clessin, Dr. Brot, Th. Löbbecke und Dr. v. Martens

neu herausgegeben und vervollständigt von Dr. H. C. Küster, nach dessen Tode fortgesetzt von Dr. W. Kobelt.

Ersten Bandes Zwölfte Abtheilung.

Nürnberg, 1905. >

Verlag von Bauer & Raspe. (Emil Küster).

Die Familie

der

Helicee

Fünfte Abtheilung.

Von

Dr. W. Hobelt.

Nürnberg, 1908. s

Verlag von Bauer & Raspe

(Emil Küster).

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I. 12.

Die Schnirkelschnecken nebst den zunächst verwandten Gattungen.

Fünfter Theil.

Von Dr. W. Kobelt.

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Genus Zonites Montfort.

Testa medioeris vel magna, umbilicata, depressa, convexo-depressa vellentieularis, in junioribus semper carinata, cornea, in basi plerumque pallidior, interdum albida, lineis radiantibus spiralibusque varie sculpta, infra peripheriam plerumque laevior, nitida, plerumque strigis luteis translucentibus irregulariter dispositis insignis. Anfractus 6—7 lente acerescentes, ultimus parum major, antice haud descendens,. Apertura Iunato-

. rotundata vel subsecuriformis, obliqua, peristoma simplex, acutum, intus remote callo tenui albo indutum; margo basalis arcuatus.

1810 Zonites Montfort Conch. system. vol. II p. 282. Rossmässler Iconographie vol. III p. 86. Albers-von Martens Helic. ed. II p. 66. Adams Genera ed. II p. 66. Kreglinger Ver- zeichniss deutsch. Binnenmoll. p. 36. Kobelt Catalog ed. II p. 13. Westerlund Fauna palaearkt. Binneneonchyl. p. 76. Tryon Manual vol. II p. 134 (subg. Zonites typical).

1833 Aegopis Fitzinger Systemat. Verz. Erzh. Oestreich, in Beiträge zu Landesk. Oestreich unter der Enns III. p. 99.

1837 Tragomma Held in Isis p. 916.

Gehäuse mittelgross bis gross, offen genabelt, mehr oder minder gedrückt konvex bis linsenförmig, jüngere Exemplare immer gekielt, gelblich oder graulich horn- farben, die Unterseite meist heller, meist mit gelben oder weisslichen Striemen, welche Wachsthumsabsätzen ontsprechen, bisweilen mit weisslichem Kielstreifen, aber ohne Bän- derung, die Skulptur aus radiären urd spiralen Linien in verschiedenartiger Combination bestehend, die Unterseite meist glätter und glänzend. Die Windungen, 6-7 an der Zahl, nehmen langsam zu, die letzte ist nicht erheblich erweitert und nach vorn nicht herab- gebogen. Mündung schief, ausgeschnitten, gerundet bis beilförmig; Mundrand einfach, scharf, innen mit einem dünnen ausgebreiteten Callus belegt, der Basalrand stärker ge- bogen.

Thier gross und lang mit stark gerunzelter Haut; Fuss mit abgesetztem Rande, wie bei den Arioniden, mit einer deutlichen Schleimdrüse am Hinterende. Kiefer glatt, Ra- dula mit drei deutlichen Feldern; Mittelfeld breit, der Mittelzahn von gleicher Grösse, wie die zehn zweispitzigen Nebenzähne; Seitenzähne einspitzig, zahlreich.

Die Gattung Zonites ist, in dem Sinne der deutschen Autoren genommen, eine in

jeder Beziehung gut umgränzte und homogene. In dem Sinne freilich, wir sie die fran- T. 12. 28./X1. 98. 160

862

zösischen und englischen Autoren und noch neuerdings Tryon im zweiten Bande des Manual genommen, also mit Einrechnung von Leucochroa, Hyalina und eines guten Theiles von Nanina, war sie absolut unhaltbar. Der Confusion ist aber hoffentlich jetzt, wo auch Pilsbry sich der deutschen Auffassung angeschlossen hat, definitiv ein Ende gemacht. Die Zonites in unserem Sinn sind auf die gefaltete Gebirgszone des paläark- tischen Gebietes und zwar auf deren mittleren Theil beschränkt; sie fehlen im Kaukasus wie in den Pyrenäen und scheinen dort auch immer gefehlt zu haben. Der pleistocäne Tuff von la Celle bei Paris ist der am weitesten nach Westen vorgeschobene Fundort, noch im Diluvium kamen ächte Zonites bei Cannstadt und um Weimar und Burgtonna vor und damals war das Verbreitungsgebiet offenbar ein einheitliches, die gesammten Alpen, Italien, die Balkanhalbinsel und das vordere Kleinasien umfassend. Seitdem ist die Gat- tung aus einigen Bezirken verschwunden, und so haben wir um das Hauptverbreitungs- gebiet herum heute ein paar anscheinend isolirte Vorkommen, wie das von Zonites algirus in der Provence, Calabrien und am Gargano, von compressus-italieus in den Abruzzen und in Calabrien, von gemonensis im Wallis, von vertieillus bei Brandeis in Böhmen, und das eigentliche Verbreitungsgebiet beginnt erst jenseits der grossen Gränzlinie, welche über den Brenner Ostalpen und Westalpen scheidet. Im Osten sind neuerdings aus dem Ar- chipel durch Oertzen und aus Lykien durch Rolle eine Reihe von Arten bekannt gewor- den und das Taurus- Vorkommen scheint sich bis Cilicien zu erstrecken, aber von Creta kennen wir immer noch keine sichere Art, und Cypern, Syrien und Palästina beherbergen sicher keine Art. Dass die Angaben aus Korsika, Sardinien und Sizilien falsch sind, habe ich schon früher hervorgehoben. Die Angabe Samarkand für Zonites latissimus Dohrn beruht sicher ebenfalls auf einem Irrthum.

Indess möchte ich hier erwähnen, dass gerade bei den Zonites mitunter eigenthüm- liche Verschleppungen vorkommen. Zonites algirus ist zuerst von Bastion de France nahe dem heutigen la Calle an der Küste der Provinz Constantine beschrieben worden, wohin er nur von der Provence aus verschleppt worden sein kann. Thomson hat in Contra Costa Cty. in Kalifornien einen ächten Zonites gefunden und als Z. cultellatus beschrieben, der sicher von dem europäischen Z. eroatieus nicht verschieden und seit- dem nicht wieder gefunden worden ist; er muss, wenn die Beobachtung überhaupt richtig ist, dorthin eingeschleppt worden sein. Neuerdings hat Prof. v. Reichenau bei Mainz zwej lebende Exemplare von Z. verticillus gefunden. Es ist das um so merkwürdiger, als es mir nie hat gelingen wollen, Zonites lebend für mein Terrarium zu erhalten.

Pfeiffer hat eine Anzahl der länger beschriebenen Zonites schon in den früheren Ab- theilungen dieses Werkes behandelt, und kann ich mich, wo die Abbildungen genügend sind, damit begnügen, die Nachträge bezüglich der Synonymie und der Fundortsangaben zu geben. Freilich entsprechen die meisten besonders bezüglich der Skulptur den Anfor- derungen kaum, die man für die schärfere Artunterscheidung unserer Zeit stellen muss. Die Zahl der Arten ist erheblich gestiegen und beläuft sich jetzt auf cea. 25.

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1. Zonites vertiecillus Rerussae, (Taf. 24. Fis. 9. 10). Taf. 229. Fig. 1-3.

Testa late et perspectiviter umbilicata, plus minusve convexa, solidula, nitida, luteo-fusca, strigis lu- teis, plerumque antice saturatius limbatis numerosis ornata subtus pallidior, virescenti-lutescens. Spira con- vexo-conica apice plano, obtuso. Anfractus 6'/,—7 leniter et regulariter erescentes, sutura impressa, levis- sime albomarginata disereti, convexiusculi, superi carina suturam sequente muniti, regulariter costellato-striati, lineis subtilibus spiralibus subtilissime granulati, ultimus obseure subangulatus, basi”eonvexior, laevis, niti- dus, minime granulatus. Apertura parum obliqua, ovato-eircularis, parum latior quam altior, valde“lunata; peristoma acutum, intus remote albolabiatum, margine columellari ad insertionem vix dilatato.

Diam. maj. 30—32, min, 28, alt. 20 mm,

Helix verticilus Ferussae Hist. Moll. 1819 Nr. 202 t. SO fig. 8. 9.

Lamarck Anim. s. vert. vol. VI. 2 p. 78.

= C. Pfeiffer Naturgesch. vol. III p. 23 t. 5 pg. 4. 5.

= Rossmaessler Iconogr. vol. I. 3 sp. 149.

= Reeve Conchol. icon. sp. 1067.

en L. Pfeiffer Mart. Ch. t. 24 fig. 9. 10. Monogr. Heliceor. I p. 127. Zonites verticillus Albers von Martens Helie. ed. II p. 66.

Kreglinger Verzeichn. p. 36.

_ _ Kobelt Catalog europ. Binnenconch. ed. II p. 13,

- Slavik Böhmen p. 90 t. 2 fig. 40. 41.

_ Clessin Exeursiousmoll. ed. I p. 103 fig. 150. Oestreich-Ungarn p. 92,

Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 77 (mit var. mixtus).

—_ Böttger Jahrb. D. malak. Ges, X. 1882 p. 315.

= _ Adami Moll. Catanzaro p. 6.

_ _ Paulucei Calabria p. 56.

Gehäuse weit und perspektivisch genabeit, ziemlich hoch gewölbt, festschalig, glän- zend, die Oberseite gekörnelt, die Unterseite glatt, braungelb, nach dem Nabel hin gelb- lichgrün, mit zahlreichen breiten gelben Anwachsstriemen, welche nach vornen dunkler gesäumt sind. Gewinde konvex konisch mit stumpfem, flachem Apex. 61/,—7 langsam zunehmende, leicht gewölbte Windungen, von der dritten bis zur drittletzten mit einem deutlichen, der Naht folgenden Kiel, durch eine angedrückte, ganz schmal heller beran- dete Naht geschieden, die oberen und die Oberseite der letzten Windung durch dichte regelmässige Rippenstreifen und feine Spirallinien sehr fein gekörnelt, die Skulptur an der Peripherie plötzlich abbrechend; letzte Windung undeutlich stumpfkantig, unten stärker gewölbt. Mündung etwas schief, rundeiförmig, breiter als hoch, stark ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, innen mit einer breiten, weissen Lippe; Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert.

Westerlund hat eine var. mixtus unterschieden; sie hat die oberen Umgänge flach, den vorletzten ziemlich gewölbt, den letzten gerundet; ein Fundort ist nicht angegeben.

160 *

364

Aufenthalt in den Ostalpen bis Passau auf deutschem Gebiet reichend, von Inner- österreich aus über Mähren bis Brandeis an der Adler in Böhmen übergreifend, ganz isolirt wieder in Calabrien. Die Verbreitung in den Ostalpen bedarf noch genaueren Stu- diums. Die Art ist anscheinend am häufigsten in Kärnthen und Untersteiermark; aber auch in Oestreich unter der Enns; Tirol scheint sie nicht zu berühren, in Krain und Friaul ist sie häufig und weit verbreitet, tritt auch nach Croatien über, überschreitet aber den Welebit nieht und anscheinend auch nicht die italienische Gränze. Wohl aber finden wir sie in Ungarn an der steirischen Gränze und in Bosnien und der Herzegowina Wo auf der Balkanhalbinsel die Gränze gegen die nah verwandten ‘griechischen Formen (graecus/m. und euboeicus m.) liegt, können wir heute noch nicht bestimmen. Z. ver- tieillus var. coreyrensis Böttger”*) (Jahrb. D. malak. Ges. 1883 p. 315) von Corfu wird von Westerlund vermuthungsweise zu Z. euböicus m. gezogen; ich möchte ihn lieber für eine selbständige Lokalform halten. Leider hat Reitter nur ein einziges Stück gefunden. Das Vorkommen in Calabrien wird von Adami und Paulucei sicher behauptet, ich habe noch keine Exemplare von dort gesehen. Adami erklärt, er habe seine Exem- plare ursprünglich für Z. compressus gehalten, sei aber von de Betta eines Besseren be- lehrt worden; Paulucei erhielt durch Caroti nur zwei unausgewachsene Stücke; Adamis Sammlung schein} leider zersplittert worden zu sein.

Die zu Z. vertieillus gerechneten fossilen Formen aus dem deutschen Diluvium ge- hören wahrscheinlich alle zu einer verschiedenen Art (Z. praeeursor Weiss).

2. Zonites graecus Kobelt. Taf. 230. Fig. 11-18.

Testa late et perspectiviter umbilicata, solida, nitida, supra striis costelliformibus lineisque spiralibus granulata, virescente-fusca, basi lutesceute-viridis, hie illie strigis luteis et angustioribus fuseis ornata. Spira convexa apice obtuso. Anfractus 7 convexi, sutura impressa levissime marginata disereti, carina et in su- peris vix aegre perspicua , ultimus rotundatus, ad initium quogue vix subangulatus, subdilatatus, basi vix magis convexus Apertura subobliqua, late ovata, multo latior quam altior, valde lunata; peristoma acutum, albolabiatum.

Diam. maj. 35, min. 31,5. alt. 22 mm, diam. apert. 17 : 14 mm.

Zonites verticillus var. graecus Kobelt Jconograph. vol. 4 sp. 1101. graecus Westerlund Fauna palacarkt. Binnenconch. I p. 79. _ verticillus var. graecus Böttger Jabrb. D. malac. Ges. 1883 p. 334. _ graecus Hesse Jahrb. D. malak. Ges. X. 18&3 p. 229 t.4 fig. 3, t.5 fig. 6 (Radula).

*) Differt a typo umbilico angustiore, spira altiore, anfr. 5!/,, nec 6— 7, embryonalibus evidenter la- tioribus, distinetius reticulato-granulatis, ultimo usque ad aperturam latiorem subangulato. Alt. 19, lat. 29, alt. apert. 12, lat. 13,5 mm.

865

Gehäuse dem von Z. verticillus sehr ähnlich, aber etwas grösser, derber, dunkler ge- färbt, mit weniger zahlreichen gelben Striemen, der Kiel an der Naht nur auf den obersten Windungen erkennbar, dann völlig verschwindend, die letzte Windung mehr verbreitert, höchstens am Anfang mit einer schwachen Spur von Kante, unten nicht stärker gewölbt als oben, eher etwas abgeflacht. Die Mündung ausgesprochen rundeiförmig, erheblich breiter als hoch. Auch sind die Embryonalwindungen Nacher und erheblich grösser. Die Form stellt sich in jeder Beziehung zwischen Zorites vertieillus und chloroticeus, während die Form von Corfu den Uebergang zu verticillus bildet.

Aufenthalt im Pelopones, der Originalfundort beim Kloster des heiligen Blias auf dem Taygetos. Hesse’s anatomische Untersuchung hat so erhebliche Differenzen von Zonites vertieillus nachgewiesen, dass von einer Vereinigung beider Arten keine Rede mehr sein kann.

3. Aonites chlorotieus Pfeifer. Taf. 153. Fig. 18. 19. Taf. 230. Fig. 6-8.

Testa mediocriter umbilicata, orbiculato-convexa, tenuiuscula, virenti-lutea, superne confertim et aequa- liter granulata, in anfraetus ultimi parte superiore striis confertis, spiralibus et concentrieis distantioribus, oblongo-granosa, ad basin nitida, laevigata; spira breviter conoidea, convexa, apice minuto, obtuso. An- fractus 5!/,, summi subplani, sequentes convexiusculi, ultimus inflatus, rotundatus, ad aperturam non des- cendens. Apertura parum obligua, magna, lunato-rotundata, intus margaritacea; peristoma simplex, rectum intus albolabiatum, marginibus eonniventibus, columellari superne reflexiusculo.

Diam. ımaj. 40, min. 35, alt. 27 mm.

Helix chlorotica Pfeiffer Zeitschr. f. Malak. 1851 p. 127. Mart. Ch. p. 171 t. 153 fig. 18. 19. Monogr. Helie. viv. vol. 3 p. 117. En Reeve Concholog. icon. sp. 1402. Zonites chloroticus Albers von Martens Heliceen ed. II p. 66. _ Kobelt Catalog ed. II p. 13. Iconograpbie vol. IV sp. 1100. Westerlund Fauna III p. 78. _ _ Tryon Manual vol. II p. 136 t. 45 fig. 83. —_ Westerlund et Blane Faune grece p. 29.

Gehäuse mittelweit genabelt, gewölbt kreisförmig, reiativ dünnschalig, grüngelb. mit- unter mit dunkleren Flecken, die oberen Windungen dicht und gleichmässig gekörnelt, die letzte obenher gröber gekörnelt, von der Mitte ab vollkommen glatt und glänzend; durch diesen scharfen Absatz erscheint die Art auch im ausgebildeten Zustand noch an der Mündung gekielt, obschon der stumpfe Kiel, der am Anfang vorhanden ist, dort völlig verschwindet. Es sind reichlich 5!/, Windungen vorhanden, die oberen wenig gewölbt, ein stumpfkegelförmiges, sich gegen die letzte absetzendes Gewinde bildend, mit sehr kleinem, stumpfem Apex, letzte stark gewölbt, fast aufgeblasen, nach der Mündung hin

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rein gerundet, nicht herabsteigend.. Mündung wenig schief, gross, weit gerundet, nur wenig ausgeschnitten, innen perlmutterglänzend, bisweilen mit grossen dunklen Flecken; Mundsaum einfach, gerade, innen mit einer dünnen weissen oder gelblichen Lippe belegt, Mundränder genähert, der Basalrand an der Insertion umgeschlagen.

Aufenthalt bei Smyrna.

Die Abbildung Taf. 153 Fig. 18. 19 stellt ein unausgewachsenes, an der Mündung noch kantiges Stück dar.

Westerlund und Blane führen die Art auch von Euböa an; nach den angegebenen Dimensionen handelt es sich um eine erheblich kleinere Form, die wohl dem euboeicus näher steht, als dem Typus von Smyrna; in der Fauna nennt Westerlund Euböa nicht als Fundort.

4. Zonites corax Pfeifer. Taf. 230. Fig. 1—3.

Testa late et perspectiviter umbilicata, convexo-depressa, solidula, striatula, }superne /minutissime granulato-decussata, fulva. Anfractus 6 leniter crescentes, spira convexa, obtusa; apice parvulo; superi vix convexiuseuli, inferi convexiores, ultimus subangulatus, ad aperturam non descendens, basi pallidior, radiato- striatus, nitidus; umbilicus perspectivus, !/, diametri fere aequans. Apertura parum obliqua, rotundato- lunaris; peristoma rectum, levissime labiatum, marginibus subeonniventibus, columellari dilatato, reflexo.

Diam. maj. 30, min. 27, alt. 16 mm.

Helix corax (Parr. mss.) Pfeiffer Malak. Bl. vol. IV. 1857 p..37. Monogr.'Heliceor. vi- vent. IV p. 113. Novitates conchol. III p. 323 t. 78 fig. 1-5, Zonites corax Albers-von Martens Heliesen ed. II p. 66. _ _ Kobelt Catalog ed. II p. 13. Iconographie vol. 4 sp. 1102. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. III;p. 76. _ _ Tryon Manual vol. II p. 136 t. 44 fig. 86.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, der Nabel fast ein#Viertel des Durch- messers einnehmend, gedrückt konvex, ziemlich festschalig, schwach |gestreift, auf der Oberseite ganz fein gekörnelt, gelblich. Gewinde konvex, oben flach, mit kleinem Nucleus. Sechs langsam zunehmende Windungen, die oberen wenig, die späteren stärker gewölbt, die letzte schwach gekielt, an der Mündung herabsteigend. Basis abgeflacht, glänzend, blasser als die Oberseite, radiär gestreift, ohne Spirallinien. Mündung nur wenig schief, gerundet mondförmig,, wenig in die Quere verbreitert, ziemlich wenig durch den Mund- rand ausgeschnitten. Mundsaum einfach, scharf, nur ganz schwach gelippt, Randinsertio- nen genähert, Spindelrand ausgebreitet und umgeschlagen.

Aufenthalt im Taurus.

867

5. Zonites euboeicus Kobelt, Taf. 230. Fig. 4. 5.

Testa sat aperte et pervie umbilicata, solida, parum nitens, angulata, sordide viridi-fuscidula, basi virescenti-albida, strigis luteis numerosis ornata, supra confertissime granulata, infra laevior. Spira convexo- conoidea, apice obtuso ; sutura profunde impressa. Anfractus 6 - 6!/,, superi planiusculi, ad suturam distinete angulati sed hsud carinati, ultimus vix dilatatus, usque ad aperturam angulatus, basi convexior, infra cin- gulum distinete pallidiorrem fascia lata saturatiore ornatus. Apertura parum latior quam altior, ollig medioeriter Iunata; peristoma acutum, remote albolabiatum.

Diam. maj. 30, min. 28, alt. 19, diam. apert 14 ; 12 mm.

Zonites vertieillus var. euboeicus Kobelt Jahrb. D. malac. Ges. 1873 p. 321. Iconogr. vol. 7 sp. 1810, _ euboeicus Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 79.

Gehäuse ziemlich offen und weit genabelt, festschalig, wenig glänzend, kantig, oben- her düster schmutzig braungrün, unten um den Nabel weisslich mit zahlreichen gelben Striemen, obenher sehr dicht und deutlich gekörnelt, unten glatt. Gewinde konvex ko- nisch mit stumpfem Apex, Naht tief eingedrückt. 6—6!/, Windungen, kaum gewölbt, an der Naht mit einer deutlichen, aber nicht kielförmigen Kante; letzte kaum verbreitert, die Kante bis zur Mündung deutlich, die Basis stärker gewölbt als die Oberseite, unter der durch einen deutlichen hellen Streifen bezeichneten Naht eine deutliche dunkle, breite Binde. Mündung wenig breiter als hoch, schief, mässig ausgeschnitten; Mundrand scharf, mit zurückliegender, flacher weisser Lippe.

Aufenthalt auf dem Mte. Delphi auf Euböa.

Zunächst mit Zonites vertieillus verwandt, aber bis zur Mündung kantig, die Kantenbildung auch auf den oberen Windungen sehr dentlich, ohne indess, wie bei Z. verticillus, in einen Kiel überzugehen.

6. Zonites caricus Roth. Taf. 231. Fig. 10. 11.

Testa late umbilicata, convexo-orbiculata, supra confertim granulata, rufo-fulva, fascia peripherica angusta pallida, subtus nitida, radiatim striatula, pallide virescenti-Java. Anfractus 5 planiuseuli, primus subconcavus, distincte granulatus, carinatus, sat magnus, ultimus rotundatus, antice non aut vix deflexus. Apertura lunato-rotundata, intus albolabiata, margine columellari ad insertionem modice dilatato. Mrts,

Diam. maj. 31, min. 25, alt. 15—17 mm.

Helix carica Roth Dissertatio p. 17 t. 1 fig. 6. 7 (jur.). _ Rossmaessler Iconographie vol. III sp. 899 (juy.). Pfeiffer Monogr. Helie. viv. vol. 1 p. 129; vol. 4 p. 118.

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Helix carica Reeve Concholog. icon. t. 146 no. 946? Zonites carica Adams Genera vol. 2 p. 114. _ earicus Kobelt Catalog ed. II p. 13. Iconogr. N. F. vol. 5 sp. 763. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 79. —_ Martens Arch. f. Naturg. 1889 I. p. 191 t. 9 fig. 7. 8. _ _ Tryon Manual vol. II p. 135 t. 45 fig. 80—82.

Gehäuse weit genabeli, gewölbt kreisförmig, oberseits dicht gekörnelt, rothgelb, unterseits gestreift, glänzend, blass grüngelb mit einer hellen schmalen Binde an der Peri- pherie, die aber ganz unterhalb der rothgelben Färbung liegt. Fünf fast flache Win- dungen, die apikale eben oder fast konkav, ziemlich gross, deutlich gekörnelt, mit der Spur eines Kiels, der sich auf den folgenden verläuft, die folgenden mit zahlreichen gelben Anwachsstriemen, die letzte im Anfang mit einer ganz undeutlichen Kante, später ge- rundet, vorn nicht oder kaum herabgebogen. Die Mündung ist schief, rundeiförmig, stark ausgeschnitten, der Mundsaum scharf, einfach, innen mit einer breiten, weissen Lippe be- lest; der Spindelrand an der Insertion mässig verbreitert.

Aufenthalt in Karien und auf Karpathos. Stellt sich zwischen Z. corax und kobelti Böttger, unterscheidet sich aber von dem ersteren durch geringere Windungszahl und engeres Gewinde, von dem letzteren durch die schwächere Körnelung, von beiden durch die Färbung.

7. Zonites albanicus Ziegler. (Taf. 96. Fig. 1-3) Taf. 234. Fig. 4-6.

Testa latissime umbilicata, orbiculato-depressa, spira parum elevata, supra subtiliter regulariterque rugoso-striata, lineis spiralibus confertissimis granulato-decussata, supra corneo-fusca, basi albida, strigis latis Iuteis ornata. Anfraetus 6 eonvexiusculi, ultimus vix subangulatus, ad angulum albido-faseiatus, basi convexior granulis infra angulum quoque conspieuis. Apertura obliqua, lunata, latior quam alta_ peristoma acutum.

Diam. maj. ad 42 mm.

Nach Böttger (Jahrbücher der Deutschen Malacozoologischen Gesellschaft XII. 1886 p. 35) findet sich der typische Zonites albanicus, wie ihn Rossmaessler Iconographie Fig. 98 und unsere beiden nach ihm kopirten Figuren darstellen, im äussersten Süden . von Dalmatien bei Spitza-Sutomore, während die in den Sammlungen häufigere Form von der Narenta und weiter nördlich eine Varietät darstellt, die er als var. narentana be- zeichnet und folgendermassen charakterisirt: Differt a typo umbilico majore, colore minus distinete corneo-rufo, spira magis depressa, carina distinetiore, in summa t. similiore Z. compressi Rossm., sed magnitudine et imprimis sculptura ab hoc valde deserepans. Alt. 16,5 18,5, lat. 37,5 89 mm, alt. apert. 13, lat. 16—17 mm. Unsere Fig. 6 ist nach einem Exemplar der nördlicheren Form gezeichnet.

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Zonites albanicus hat sein Hauptquartier in der Herzegowina (Lepetagebirge, Mostar und Prenzgebirge teste Möilendorf), im inneren Montenegro (Flörieke) und im südlichen Dalmatien. Im Wiener Museum, dessen Zonites mir die Direktion in zuvorkommendster Weise zur Verfügung gestellt hat, liegt er von Cattaro, Dragail in Montenegro, Mte. Fal- cone, Neu-Bilak in der Herzegowina, Canali am Südwest- Abfall der Snjesniea- Berge, Offenbar ist er auch weiter südlich verbreitet, geht aber nach der griechischen Grenze hin allmählig in die folgende Art über.

8. Zonites kobelti Böltger. Taf. 229. Fig. 4-6.

Testa latissime et perspectiviter umbilicata, depresse eonoidea, solidula, haud nitens, distinctissime granulata, granulis usque in medium baseos conspicuis, supra fuscescens, basi albida vel virescente-albida strigis fere nullis. Spira depresso-convexa, apice obtuso, laevi, lutescenti-fusco; sutura impressa. Anfractus 6°/, leniter et regulariter crescentes, ecarinati, convexi, striati- et seriebus spiralibus granulorum confertissi- mis undique obtecti, penultimus et ultimus infra suturam planati, ultimus primum angulatus, angulo aper- turam versus evanescente, infra vix convexior, granulis versus umbilicum sensim evanescentibus, basi distinete striatus, fere vertiealiter in umbilicum abiens. Apertura perobliqua, late lunato-ovata; peristoma acutum, tenue, labio fere nullo, margine supero producto.

Diam. maj. 43, min. 38, alt. 23, diam. apert. 20 : 12 mm.

Zonites albanicus var, graecus Kobelt Iconograph. vol. 4 sp. 1102. _ _ = - Westerlurd Fauna I p. 78. _ —_ —_ Westerlund et Blane Fau ne Grece p. 30. _ kobelti Böttger in sched.

Gehäuse sehr weit und perspektivisch genabelt, aber der Nabel cylindrisch, nicht konisch, an seinem Eingang gedrückt konisch, festschalig, doch durchaus nicht dick, glanz- los, sehr scharf gekörnelt, die Körnelung auf der leizten Windung bis zur Mitte der Basis reichend, obenher düster braun, nach unten weisslich oder grünlich, ohne erkennbaren Kielstreifen und ohne Anwachsstriemen. Gewinde gedrückt konvex mit flachem, glattem Apex; Naht eingedrückt, ohne Spur von Kiel. 6!/, Windungen, langsam und regelmässig zunehmend, die oberen fach, die unteren stärker gewölbt, die letzten beiden unter der Naht leicht abgeflacht und hier etwas glatter. Die Skulptur besteht aus dichten Spiral- reifen scharf ausgeprägter Körner; die Streifung tritt gegen die Spiralskulptur zurück; die letzte Windung ist im Beginn deutlich kantig, aber die Kante verschwindet rasch gegen die Mündung hin; die Unterseite ist kaum stärker gewölbt, eher auf der Höhe etwas abgeflacht, die Streifung bleibt bis in den Nabel hinein deutlich, die Körnelung verschwindet in der Mitte der Basis ganz allmählig. Mündung sehr schief, breit eiförmig, stark ausgeschnitten; Mundsaum scharf, dünn, ohne weissen Beleg, der Oberrand scharf

vorgezogen. 1. 12. 14./XIL. 98. 161

870

Aufeuthalt am Taygetos und in Messenien.

Ich hatte diese Form, allerdings mit Bedenken, als Varietät zu Zonites albanieus gestellt; die viel schärfere Skulptur, die höhere Gestalt, die viel stärker gewölbten Win- dungen mit der abweichenden Färbung sind aber wohl mehr als genügend für die Abtren- nung als Art.

9. Zonites megistus Rolle. Taf. 231. Fig. 1-3.

Testa permagna, latissime et perspectiviter umbilicata, depressa, parum solida, oblique ruditer striata, in anfractibus superis et in parte supera anfractus ultimi subtilissime granulata lirisque spiralibus obsole- tissimis eincta, vix nitens, luteo-virescens, in speciminibus bene conservatis basi vix pallidior, in detritis albida, plerumque striga unica lutea ad initium anfractus ultimi munita. Spira parum elevata, apice parvo, subtilissime granulato. Anfractus 7 regulariter erescentes, sutura impressa discreti, superi carinam distinc- tam, suturam sequentem exhibentes, ultimus convexior, latior, leviter compressus, basi vix planatus, primum angulatus, angulo aperturam versus evanescente, Apertura magna, late rotundato-ovata, valde lunata; peri- stoma simplex, intus remote sublabiatum, marginibus subconniventibus, haud junetis, columellari ad inser-

tionem vix dilatato. Diam. maj. 57, min. 48. alt. 30, diam. apert. 27 mm. Zonites megistus Rolle Nachrbl. D. malac. Ges. 1894 vol. 26 p. 138. _ —_ Kobelt et Rolle Iconogr. Suppl. vol. I p. 26 t. 8 fig. 1—23.

Gehäuse das grösste der ganzen Gattung, sehr weit und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, ziemlich dünnschalig, rauh und schief gestreift, auf dem Gewinde und der oberen Hälfte des letzten Umganges fein gekörnelt, hier und da mit ganz undeutlichen Spiralfurchen skulptirt, fast glanzlos, grünlich oder röthlichgelb, gute Exemplare unten kaum heller als oben, todt gesammelte unten weisslich; am Beginn des letzten Umganges steht häufig eine vereinzelte, nicht sehr auffallende gelbe Strieme. Gewinde flach ge- wölbt, nur wenig erhoben, mit kleinerem, fein gekörneltem Apex. Es sind sieben regel- mässig zunehmende Umgänge vorhanden, welche durch eine eingedrückte, kaum beran- dete Naht geschieden werden, die oberen Windungen zeigen einen die Naht begleitenden ausgesprochenen Kiel, und sind über demselben leicht eingedrückt, dann nur schwach ge- wölbt, der vorletzte ist stärker gewölbt, mit allmählig verschwindendem Nahtkiel, der letzte ist verbreitert, stärker gewölbt, von oben nach unten leicht zusammengedrückt, unten kaum flacher, regelmässig in den Nabel hinein gerundet; er ist im Anfang noch kantig, aber die Kante verschwindet nach der Mündung bin vollständig. Die Mündung ist gross, breit rundeiförmig, stark ausgeschnitten; Mundsaum einfach, dünn, zerbrechlich, innen etwas zurück mit einer ganz schwachen weisslichen Lippe belegt; die Randinser- tionen neigen zusammen, sind aber nicht verbunden ; der Spindelrand ist an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt bei Castellorizo auf der Lycien vorliegenden Insel Meis, dem alten Megiste.

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10. Zonites Iycicus Kobelt et Rolle. Taf. 231. Fig. 4. 5.

Testa late et perspectiviter umbilieata, umbilico !/, diametri aequante, convexo-depressa, solidula sed parum erassa, supra et oculo nudo distinctissime granulato-decussata, infra polita, nitidissima, striis inere- menti tantum sculpta, ochracea, strigis latis luteis ornata. Spira depresse convexa, apice planiusculo, sub- laevi. Anfractus 5 inde ab embryonalibus convexi, leniter et regulariter crescentes, sutura impressa in inferis subirregulari discreti, ultimus aperturam versus leniter dilatatus, rotundatus, basi quoque convexus, antice haud descendens. Apertura modice obliqua, magna, rotundato-ovata, valde lunata; peristoma simplex, acu- tum, intus remote albidolabiatum, marginibus conniventibus, haud junctis, columellari ad insertionem vix

patulo. Diam. ınaj. 42,5, min. 36, alt. 25, diam. apert. 21 : 18 mm. Zonites lycicus Kobelt et Rolle Iconographie Supplement vol. I p. 26 t. 9 fig. 1-3,

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, der Nabel über ein Sechstel des Durch- messers ausmachend, gedrückt gewölbt, festschalig‘, aber nicht dick, oben auch für das blose Auge deutlich gekörnelt mit länglichen Körnern, die Spiralfurchen die Streifung überwiegend, die Skulptur auf der Mitte des letzten Umganges ganz scharf abbrechend, die untere Hälfte sehr glatt, glänzend, mit feinen, unregelmässigen Anwachsstreifen. Die Färbung ist ein ziemlich lebhaftes Gelbgrün mit breiten gelben Anwachsstriemen. Das Gewinde ist fach gewölbt, der Apex flach, schwächer skulptirt, nicht besonders gross, die fünf Windungen sind gleich vom Ende der Embryonalschale an regelmässig gewölbt, ohne Spur einer Kante; sie nehmen regelmässig und nicht allzurasch zu und werden durch eine angedrückte, nach der Mündung hin etwas unregelmässig und schwach berandete Naht geschieden; die letzte ist gerundet, nur nach der Mündung hin leicht erweitert, auch unten gewölbt, vorn nicht herabsteigend.. Die Mündung ist wenig schief, rundeiförmig, stark ausgeschnitten, ziemlich gross. Mundsaum einfach, scharf, etwas zurück mit einer weisslichen Lippe, dahinter im Gaumen meist noch mit einigen anderen belegt; der grosse Durehmesser der Mündung ist ziemlich nach unten gerichtet; die Ränder neigen zusam- men, sind aber nicht verbunden, der Spindelrand ist an der Insertion leicht geöffnet.

Aufenthalt bei Makri an der Küste von Lykien.

11, Zonites rollei Kobelt. Taf. 231. Fig. 6. 7.

Testa globoso-trochoidea, late et perspeetiviter umbilicata, umbilico */, diametri magni superante, solida, superne distinete granulata, suleis spiralibus strias superantibus, basi laevi, striatula, Iuteo-virescens, strigis numerosis luteis ornata. Spira exacte conica, ad apicem late truncato-obtusata, apice plane. An-

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fractus 5, superi plani, carinati, regulariter granulati, sequentes convexiusculi sutura impressa marginata disereti, ultimus major, subinflatus, primum subangulatus, dein rotundatus, aperturam versus leniter dila- tatus, haud descendens, subito in umbilieum subeylindricam abiens. Apertura obliqua, subeircularis, lunata; peristoma simplex, intus labiis albis 2-3 munitum, margine supero leviter depresso, ceteris arcuatis, colu- mellari ad insertionem vix patulo. Diam. maj. 36, min. 30, alt. 24, diam,. apert. 17 : 16 mm. Zonites rollei Kobelt Iconogr. Suppl. vol. Ip. 27 t. 9 fig. 4-6.

Gehäuse kugelig kreiselförmig, weit und perspektivisch genabelt, der Nabel über ein Sechstel des grossen Durchmessers ausmachend, festschalig, obenher deutlich gekörnelt mit länglichen Körnern, die Spiralfurchen die Streifung überwiegend, die Skulptur an der Peripherie des letzten Umganges plötzlich abbrechend, die Unterseite glatt, unregelmässig gestreift, glänzend. Färbung gelbgrün mit zahlreichen gelben Striemen. Gewinde genau kegelförmig, oben eigenthümlich platt abgestutzt, der Apex klein und feiner skulptirt. Von den fünf Umgängen sind ausser den embryonalen auch die nächstfolgenden noch glatt und deutlich gekielt, die mittleren leicht gewölbt, durch eine eingedrückte, berandete Naht geschieden, der letzte auffallend gegen das Gewinde abgesetzt, grösser, etwas auf- geblasen, anfangs leicht kantig, dann gerundet, die Unterseite gewölbt, steil in den cylin- drischen Nabel abfallend. Mündung schief, fast kreisförmig, mässig ausgeschnitten; Mund- saum einfach, innen mit mehreren breiten weissen Lippen belegt, der Oberrand leicht niedergedrückt, Basalrand und Spindelrand schön gerundet, der Spindelrand an der In- sertion leicht geöffnet.

Aufenthalt bei Castellorizo auf der Insel Meis.

Stimmt in der Skulptur ziemlich mit Z. Iyeicus, hat aber einen deutlichen Kiel an den oberen Windungen und ein oben merkwürdig abgeplattetes, rein kegelförmiges Ge- winde.

12. Zonites polycrates von Martens. Taf. 231. Fig. 8. 9.

Testa anguste umbilicata, orbieulato-convexa, rufescenti-fusca, supra seriebus granulorum confertis et lineis impressis sculpta, infra tantum striatula, vix pallidior, non nitens; spira conoidea, obtusa. Anfractus 5 rotundati, sutura impressa non marginata irregulariter denticulata, pallidiore discreti, ultimus initio levis- sime subangulatus, dein rotundatus, antice non descendens. Apertura perparum obliqua, Iunato-subeircularis, margine columellari ad insertionem distinete dilatato.

Diam. maj. 34 - 55, min. 28 28,5, alt. 22-25 mm.

Zonites polycrates von Martens Archiv f. Naturg. 1889 I. p. 191 t. 9 fig. 3. _ _ Kobelt Iconogr. N. F. vol. V. sp. 762.

Gehäuse relativ eng genabelt, gewölbt kreisförmig, röthlich gelb, obenher mit dichten Körnerreihen und eingedrückteu Spirallinien skulptirt, unterseits nur gestreift, kaum

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blässer, glanzlos. Gewinde kegelförmig mit abgestutztem Apex. Es sind fünf gerundete Umgänge vorhanden, welche durch eine blässere, eingedrückte, nicht gerandete, unregel- mässig gezähnelte Naht geschieden werden; der letzte ist anfangs ganz undeutlich, stumpf- kantig, dann gerundet, vornen nicht herabsteigend.. Die Mündung ist nur sehr wenig ausgeschnitten, kreisrund, der Spindelrand an der Insertion deutlich verbreitert.

Aufenthalt auf Samos, Chios und Nikaria.

Zunächst mit Z. chloroticus Pfr. verwandt, aber dunkler, mehr gleichmässig gefärbt, kugeliger, enger genabelt, auch durch eine Windung mehr und die grobgezähnelte Naht verschieden.

13. Zonites casius von Martens, Taf. 230. Fig. 9. 10.

Tests quoad genus modice umbilicata, orbiculato-convexa vel depresse globosa, fuscescenti-fava, strigis flavis numerosis signata, basi vix pallidior, supra distincte seriatim granulosa lineisque impressis spiralibus notata, opaca, infra striatula, nitida Spira convexo-conica, apice obtuso. Anfractus 5?/, planiusculi, sutura luteo-signata, sat impressa, hie illic crenulata disereti, leniter crescentes, superi carinae vestigia exhibentes, ultimus angulatus, ad aperturam rotundatus, infra angulum descendens. Apertura obliqua, rotundata, valde lunata; peristoma recetum, remote albolabiatum, margine columellari ad insertionem modice dilatato,

Diam. maj. 27, min. 22,5, alt. 16,5—17 mm.

Zonites casius Martens Arch. f. Naturg. 1839 I. p. 190 t. 9 fig. 4. 5.

Gehäuse für einen Zonites nur mässig weit genabelt, niedergedrückt kreisförmig bis flach kugelig, einfarbig braungelb, mit zahlreichen gelben Striemen, die Unterseite nicht oder kaum blässer, obenher mit zahlreichen Spiralreihen länglicher Körner, welche durch eingedrückte Linien geschieden werden, glanzlos, unten nur fein gestreift und glänzend. Gewinde gewölbt kegelförmig mit stumpfem Apex. Windungen 5!/,, kaum gewölbt, durch eine eingedrückte, hier und da unregelmässig gekerbte, gelb bezeichnete Naht geschieden, sehr langsam zunehmend, die oberen mit Spuren eines Kiels, die letzte kantig, aber die Kante sich nach der Mündung verlierend; vorn steigt sie deutlich herab. Mündung schief, gerundet, stark ausgeschnitten; Mundsaum einfach, scharf, innen etwas zurück mit einer deutlichen weissen Lippe belegt; Spindelrand an der Insertion mässig verbreitert.

Aufenthalt auf Kasos. Zur Sippschaft des Z. vertieillus gehörend, von Z. eu- boeicus durch die höhere Gestalt, den engeren Nabel und die glanzlose, braungelbe Fär- bung genügend unterschieden.

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14. Zonites pergranulatus Godet. Taf. 232. Fig. 6—8.

Testa late et aperte umbilicata, convexo-depressa, carinata, subirregulariter striatula et lineis sub- tilissimis spiralibus utrinque granulata, fuscescente-fulva, subtus pallidior, hic illie strigis fuscis et Iuteis signata; spira parum elata, sutura distincte marginata. Anfractus 6 regulariter crescentes, superi vix con- vexiuseuli, ultimus distinete carinatus, ad carinam utringue compressus, supra et infra distinete granulatus, antice non descendens. Apertura subobliqua, ovato-rotundata, ad carinam angulata, valde lunata; peristoma simplex, acutum, profunde labiatum; marginibus callo tenuissimo pellucido junctis, columellari vix dilatato, patente.;

Diam. maj. 31, min, 25, alt. 17,5 mm.

Zonites pergranulatus Godet mss. apud Kobelt in Jabrk. D. malac. Ges. V. 1878 p. 320. Iconographie vol. VII sp. 1809. = _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 79. = _ Westerlund et Blanc Faune Grece p. 29.

Gehäuse weit und durchgehend genabelt, gewölbt, etwas gedrückt, mit scharfem, bis zur Mündung durchlaufendem Kiel, dicht und rauh unregelmässig gestreift und von feinen regelmässigen Spirallinien umzogen, so dass eine dichte Körnelung entsteht, welche auf der Oberseite und der Unterseite sichtbar, aber auf der letzteren schwächer ist; Färbung oben hornbraun, unten grünlich weiss, hier und da mit braunen und gelben Striemen, welche die Wachsthumsabsätze bezeichnen. Gewinde gewölbt, stumpf kegelförmig, nicht sehr hoch, mit deutlich berandeter Naht. Sechs regelmässig zunehmende Windungen, die oberen nur ganz schwach gewölbt und über der Naht eingedrückt, die letzte deutlich ge- kielt, an beiden Seiten des weisslichen Kiels eingedrückt, vorn nicht herabsteigend. Mün- dung etwas schräg, rundeiförmig mit einer dem Kiel entsprechenden Ecke, durch die Mün- dungswand stark ausgeschnitten; Mundsaum einfach, gerade, scharf, tief innen mit einer weissen Lippe belegt, die Ränder durch eine ganz dünne Schmelzlage verbunden, der Spindelrand am Ansatz kaum verbreitert, etwas abstehend.

Aufenthalt bis jetzt nur auf der Insel Amorgos im griechischen Archipel.

15. Zonites oertzeni von Martens, Taf. 232. Fig. 1-23.

Testa late et aperte umbilicata convexo-depressa, obtuse sed distincte angulata, irregulariter striatula, supra sub lente subtilissime granulata, subtus laevis, rufescenti-fulva, subtus pallidior, ad sutzram albo- signata. Spira convexa apice planata. Anfractus 6?/, vix convexiusouli, regulariter crescentes, ad suturam irregulariter impressam albomarginatam carinae vestigia exhibentes, ultimus major, angulatus, angulo distincto, primum compresso, dein obtusiore, sed usque ad aperturam persistente, interdum albido, antice non descen-

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dens. Apertura parum obliqua, ovato-rotundata, parum lunata, extus leviter angulata; peristoma acutum, ad basin vix tenuissime albolabiatum, margine columellari vix patulo, Diam. maj. 34, min. 28, alt. 16 mm. Zonites Oertzeni von Martens Archiv f, Naturgesch. 1889 vol. I p. 173 t. 9 fig. 1. —_ Kobelt Iconogr. N. F. vol. V sp, 761.

Gehäuse weit und offen genabelt, niedergedrückt gewölbt, stumpf aber deutlich kantig, etwas unregelmässig gestreift, obenher unter der Loupe [ein gekörnelt, unten glatt, festschalis, glänzend, oberseits röthlichgelb, unten blasser, die Naht und oft auch die Kante hell bezeichnet. Gewinde gewölbt mit deutlich abgeflachtem Apex. Es sind 61/, leicht gewölbte Umgänge vorhanden, die regelmässig zunehmen und an der unregelmässig ein- gedrückten, deutlich berandeten Naht die Spur einer Kielkante zeigen; der letzte ist etwas verbreitert mit einer anfangs kielartig zusammengedrückten, später stumpfen, aber bis zur Mündung deutlichen, oft weisslichen Kante umzogen, vorn nicht herabsteigend. Die Mündung ist wenig schief, rundeiförmig, wenig ausgeschnitten, aussen deutlich ge- winkelt; der Mundsaum ist scharf, dünn, unter der Kante mit einer ganz dünnen Perl- mutterschicht belegt, der Spindelrand kaum etwas ausgebreitet.

Aufenthalt bei Dystos und Almyropotamos auf Süd-Euböa.

16. Zonites rhodius von Martens. Taf. 232. Fig. 4. 5.

Testa latiuscule umbilicata, depressa, tenuiuscula, distinete radiatim striata, supra rufescenti-fulva, lineis subtilissimis quam stria multo subtilioribus granulata, nitidula, infra albida, nitida, obsolete decussata. Spira brevissime conoidea, apice vix planiuseulo. Anfractus 4!/, sat lente crescentes, sutura impressa demum profundiuscula, haud signata disereti, priores carinati, distinete granulosi, ultimus compressus, obsolete angu- latus, angulo aperturum versus evanescente, basi planiusculus, antice haud descendens. Apertura diagonalis, transverse ovata, lunata; peristoma tenue, acutum, intus remote albolabiatum; margo columellaris ad inser - tionem vix dilatatus.

Diam. maj. 28, min. 22, alt. 11,5 mm.

Zonites rhodius Martens Arch. f. Naturg. 1889 I. p. 191 t. 9 fig. 2.

Gehäuse ziemlich weit und ganz offen genabelt, niedergedrückt, verhältnissmässig dünnschalig, deutlich gestreift, die Oberseite durch schwächere Spirallinien sehr fein ge- körnelt, rothgelb. Die Unterseite viel schwächer gekörnelt, weisslich, glänzend. Gewinde ganz flach kegelförmig, mit kaum abgeflachtem Apex. 4!/, langsam zunehmende Umgänge, durch eine anfangs flach, dann tiefer eingedrückte Naht geschieden, die oberen mit Spuren eines Kiels, bis zum Apex gekörnelt, der letzte zusammengedrückt, stumpfkantig, die Kante über der Mitte stehend, vornen nicht herabsteigend. Mündung diagonal, quer eiför-

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mig, ausgeschnitten; Mundsaum dünn, scharf, innen etwas zurück mit einer weissen Lippe belegt; Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert. Aufenthalt auf Rhodos und Syme.

17. Zonites carniolicus Ad. Schmidt. Taf. 232. Fig. 9. 10.

Testa late et perspectiviter umbilicata, convexo-depressa, solidula, superne conferte plicato-striata, striis spiralibus sub lente subtilissime decussata, fuscescenti-fulva, strigis nonnullis concentricis albidis or- nata, cariına albida parum conspieua. Spira parum convexa, sutura marginata. Anfractus 6— 6'/, vix con- vexiusculi, regulariter ac leniter acerescentes, ultimus parum convexior, ad aperturam non descendens, sub- acute carinatus, basi nitidus, sublaevis, plus minusve albidus; umbilieus conieus, '/, diametri aequans. Aper- tura parum obliqua, angulato-lunaris, peristoma simplex, rectum, profunde labiatum, margine columellari vix patente.

Diam. maj. 25, mio. 23, alt, 13 mm.

Helix eroatica Ferussae Histoire t. 80 fig. 5, nec Partsch. —_ var. ß. Pfeiffer Monogr. Heliceor. vivent. I p. 129. Zonites ecarniolieus Ad. Schmidt apud Mousson Cog. Schaefli 1859 p. 265. _ _ Kreglinger Verzeichniss Deutschl. p. 37. _ _ Kobelt leonogr. vol 4 sp. 1105. Catalog ed. II p. 13. Helix earniolica Pfeiffer Monograph. Heliceor. IV p. 119. Zonites carniolicus Westerlund Fauna I p. 81. _ _ Tryon Manual vol. II p. 136 t. 45 fig. 92. 93. _ _ Clessin Oestreich-Ungarn p. 92 fig. 30. Helix sexvolva Parr. in sched.

Gehäuse mit weitem, etwas konisch perspektivischem Nabel, der !/, des Durchmes- sers einnimmt, gedrückt konvex, obenher dicht faltenstreifig, unter der Loupe durch feine Spirallinien deeussirt, bräunlichgelb mit einigen weisslichen Wachsthumstriemen und einem undeutlichen weissen Kielstreifen. Gewinde wenig gewölbt; Naht berandet. Es sind reichlich sechs kaum ganz leicht gewölbte Windungen vorhanden, langsam und regel- mässig zunehmend, die letzte kaum stärker gewölbt, an der Mündung nicht herabsteigend, ziemlich scharf gekielt, unten glatt, glänzend, weisslich. Mündung wenig schief, eckig, aus- geschnitten; Mundrand einfach, gerade, tief innen gelippt, der Spindelrand kaum abstehend.

Aufenthalt in Krain und dem westlichen Kroatien. Die Form von der eigentlichen Balkanhalbinsel hat Westerlund als Zonites mauritii abgetrennt; auf die Unterschiede habe ich schon in der Ikonographie 1. c. aufmerksam gemacht. Auf eine kleinere Form mit gewölbteren Windungen und eingedrückter, kielrandiger Naht, deren Skulptur schärfer hervortritt, hat Westerlund eine var. cassis begründet; sie stammt von Kirkvar in Kroa- tien. Die Fundortsangabe Ukraine bei Tryon ist wohl eine Verwechslung mit Krain.

18. Zonites crypta Parreyss. Taf. 232. Fig. 11—13.

Testa late umbilicata, lenticularis, solida, conferte striata, compresse carinata, cinereo-carnea; spira parum elevata vertice obtuso; sutura distinete marginata. Anfractus 5!/, subplanulati, superi striatuli, pen- ultimus prope suturam lineis spiralibus 4—5 cingulatus, ultimus superne omnino lineis spiralibus subtilis- simis, prope carinam distinctioribus decussatus, non descendens, antice superne convexiusculus, subtus con- vexior, leviter striatus, nitidus; umbilicus perspectirus, °/, diametri occupans. Apertura obliqua, angulato- lunaris, ad carinam leviter sinuata; peristoma simplex, rectum, intus pluries sublabiatum, margine colu- mellari dilatato, subpatulo.'

Diam. maj. 30, min. 27, alt 14 mm.

Helix crypta Parreyss apud Pfeiffer Malacozool. Bl. XV. 1868 p. 83, Novitates Con- chol. III p. 450 t. 99 fig. 1—3. Monogr. Heliceor. vivent. vol. 7 p. 214. Zonites crypta Kobelt Catalog ed. II p. 13. Iconographie vol. 4 sp. 1106. —_ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. III p. 81. = Tryon Manual Vol. II p. 135 t. 45 fig. 77. 78.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, linsenförmig, festschalig, dicht gestreift, von einem abgesetzten, zusammengedrückten Kiel umzogen, graulich fleischfarben, alte Exemplare häufig verkalkt; Gewinde wenig erhoben, aber gewölbt, der Apex flach; die Naht ist sehr deutlich bezeichnet. Fünf und ein halber bis sechs Umgänge, wenig ge- wölbt, die oberen nur mit feinen Anwachsstreifen, ohne Spirallinien, erst auf dem vor- letzten treten dicht über dem Kiel einige, meist nur 4—5, tiefe, eingedrückte Spirallinien auf, welche auch auf dem letzten Umgang, der auf seiner ganzen Oberseite fein spiral gestreift ist, in die Augen fallen und den Kiel bezeichnen. Der letzte Umgang steigt an der Mündung nicht herab, er ist unten stärker gewölbt als oben, fein gestreift, glänzend, gegen den Kiel sehr deutlich abgesetzt; der Nabel nimmt ungefähr ein Fünftel des Ge- häuses ein. Die Mündung ist ziemlich schräg, aussen spitz, mit einer kleinen, dem Kiel entsprechenden Ausbuchtung. Der Mundrand ist einfach, scharf, innen mit mehreren leichten Lippen belegt, die Ränder sind an alten Exemplaren mitunter durch einen dünnen, aber deutlichen, weit ausgebreiteten Callus verbunden, der Spindelrand an seinem Ansatz ausgebreitet.

Aufenthalt in Dalmatien. Parreyss hat den Fundort „in Höhlen“ nach seiner Ge- wohnheit geheim gehalten und die Art ist meines Wissens noch nicht wiedergefunden worden. Sie unterscheidet sich von acies sofort durch die viel feinere Skulptur der Ober- seite und die deutlicheren Spiralfurchen über dem Kiel.

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19. Zonites algirus Linne. (Taf. 8. Fig. 3. 4.) Taf. 229. Fig. 79.

Testa aperte et perspectiviter umbilieata, depresse conoidea, solida, ruditer striatula et lineis spirali- bus subtilissimis superne granulosa, corneo-lutescens vel straminea, subtus vix pallidior, strigis latis albido- luteis irregulariter ornata; spira conica apice vix obtusato; sutura irregularis, impressa. Anfractus 6!J, regulariter crescentes, superi plani, supremi carinae vestigia exhibentes, sequentes planiuseuli, penultimus convexus, ultimus leviter dilatatus, angulatus, angulo aperturam versus evanescente, subtus nitidus, laevior, parum quam supra convexior. Apertura obliqua, late ovata, medioeriter lunata; peristoma acutum, remote albolabiatum.

Diam. maj. 40, min. 36, alt. 23 mm., diam. apert. 21 : 17 mm. Helix algira Linne Syst. nat. ed. 10 p. 796. _ —_ Pfeiffer Mart. Chemn. p. 60 t. 8 fig. 3. 4. (siehe dort auch die ältere Syno- nymie). Zonites algirus Moquin-Tandon Hist. Moll. France II p. 91 t. 9 fig. 33-37. t. 10 fig. 1. —_ Locard Catal. gener. p. 34. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 80. Helix oculus capri Pfeiffer Monogr. Heliceor. vol. 4 p. 117. _ _ Reeve Concholog. icon. I. 169 sp. 1066. Zonites algirus Adams Genera II p, 114 t. 71 fig. 6. 6a. _ Tryon Manual vol. II p. 134 t. 44 fig. 66. _ —L Adami Moll. Catanzaro p. 5. *Paulucei Calabria p. 56.

Zonites algirus ist mit Sicherheit lebend nur nachgewiesen in der Provence und Ligurien, wo er vom Dep. H£rault bis Nizza und San Remo verbreitet ist, und auf dem Monte Gargano, von wo das hier abgebildete Exemplar stammt. Ausserdem wird noch Constantinopel angeführt ; ich habe nie Stücke von dort gesehen und halte das Vorkommen dort für unwahrscheinlich. Die Angaben Korsika, Sardinien und Sieilien sind sicher falsch; nach Bastion de France, von wo Linnes Original stammte, muss er aus der Pro- vence verschleppt gewesen sein. Das Vorkommen in Kalabrien dagegen (Wald von Man- cuso und Aspromonte) ist zwar durch Caroti (bei Paulucei) nicht bestätigt worden, aber nicht zweifelhaft; es wird auch von ©. G. Costa angegeben, der auch Tarent nennt; Adami sagt mit voller Bestimmtheit, dass er ein lebendes Exemplar und drei gut erhaltene Schalen, die grösste’bis 48 mm. im Durchmesser, im Wald von Mancuso im Savutothal und einige verkalkte Stücke bei Tiriolo gefunden habe. Wir können also mit aller Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die Art früher durch den ganzen Apennin verbreitet war und sich nur an wenigen Punkten erhalten hat.

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20. Zonites croaticus Partsch. Taf. 233. Fig. 1—5.

Testa late umbilieata, orbiculato-convexa, supra dense costulato-striata, subtilissime decussata, seri- cina, cornea, obtuse carinata, albido cincta, subtus nitida, lutescenti-albida, sub carina corneo-fasciata. Apertura oblique lunata, peristomate recto, acuto, intus vix albo-calloso.

Diam, maj. 25—32, min. 25—28, alt. 13—15 mm.

Helix croatica Partsch apud Rossmaessler Iconogr. Vol. 1 sp. 151. _ _ Pfeiffer Monogr. Heliceor. vol. I p. 128. —_ _ Reeve Conchol. icon. sp. 1124. Zonites eroaticus Albers von Martens Helic. ed. II p. 66. _ _ Kobelt Catalog ed. II p. 13. _ Clessin Fauna Oestreich-Ungarn p. 93 fig. 31. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. T p. 80. _ var. pudiosa Kobelt Iconogr. vol. 4 sp. 1104. _ _ Tryon Manual vol. II p. 136 t. 45 fig. 87—89.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, ziemlich gewölbt, die Oberseite sehr dicht und regelmässig, gestreift, mit nur ganz feiner Spiralskulptur, gelblich hornfarben bis schmutzig braun mit undeutlichen helleren Anwachsstriemen, unten glatt, glänzend, grün- lichweiss, aber die Grenze der Färbung nicht an der weiss bezeichneten Kante liegend, sondern erheblich darunter, so dass die Unterhälfte noch ein breites dunkles Band hat. Gewinde ziemlich hoch, mit stumpflichem glatten Apex; Naht nicht vertieft, aber bis zur Mündung herab durch den Kiel bezeichnet. Sieben Windungen, die oberen sehr langsam, die unteren etwas rascher zunehmend, leicht gewölbt, die letzte nicht verbreitert, bis zur Mündung mit einer weiss bezeichneten Kante, darunter stärker gewölbt. Mündung schief, breit gedrückt-eiförmig, stark ausgeschnitten; Mundsaum geradeaus, innen mit wenig deutlicher Lippe.

Als Helix pudiosa Zgl. hat Parreyss eine Form versandt, welche sich durch stärker gewölbtes Gewinde, schärferen weissen Kiel, der auch auf der letzten Windung noch kielartig ist, und ausgeprägtere Skulptur unterscheidet; sie führt einigermassen nach Z. acies hinüber. Unsere Fig. 1—3 stellt diese Varietät dar, Fig. 4. 5. den Typus.

Aufenthalt in Kroatien, der Herzegowina und Montenegro. Andere Angaben sind unsicher wegen der Vermengung mit carniolicus und mauritii. Im eigentlichen Dal- matien fehlt er, berührt aber das Grenzgebiet noch. Sein Wiederauftreten in Epirus wird darum von Möllendorff mit Recht für unwahrscheinlich gehalten. Wohin Zonites croa- ticus var. transiens Mouss. aus Epirus zu rechnen, kann ich freilich mangels von Ori- ginalexemplaren nicht entscheiden; Westerlund stellt ihn, wie den von ihm und Blane als

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carniolicus beschriebenen Zonites aus Griechenland neuerdings wieder als Varietäten zu croaticus. Von Z. acies trennt den ganzen Formenkreis die abweichende Micro- skulptur *).

21. Zonites acies Partsch. Taf. 233. Fig. 6—8.

Testa convexo-lentieularis, acute carinata, supra confertissime ac regulariter costellato-striata, spira- liter Jineata, lineis supra carinam distinetioribus, costis praesertim in ultimis anfractibus sub lente pul- cherrime granulatis; supra corneo-fusca vel lutescens, basi pallidior, zona lata fusca infra carinam, parum nitens, sub vitro fortiore subtilissime spiraliter lineata. Spira convexo-conoidea apice parvulo, obtuso, al- bido; sutura vix impressa. Anfractus 6—8 lentissime crescentes, convexiusculi, acute carinati, ante carinam impressi, ultimus carina alba compressa, utrinque sulco superficiali marginata, usque ad aperturam persistente munitus, supra et infra fere aequaliter convexus. Apertura obliqua, compresso-ovata, extus angulata, medio- criter lunata; peristoma acutum vix tenuissime labiatum.

Diam. maj. 30—33, min, 283—30, alt 13—15 mm.

Helix acies Partsch apud Ferussac Hist. t. 80 fig. 7. = Rossmaessler Iconogr. vol. I sp. 152. Pfeiffer in Martini-Chemn. p. 172 t. 96 fig. 15—17. Zonites acies Albers von Martens Helic. ed. II p. 66. = Kobelt Catalog ed. II p. 13. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 81. Tryon Manual vol. 2 p. 135 t. 44 fig. 75. 76. _ Möllendorff Bosnien p. 383.

Gehäuse gewölbt-linsenförmig, scharf gekielt, oberseits dicht und regelmässig rippen- streifig, mit ganz feiner Spiralskulptur, welche die Rippchen, namentlich auf den beiden untersten Windungen, sehr fein gekörnelt erscheinen lässt; über der Naht liegen eine An- zahl stärkerer Furchen, auf der Basis sind sie, allerdings nur mit einer guten FLoupe, ebenfalls zu erkennen. Die Färbung ist obenher düster hornbraun, glanzlos, unten blasser, doch mit einer breiten braunen Zone unter dem Kiel; einige breite Anwachsstreifen sind kaum erkennbar. Gewinde konvex konisch, mit kleinem, stumpfem, weisslichem Apex; Naht kaum eingedrückt, durch den Kiel sehr deutlich bezeichnet, 6—7 sehr langsam zu- nehmende, leicht gewölbte, scharf gekielte, vor dem Kiel eingedrückte Windungen, die letzte scharf gekielt, der Kiel weiss, zusammengedrückt, beiderseits durch eine seichte Furche berandet, bis zur Mündung deutlich; die Wölbung ist oben und unten ziemlich gleich. Mündung schief, zusammengedrückt eiförmig, aussen spitz, mässig ausgeschnitten; Mundsaum scharf, kaum ganz dünn gelippt.

Aufenthalt in Dalmatien und dem Welebit, sowie dem anstossenden Theil von Kroa- tien, in der Herzegowina, bei Travnik in Bosnien und in Westserbien.

*) Während des Druckes erhaltenes Material zwingt mich unten noch einmal auf diese Art und ihre nächsten Verwandten zurückzukommen.

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22. Zonites compressus Ziegler. Taf. 233. Fig. 9. 10.

Testa latissime umbilicata, depressa, in speciminibus junioribus acute carinata, in adultis angulata, striatula lineolisque spiralibus minoribus, sub vitro fortiore tantum couspicuis subtilissime granulata, niti- dula, supra sordide fusca strigis pallidioribus parum conspieuis, basi albida, magis nitens, infra carinam fascia diluta sordide fusca interrupta munita. Spira plano-convexa vertice subtili; sutura sat impressa, albido marginata. Anfractus 6— 7 lente crescentes, ultimus angulatus, ad angulum faseia albida ornatus, com- pressus, basi parum convexior. Apertura obliqua, depresse ovata, extus angulata, modice lunata; peristoma acutum, reetum, intus tenuiter labiatum.

Diam. maj. 32, min. 28, alt. 12—15 mm.

Helix compressa Ziegler apud Rossmaessler Iconogr. vol. I sp. 150. _ Pfeiffer in Mart. Chemnitz p. 170 t. 96 fig. 4—6. 10, 11. Monogr. Helie. I p. 128, _ _ Reeve Conchol. icon. t. 167 fig. 1123. Zonites compressus Albers-von Martens Helic. ed. II p. 66. _ _ Kobelt Catalog ed. II p. 13, _ _ Clessin Fauna Oestreich-Ungarn p. 94 fig. 32. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 80, —_ _ Tryon Manual vol. 2 p. 155 t. 44 fig. 73.

Gehäuse sehr weit und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, jüngere Exemplare scharf gekielt, ausgewachsene immer noch mit einer deutlichen Kielkante bis zur Mün- dung, fein gestreift, durch ganz feine, nur unter einer guten Loupe sichtbare Spirallinien mieroskopisch gekörnelt, obenher schmutzig braun mit sehr wenig auffallenden helleren Striemen, etwas glänzend, die Unterseite bis auf ein verwaschenes, unterbrochenes Band unter der Kante weisslich, stärker glänzend. Gewinde flach gewölbt, mit feinem Apex; Naht ziemlich eingedrückt und schmal hell berandet. 6—7 langsam zunehmende, leicht gewölbte Windungen, die letzte bis zur Mündung deutlich kantig mit weissem Kanten- streifen, zusammengedrückt, nach unten wenig stärker gewölbt. Mündung schief, gedrückt, eiförmig, aussen einen leichten Winkel bildend, mässig ausgeschnitten; Mundsaum einfach, geradeaus, innen ganz schwach gelippt.

Aufenthalt in Südkrain und Kroatien, bis zum Welebitgebirge; Berg Tersatto bei Fiume.

Ich halte es nach nochmaliger genauer Prüfung meines Materiales für zweckmässiger, den Zonites des Apennin und der Abruzzen als Art von dem kroatischen zu trennen, da abgesehen von dem Fundort die Skulptur doch nicht unerheblich verschieden ist. Eine Revision dieser Gruppe wäre dringend nöthig.

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23. Zonites italicus Kokelt. Taf. 233. Fig. 11—13.

Testa late et perspeetiviter umbilicata, depressa, solidula, nitidula, supra regulariter et confertim co- stellato -striata, seulptura spirali in interstitiis sub vitro fortiore distinete conspicua, basi laevior, nitida, supra et in zona lata infraperipherica corneo-fusca, kasi pallidior; strigis inerementi subnullis. Spira de- presse conica, angigyra, vertice laevi, subtili; sutura linearis. Anfractus 6!/, vix convexiusculi, embryonales subtilissime granulosi, sequentes usque ad pennltimum carina suturam sequente muniti, ultimus angulatus angulo usque ad aperturam persistente, vix albidosignato, supra et subtus fere aequaliter convexus. Aper- tura obliqua, late depresse ovata, sat lunata; peristoma acutum, rectum, extus haud angulatum, faucibus vix tenuissime albolabiatis.

Diam. maj. 29, min. 25,5, alt. 14, diam, apert. 13 : 10 mm.

Zonites compressus var. italicus Kobelt Iconogr. vol. 4 sp. 1107. _ _ Westerlund Fauna I p. 31. _ _ Tiberi Bullet. mal. ital. vol. II 1869 p. 65. _ _ var. Tryon Manual vol. II t. 44 fig. 74.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, ziemlich festschalig, etwas glänzend, obenher dieht und regelmässig rippenstreifig, unter der Loupe namentlich in den Zwischenräumen auf den letzten Windungen deutliche Spiralskulptur zeigend, die Ripp- chen weniger deutlich gekörnelt, unten glätter, glänzend. Die Färbung ist oben und in einem breiten Raum unter der kaum weiss bezeichneten Kante düster hornbraun, auf dem Reste der Unterseite heller, mehr gelbgrün; Anwachsstriemen sind kaum sichtbar. Gewinde flach gewölbt, enggewunden, mit feinem, unter der Loupe ganz fein gekörneltem Apex; Naht linear. Sechs und eine halbe Windungen, nur kaum gewölbt, die oberen bis zum vorletzten mit einer deutlichen Kielspur, der letzte mit bis zur Mündung deutlicher, kaum weisslichbezeichneter Kante, oben und unten ziemlich gleich gewölbt. Mündung schief, breit gedrückt eiförmig, ziemlich stark ausgeschnitten. Mundrand scharf, gerade, aussen keine Ecke bildend, mit kaum merklichem weissem Belag.

Aufenthalt in den Abruzzen an den Abhängen des Mte. Majella, nach Tiberi auch bei Pietraroja im Matesegebirg.

Es liegen mir nur zwei gute Stücke von Tiberi herrührend vor; sie unterscheiden sich in der Mikroskulptur doch nicht unerheblich von dem typischen Zonites compressus.

24. Zonites italicus var. paulucciae n. Taf. 234. Fig. 79.

Differt a typo testa tenuiore, sculptura spirali minus conspicua, spira magis conica, anfractibus con- vexioribus, ultimo infra angulum magis convexo, Diam. maj. 28, min. 25, alt. 14,5, diam. apert. 12,5 : 10. Zonites compressus var. italicus Paulucci Bullet. Soc. mal. ital. 1881 vol. 7 p. 81.

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Von der Marchesa Paulucei habe ich zwei schöne Exemplare des mittelitalienischen Zonites erhalten, welche sich anf den ersten Blick von meinem Typus sehr erheblich unterscheiden durch die höher stehende Kante, welche die Unterseite viel stärker gewölbt erscheinen lässt, als die Oberseite Bei genauerer Vergleichung erscheint das ganze Ge- häuse viel dünnschaliger, die Streifung unregelmässiger, die Spiralekulptur viel schwächer,

auch unter einer guten Loupe nur bei günstiger Beleuchtung hervortretend, die einzelnen Umgänge sind gewölbter und das Gewinde setzt sich kegelförmig gegen den aufgeblase- nen letzten Umgang ab. Auch erscheint die Mündung weniger in die Quere verbreitert. Der Habitus erinnert einigermassen an den von Z. acies, doch ist die Mikroskulptur eine ganz andere.

Die beiden Exemplare stammen von Caramanico im Abruzzo eiteriore. Die Mar- chesa Paulucei nennt 1. c. auch Salle am Mte. Morrone. Beide Fundorte gehören dem System des Majella an.

25. Zonites lardeus n Taf. 234. Fig. 1-3.

Testa latissime et perspectiviter umbilicata, depressa, solida, nitida, supra subtiliter sed irregulariter striatula, seulptura spirali sub vitro fortiore quoque haud conspieua, supra fusca, vix pallidius strigata, infra (epidermide detrita) albida, fascia subangulari diluta. Spira depressa apice lutescente,; sutura impressa, albo-marginata. Anfractus 71/, leniter crescentes, convexiusculi, mediani carinae vestigium exhibentes, ulti- mus angulatus, angulo aperturam versus obtusiore, utrinque regulariter convexus. Apertura obliqua, ovato- rotundata, extus haud angulata, medioceriter lunata; peristoma rectum, acutum, intus tenuiter albolabiatum.

Diam. maj. 34, min‘ 31,5, alt. 15, diam. apert. 15 : Il mm.

? Helix lardea Stenz apud Pfeiffor Mon. Helie. vol. I p. 128.

Gehäuse sehr weit und perspektivisch genabelt, der Nabel ein Fünftel des Durch- messers ausmachend, cylindrisch, festschalig, eigenthümlich fettglänzend, obenher fein und unregelmässig gestreift, eine Spiralskulptur selbst mit einer guten Loupe nicht erkennbar, unten glatt, sehr glänzend, oben bräunlich, unten mit Ausnahme einer undeutlichen Binde unter der Kante weisslich, doch im Nabel Spuren einer braungelben Epidermis erkenn- bar; die Anwachsstriemen sind nur durch undeutliche hellere Flecken angedeutet. Ge- winde niedergedrückt mit kleinem Apex, der, wie die obersten Windungen, mehr gelb- lich gefärbt ist. Naht eingedrückt, ganz schmal weiss berandet. 7!/, langsam zuneh- mende, leicht gewölbte Windungen, die mittleren mit Spuren eines Kiels; letzte bis zur Mündung kantig, doch die Kante nach der Mündung hin sehr stumpf werdend, beider- seits fast gleichmässig convex. Mündung schief, rundeiförmig, nach aussen keine Ecke bildend, mässig ausgeschnitten. Mundsaum geradeaus, scharf, innen mit ganz dünner

schwacher Lippe.

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Aufenthalt in Croatien (2).

Das abgebildete Exemplar liegt seit geraumer Zeit in meiner Sammlung unter Z. compressus; jetzt bei Revision der Gattung finde ich, dass es schwerlich mit dieser Art vereinigt werden kann. Es ist selbst unter einer scharfen Loupe eine Körnelung oder Spiralskulptur nicht erkennbar und die Textur ist eine ganz andere; man könnte dem Habitus nach in die Versuchung kommen, die Form zu Zonites albaniecus zu ziehen, wenn eben nicht die Spiralskulptur fehlte. Die Dimensionen sind auch grösser, der Nabel weiter, die Kante verschwindet nach der Mündung hin wenigstens so weit, dass der Mund- saum aussen keine Ecke mehr zeigt. Dazu der eigenthümliche Speckglanz, welcher den Stenz’schen Namen sehr passend erscheinen lässt. Den genauen Fundort anzugeben bin ich leider nicht im Stande. Clessin’s Abbildung von Zonites compressus in der Fauna von Oestreich-Ungarn könnte unter Umständen hierher gehören,

26. Zonites gemonensis Ferussac. Taf. 284. Fig. 10-15. (Taf. 96. Fig. 12—14).

Testa quoad genus parva, late et aperte umbilicata, depressa, tenuiuscula sed solidula, subtranslucida, angulata, lutescens, superne confertim subtiliterque striata, lineis spiralibus subtilissimis in anfractibus su- peris levissime, in inferis vix decussata, basi fere laevis. Spira depresso-convexa apice albo prominulo sat magno; sutura linearis, dein impressa. Anfractus 6 vix convexiuscenli, ad carinam suturam sequentem im- pressi, ultimus primum carinatus, dein obtuse angulatus, basi vix convexior. Apertnra obliqua, regulariter ovata, lunata; peristoma acutum, intus distinete albolabiatum, margine externo vix angulato.

Diam. maj. 18, min. 16, alt. 3 mm.

Helix gemonensis Ferussac Prodrome Nr. 204. Hist. p. 365 t. 80 fig. 6.

= Rossmaessler Iconogr. vol. I sp. 153.

_ _ Pfeiffer Monogr. Helic. vol.I p. 129. Mart. Ch. p. 171 t. 96 fig. 12-14. Zonites _ Beck Index p. 8.

_ _ Albers-von Martens Heliceen p. 66.

_ Kobelt Catalog ed. II p. 13.

_ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 82.

_ _ Clessin Fauna Oestreich-Ungarn p. 96.

_ _ Tryon Manual vol. II p. 137 t. 45 fig. 94—96.

Gehäuse das kleinste der Gattung, weit und offen genabelt, dünnschalig doch ziem- lich fest, durchscheinend, kantig, gelblich, unten etwas heller, obenher dicht und fein ge- streift, die oberen Windungen mit feinen Spirallinien, seidenglänzend, auf den unteren eine Gitterskulptur kaum mehr zu erkennen. Gewinde flach convex, die Embryonal- windungen stärker gewölbt, vorspringend, weisslich; Naht oben linear, dann eingedrückt, manchmal durch den vorspringenden Kiel sehr scharf bezeichnet; Basis fast glatt; An- wachsstriemen wenig deutlich. Sechs kaum leicht gewölbte, am Nahtkiel etwas einge-

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drückte Windungen, die letzte anfangs gekielt, dann nur noch stumpfkantig, an der Unter- seite kaum stärker gewölbt. Mündung schief, regelmässig eiförmig, mässig ausge- schnitten, beim Typus ohne deutliche Ecke aussen; Mundrand einfach, scharf, mit deut- licher Lippe.

Neben dem Typus findet sich noch eine Form, die zur Abtrennung als Art reizen könnte, um so mehr, als sie anscheinend lokal ausschliesslich herrscht. Westerlund hat sie als var. ruralis abgetrennt. Sie ist festschaliger, bis zur Mündung scharf gekielt, glanzlos, auch die Unterseite deutlich skulptirt, oft auch mit deutlichen Spirallinien um- zogen, die Mündung aussen mit einer scharfen Ecke. Uebrigens ist die Spiralskulptur der Basis durchaus nicht immer vorhanden. Ich bilde ein Exemplar von Vicenza ab. Auch Clessins Figur 33 stellt die Varietät dar.

Das Verbreitungsgebiet des Zonites gemonensis reicht von Condino im Val buona nördlich des Idrosees über Südtirol und die venetianischen Alpen ;jund durch Friaui bis Monfaleone bei Triest; in Friaul ist sie nach Erjavec selten und aut die höheren Lagen beschränkt. Die var. ruralis besitze ich aus den Mti. Beriei bei Vicenza durch Pini und aus dem Val Buona durch Adami. Aus dem Gebiet des Gardasees kenne ich die Art nicht, aber ich habe sie im Valsabbia südlich von Idrosee selbst gesammelt und halte das Vor- kommen wenigstens in der Umgebung der Bucht von Sald, in welche der Valsabbia und Valbuona durchströmende Chiese früher mündete, für höchst wahrscheinlich,

27. Zonites croaticus varr. Taf. 235. Fig. 1—8.

Das reiche Material südostalpiner Zonites, welches das Wiener Hofmuseum mir gütigst zur Verfügung stellte, veranlasst mich hier noch einmal auf die schon oben unter No. 20 behandelte Art zurückzukommen. Zunächst muss ich die interessante Thatsache feststellen, dass Rossmässlers Typus mit bis zur Mündung durchlaufender Kante durchaus nicht den Mittelpunkt des Formenkreises darstellt, sondern eine Uebergangsform zu dem schärfer gekielten Z. pudiosus Zgl. und durch diesen zu Z. acies, der von ihm in keiner Weise als Art getrennt werden kann, wenn auch Westerlund sie in zwei verschiedene Gruppen bringt. Die kantigen und gekielten Formen scheinen dem Süden anzugehören und im Velebit und in Dalmatien vorzuherrschen.

‚Aus dem nördlichen Theile des Verbreitungsgebietes erhält man dagegen beinahe ausschliesslich Exemplare mit völlig verschwindender Kielkante und rein gerundetem letztem Umgang. Die prächtigste Entwicklung dieser Form zeigt das Fig. 1-3 abge-

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bildete Exemplar des Wiener Museums, aus Zelebors Vorräthen stammend, leider nur mit dem Fundort Croatien bezeichnet. Seine Dimensionen sind: diam. maj. 37,5, min. 33, alt. 20 mm, diam. apert. 18 : 14mm. Das Gehäuse ist weit und offen genabelt (diam. 6 mm), gedrückt kegelförmig, festschalig, fast glanzlos, obenher fein und regelmässig gerippt, die Spiralskulptur äusserst dicht und fein, selbst unter einer starken Lupe nur als eine ganz feine Körnelung erscheinend, etwas über die Peripherie hinübergreifend, die Unterseite glatt, glänzend. Die Färbung ist die typische mit weissem Peripherialstreifen, darunter ein ausgeprägtes Band von der Färbung der Oberseite, dann weisslich, aber mit Spuren einer ganz dünnen, gelblichen Epidermis im Nabel und hinter der Mündung. Die Naht ist deut- lich weissberandet, auf den oberen Windungen mit schwachen Kielspuren. Sieben Win- dungen, die beiden vorletzten etwas stärker gewölbt und mit deutlicher Spiralskulptur, die letzte rein gerundet, unten etwas stärker gewölbt als oben, nicht abgeflacht. Die Mündung ist rundeiförmig, stark ausgeschnitten, mässig schief, innen ziemlich lebhaft braungelb mit durchscheinendem Kielstreifen.

An diese Form schliesst sich als individuelle Abnormität das Fig. 6 abgebildete hoch- kegelförmige Exemplar, gleichfalls dem Wiener Museum angehörend und von Zelebor als var. pyramidata bezeichnet. Esstammt von Bunie in Croatien. Seine Dimensionen sind: diam. maj. 34, alt. 23,5 mm.

Von diesen rein gerundeten Formen führt das Fig. 7 abgebildete Exemplar direkt zu dem Rossmässler’schen Typus hinüber; es hat im Anfang des letzten Umganges sogar noch eine recht scharfe Kante, die sich aber nach der Mündung hin vollständig. verliert; die Spiralskulptur ist deutlicher und greift auf der Unterseite bis zum Rande des Bandes über. Die Umgänge sind erheblich weniger gewölbt, die Kielkante längs der Naht ist sehr deutlich. Die Dimensionen sind: diam. maj. 31, min. 27, alt. 15 mm.

Endlich bilde ich unter Fig. 8 noch eine sehr interessante kleine Form aus Croatien ab, welche trotz ihrer geringen Dimensionen als ausgewachsen betrachtet werden muss und mir in einer grösseren Serie vorliegt. Sie hat bei 20 mm Durchmesser eine Höhe von 15 mm und ist auf der Oberseite eng gerippt. Die Kielkante verschwindet schon beim Beginn der letzten Windung vollständig.

Ich habe schliesslich noch die Fig. 4. 5 abgebildete Form aus Dalmatien zu erwähnen, die Kleciach bei Sinj sammelte und die ich neuerdings auch von Stussiner erhalten habe. Sie scheint auf den ersten Blick meiner Angabe über die Verbreitung der beiden Formen zu widersprechen, denn sie ist ziemlich weit südlich in Dalmatien gesammelt und doch ohne Spur von Kiel am letzten Umgang. Aber eine genauere Betrachtung zeigt, dass sie mit der nördlichen Form nichts zu thun hat, sondern als eine Z. acies mit gerundetem letztem Umgang betrachtet werden muss, sie verdient sicher einen eigenen Varietätsnamen und ich nenne sie nach dem verdienten Erfoscher Dalmatiens var. kleeiachi. Sie ist auf- fallend dickschalig, und schwer, gedrückt halbkugelig, die Färbung sehr lebhaft, einfarbig,

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ohne Spur von Anwachsstriemen, die Skulptur besteht aus dichten, nach unten hin immer deutlicher werdenden Rippchen, welche durch feine Spirallinien regelmässig gekörnelt sind. Die Naht ist nicht weiss bezeichnet. Die oberen Umgänge sind kaum gewölbt und bilden ein konvex konisches Gewinde, das sich scharf gegen den convexen, rein gerundeten etzten absetzt; sie zeigen sämmtlich die Spur einer sehr deutlichen Kielkante, Die Mündung ist gerundet eiförmig (15,8 : 14 mm), stark ausgeschnitten, innen lebhaft gelb- braun; Nabel relativ eng, nur 4,5 mm im Durchmesser. Die Dimensionen sind: diam. maj. 32, min. 29, alt. 19 mm. Sie scheint an der Fundstelle in Menge vorzukommen und sehr konstant zu sein. Will man Z. acies und croatieustrennen, so muss sie bei ersterem bleiben.

28. Zonites cilieicus Kobelt. Taf. 235. Fig. 9-11.

Testa late et fere perspectiviter umbilicata, depresse globoso-conoidea, solidula, haud diaphana, nitida, irregulariter ruditerque striata, in anfractibus superis distinete, in ultimo minus distinete granulata, infra peripheriam laevior, saturate lutescenti-brunnea, obscure fusco fasciata, eirca umbilicum pallidior. Spira convexo-conica, supra late obtusata, apice parvo. Anfractus 6—61/, lente ac regulariter erescentes, embryo- nales subtilissime granulosi, plani, sequentes convexiusculi, carina distineta suturam sequente insignes, ulti- mus vix dilatatus, primum subangulatus, demum fere regulariter rotundatus. Apertura obliqua, lunata, fere eireularis; peristoma tenue, acutum, intus vix levissime labiatum faucibus coerulescentibus, basali arcuato, ad insertionem vix dilatato.

Diam. maj. 31, min. 27,5, alt, 13 mm., diam. apert. obl. 12,5 : 13,5 mm.

Zonites cilicicus Kobelt Nachr. Bl. D. mal. Gesellsch. XXX. 1897 p. 166 Iconographie N. F. vol. IX sp, 1580.

Gehäuse weit und fast perspectivisch genabelt, gedrückt kugelig kegeiförmig, fest- schalig, kaum durchscheinend; glänzend, unregelmässig grob gestreift, die oberen Win- dungen stark, die letzte obenher schwächer gekörnelt, unter der Peripherie glätter; die Färbung ist ein nur um den Nabel herum helleres, gesättigtes Braungelb, in welchem sich auf der Oberseite einige schmale, dunkle Binden erkennen lassen. Das abgebildete Exem- plar zeigt in Folge einer Verletzung auf der Unterseite der letzten Hälfte eine ganz aus- gesprochene Bänderung, wie ich sie bei keinem der zahlreichen, durch meine Hände ge- gangenen Exemplare von Zonites auch nur andeutungsweise gesehen habe. Gewinde convex konisch, oben breit abgeflacht, doch nicht so ausgesprochen abgestutzt, wie bei Z. rollei; der Apex ist klein, nicht vorspringend. Es sind über sechs langsam zunehmende Windungen vorhanden, die embryonalen ganz fein gekörnelt, flach, die folgenden stärker gewölbt, mit einem deutlichen Kiel längs der Naht, die letzte kaum verbreitert, im Anfang

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noch deutlich, dann immer undeutlicher kantig, schliesslich rein gerundet. Mündung schief, ausgeschnitten, fast kreisrund; Mundrand dünn, scharf, innen kaum ganz leicht gelippt, im Gaumen bläulich, der Basalrand gebogen, an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt bei Giosna in der Nähe von Mersina im westlichen Cilicien, von Rolle entdeckt.

29. Zonites smyrnensis Roth. (Taf. 96. Fig. 12-14). Taf. 236. Fig. 79.

Testa perspectiviter sed quoad genus haud late umbilicata, depressa, orbiculato-convexa, solida, stria- tula, supra seriebus spiralibus granulorum subirregularibus undique cineta, basi laevis, nitida, corneo-lute- scens, irregulariter luteo strigata. Spira depresse convexa, apice parvo. Anfractus 6 regulariter et; sat celeriter erescentes, superi planiusculi, carina suturam linearem sequente insignes, ultimus angulatus, angulo aperturam versus obsolescente, in initio albidosignato, infra magis convexus. Apertura obliqua, lunato- ovalis; peristoma tenue, acutum, intus remote albolabiatum, marginibus haud junctis, columellari ad inser- tionem vix latiore.

Diam. maj. 30, min. 27, alt. 15 mm.

Helix smyrnensis Roth Dissert. p. 16 t. 1 fig. 8. 9. _ _ Pfeiffer Monogr. Helic. vivent. I p. 129. Mart. Ch. IIt. 96 fig. 12—14. _ Rossmaessler Iconogr. vol. III sp. 900. Zonites smyrnensis Albers-von Martens Heliceen p. 66. _ _ Kobelt Catalog ed. II p. 13. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 87.

Gehäuse perspektivisch und durchgehend, aber für die Gattung nicht weit ge- nabelt, der Nabel vielmehr enger, als bei den meisten Arten, fast cylindrisch, am Eingang kaum erweitert; die Form ist gedrückt convex, linsenförmig, festschalig, unregelmässig gestreift, obenher mit etwas unregelmässigen feinen spiralen Körner- reihen skulptirt, welche über die Streifen überwiegen, unter der Kante glatter, glänzend, bei meinen Exemplaren ohne alle Spiralskulptur; Färbung gelblich horn- farben mit zahlreichen ausgesprochenen gelben Striemen, um den Nabel mehr weiss- lich. Gewinde gedrückt gewölbt mit kleinem Apex; die fein gekörnelte Embryonal- skulptur nimmt 2!/, Windungen ein. Im ganzen sind 6 regelmässig und ziemlich rasch zunehmende Windungen vorhanden, die oberen fast flach, sich glatt aneinanderschliessend, aber die lineare Naht durch eine deutliche Kielspur bezeichnet, die letzte gewölbter mit tieferer unregelmässiger Naht, kantig, die Kante anfangs scharf und weiss bezeichnet, dann mehr und mehr verkümmernd, doch auch an der Mündung noch deutlich, unten stärker gewölbt als oben, namentlich um den Nabel herum gewölbter. Mündung schief, ausgeschnitten eiförmig, aussen schwach eckig; Mundsaum einfach, dünn, scharf, weiter

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innen mit einer weissen Lippe, die Ränder nicht verbunden, der Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt bei Smyrna und Sardes, sowie auf Syme. Das abgebildete Exemplar von Maltzan bei Smyrna gesammelt.

Durch die eigenthümliche Wölbung der Unterseite, die sich allerdings nicht leicht beschreiben lässt, gut charakterisirt, im Habitus trotz der ausgesprochenen Kielspur am nächsten an Z. algirus herantretend. Spiralskulptur unter der Kante, wie sie Westerlund angibt, kann ich bei meinen beiden Exemplaren, von denen das abgebildete tadellos er- halten und offenbar lebend gesammelt ist, auch mit einer guten Loupe nicht erkennen.

30. Zonites transiens Mousson. Taf. 236. Fig. 1—3.

Testa perspectiviter et aperte umbilicata, umbilico conieo-cylindrico, depresse conica, tenuiuscula, nitida, superne regulariter costellato-striata, subtilissime spiraliter striata, basi laevior, unicolor Autescenti cornea, basi vix pallidior, interdum strigis latis albidis ornata. Spira depresse conica apice parvo. An- fractus vix 6 convexiusculi, sutura impressa subirregulari discreti, leniter erescentes, ultimus parum latior, angulatus, angulo aperturam versus plus minusve evanescente, infra parum convexior, basi rotundatus, cele- riter in umbilicum abiens. Apertura obligua, Iunato-ovata, sat magna, extus vix vel haud angulata, intus vix tenuissime labiata; peristoma reetum, acutum, margine columellari ad insertionem vix dilatato.

Diam. maj. 26, min. 23, alt 13 mm.

Zonites eroaticus var. transieng Mousson®) Cog. Schlaefli I p. 255. 3 En = Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p, 81. carniolicus Westerlund et Blanc Faune Grece p. 30. transiens Kobelt Iconographie N. F. vol. IX sp. 1571.

Gehäuse offen und perspektivisch genabelt, aber der Nabel am Eingang nicht er- weitert. sondern steil abfallend, etwas kegelförmig eylindrisch; niedergedrückt kegelförmig, ziemlich dünnschalig, glänzend, die Skulptur wie bei allen Verwandten, die Streifung über die Spiralskulptur überwiegend, die Unterseite glatt; Farbe einfarbig gelblich, ohne Kiel- binde, die Basis manchmal heller, weisslich; meist sind auch einige weissliche Striemen- flecken vorhanden. Gewinde gedrückt kegelförmig mit feinem Apex. Essind knapp sechs leicht gewölbte, langsam zunnehmende Windungen vorhanden, durch eine eingedrückte etwas unregelmässige Naht ohne begleitenden Kiel geschieden, die letzte nur an der Mün- dung etwas mehr verbreitert, anfangs deutlich kantig, aber die Kante gleich nach der

*) Z, croaticus var., paulo minor, depressior, fascia cornea destituta, subtus convexior, cornea, radiis latis albidis ornata.

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Mündung hin völlig verschwindend, nach unten etwas stärker gewölbt, steil in den Nabel abfallend.e Mündung schief, breit eiförmig, ausgeschnitten, innen kaum ganz schwach ge- lippt; Mundrand einfach, scharf; Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt in Epirus und Südalbanien, dort den Z. carniolicus vertretend; das ab- gebildete Exemplar von Peristeri im Pindus.

31. Zonites mauritii Westerlund. Taf. 235. Fig. 12. 13. Taf. 2362. Fig. 4-6.

Testa late et perspectiviter umbilicata, depressa, supra conferte plicato-striata, et lineis spiralibus subtilioribus undique granulata, corneo-fusca, infra nitida, laevis, subtiliter striatula, strigis luteis praesertim in anfractu ultimo signata. Spira depresse conica, lateribus convexis, apice parvo, subtiliter granulato. Anfractus 5?/, convexiusculi, sutura impressa in mediis tantum carinula marginata disereti, ultimus com- pressiusculus, basi convexior, acute angulatus, angulo prope aperturam obsolescente. Apertura parım obliqua, lunato-ovata, extus subangulata; peristoma simplex, rectum, intus subremote labiatum, margine columellari ad insertionem vix dilatato. 2

Diam, maj. 26, min. 23, alt. 12,5 mm.

Zonites carniolicus Möllendorff Fauna Bosnien p. 33, nee Ad. Schmidt. mauritii Westerlund Fauna palaearkt. Binneneonch. I p. 77. _ Brancsik in Jahresb. Trenesin 1888-90 p. 1565. _ Kobelt Iconographie N. F. Vol. IX sp. 1565.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, ziemlich gedrückt, obenher dicht falten- streifig und durch feinere Spirallinien gekörnelt, hornbräunlich, auf der Unterseite glatt, glänzend, fein gestreift, nur wenig heller; breite gelbe Anwachsstreifen finden sich nament- lich auf der letzten Windung mehr oder minder zahlreich; Gewinde gedrückt konisch mit leicht gewölbten Seiten, der feine Apex unter der Loupe fein gekörnelt. Es sind über fünf leicht gewölbte Windungen vorhanden, welche durch eine eingedrückte Naht geschie- den werden; nur die mittleren zeigen an ihr schwache Spuren eines Kiels; die letzte ist etwas zusammengedrückt, unten stärker gewölbt als oben, deutlich kantig doch ohne helleren Kantenstreifen, die Kante nach der Mündung hin schwächer werdend, aber auch bei ausgewachsenen Exemplaren nicht ganz verschwindend. Mündung wenig schief, aus- geschnitten quereiförmig, aussen mit mehr oder minder deutlicher Ecke; Mundsaum ein- fach, gerade, innen etwas zurück mit einer schwachen weissen Lippe belegt, der Spindel- rand an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt in Bosnien und Westserbien.

Die von Möllendorff zu Zonites earniolicus Ad. Schmidt gezogenen kleinen Zonites aus Bosnien und Westserbien zeigen sich in sehr verschiedenen Formen, so dass ich gar nicht abgeneigt wäre, hier mehrere Arten zu unterscheiden, wenn das mir vorliegende Material reichlicher und namentlich besser erhalten wäre. Von Möllendorff erhielt ich

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seiner Zeit zwei Formen: den Typus von mauritii, den ich auf Tafel 2364 abbilde und nach welchem die vorstehende Beschreibung entworfen ist, und die Tafel 236 Fig. 10—12 abgebildete höhere enger genabelte Form mit gewölbteren Umgängen und viel schwächerer Kante; sie ist erheblich enger genabelt und hat bei nur 22 mm Durchmesser eine Höhe von 14 mm. Ich vermuthe in ihr den Zonites serajewoönsis Kimakowiez, welchen Branesik ]. e. aufzählt, der aber bis jetzt noch nicht beschrieben worden ist. Es ist mir durchaus nieht unwahrscheinlich, dass er sich bei reichlicherem Material als haltbare Art herausstellen wird.

Ausserdem fand ich unter den Vorräthen des Wiener Museums noch eine sehr hübsche Form aus dieser Gruppe, welche ich Taf. 235 Fig. 12. 13 zur Abbildung bringe und für welche ich vorläufig den Namen var. sturanyi vorschlagen möchte. Sie ist relativ hoch gewunden, 12 mm hoch bei 23 mm Durchmesser, die Umgänge sind stärker gewölbt, der letzte ist kantig bis zur Mündung, etwas zusammengedrückt, die Mündung mit starker Lippe.

Es muss weiteres und frischeres Material abgewartet werden, ehe sich eine Ent- scheidung über das Verhältniss dieser Formen zu einander treffen lässt.

32. Zonites compressus var. splendidulus Stenz. Taf. 236. Fig. 4—6.

Differt a typo testa multo minore, carina acutiore, vestigiis incrementi luteis distinctissimis. Diam. maj. 26, min. 23, alt 12—13 mm. Zonites splendidulus Stenz in Museo vindobon.

Unter dem Namen Zonites splendidulus Stenz liegt in dem Wiener Museum aus den Sammlungen Zelebors (No. 11) mit anderen compressus-Varietäten gemischt diese sehr hübsche Form, ohne Fundortsangabe, Ich habe sie auch selbst schon vor Jahren von Höberth aus dem Welebit erhalten. Sie fällt auf den ersten Blick in die Augen durch die ausgeprägten, gelben, breiten Anwachsstriemen, welche denen von Z. vertieillus nicht nachstehen und auffallender sind, als bei Z. mauriti. Auch der Kiel ist ungewöhnlich scharf ausgeprägt und deutlich bezeichnet. Die Skulptur zeigt auf und zwischen den Rippen unter der Loupe ausgeprägte Spirallinien. Die Unterseite ist sehr glänzend, die obere matt, das Band unter dem Kiel sehr deutlich; der Nabel ist für die Art nicht all- zuweit.e. Die grössten mir vorliegenden Exemplare überschreiten 26 mm im grossen Durchmesser nicht, obschon sie sieben Windungen haben und offenbar ausgewachsen sind.

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33. Zonites compressus var. deplanatus n. Taf. 236. Fig. 13—15.

Differt a typo testa majore, anfractibus celerius accrescentibus, sculpturas spirali sub vitro fortiore quogue vix conspieua, lineis inerementi haud costelliformibus, spira humili, umbilico latissimo, Diam, maj. 31, min. 27, alt. 12,5 mm.

Von Rolle habe ich zwei ganz gleiche Exemplare eines Zonites mit der wohl sicher irrthümlichen Fundortsangabe Smyrna erhalten, welche sich von dem Typus nicht unerheblich unterscheiden. Sie sind selbst für Z compressus auffallend niedrig und haben bei 31 mm Durchmesser nicht über 12—13 mm Höhe; der Nabel ist dem entsprechend sehr weit, über 7 mm im grossen Durchmesser Die Zahl der Umgänge ist nur 6, die Windungszunnahme also eine sehr rasche; die Umgänge sind auch auf der Oberseite gut gewölbt; Kielspuren an der Naht sehr schwach. Die Skulptur besteht aus einer feinen Streifung; die Spiralskulptur tritt ganz zurück, selbst bei günstiger Beleuchtung erkennt man mit einer guten Loupe nur eine ganz feine Körnelung Die Anwachsstriemen sind nur nach der Mündung hin erkennbar. Die Färbung ist typisch, die Unterseite weisslich, nur nach der Mündung hin mit Resten einer gelblichen Epidermis. Die Kielkante ist scharf, Oberseite und Unterseite sind beinahe gleich gewölbt.

34. Zonites sarajewoöänsis Kimakovicz, Taf. 236. Fig. 10-12.

Testa late et perspectiviter umbilicata, depressa, angulato-corinata, carina aperturam versus evanes- cente, tenuis sed solidula, griseo-lutescens, strigis albido-Iutescentibus numerosis ornata, subtus albida. Spira tectiformis, depressa, vertice subtili. Anfractus 6 convexiuseuli, leniter cerescentes, sutura parum im- pressa, carinae vestigia vix exhibente disereti, subtiliter confertimque-striati lineisque spiralibus confertis sub vitro subtilissime granulati, ultimus primum distincte, dein obsoletius angulatus, prope aperturam fere rotundatus, basi convexior, antice vix dilatatus. Apertura parum obliqua, elliptica, Junata; peristoma acutum, rectum, intus tenuissime albolabiatum, margine columellari ad insertionem breviter dilatato.

Diam. maj. 22-24, min. 9,5—10,8, alt. 7,3—8,8 mm.

Zonites sarajewo&änsis Kimakovicz Nachrichtsblatt der deutschen malacozoolog. Gesell- schaft XXXI. 1899 p. 67.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, der Nabel ein Viertel des grossen Durch- messers einnehmend, niedergedrückt, anfangs stumpfkantig, dann gerundet, dünzschalig doch ziemlich fest, gelbgrau mit zahlreichen weissgelben Anwachsstriemen, bis zu 7 auf den beiden letzten Umgängen, unten mehr weisslich Gewinde niedergedrückt dachförmig mit feinem, nicht vorspringendem Apex. Reichlich 6 leicht gewölbte, anfangs laugsamer,

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später rascher zunehmende Windungen, durch eine wenig eingedrückte Naht geschieden, welche kaum Kielspuren zeigt, fein und dicht ziemlich regelmässig gestreift, durch feine Spirallinien sehr fein gekörnelt, die letzte anfangs fast gekielt, dann immer schwächer kantig, bis nach der Mündung hin die Kante völlig verschwindet, untenher etwas stärker gewölbt, vornen nicht erweitert. Mündung nur wenig schief, quer eiförmig, ziemlich stark ausgeschnitten; Mundsaum scharf, gerade, innen mit einer ganz dünnen, weissen Lippe belegt, der Spindelrand an der Insertion ganz kurz verbreitert.

Aufenthalt in Bosnien, besonders in der nächsten Umgebung von Serajewo, schon von Möllendorff gesammelt, aber mit mauritii zusammen zu carniolicus gezogen, obwohl seine Mieroskulptur erheblich von diesem abweicht. Brancsik hat nach Kimakovicz sara- jewoensis und mauritii in den Fundortsangaben verwechselt. Beide gehören zu derselben Gruppe, aber die anatomische Untersuchung der Geschlechtsorgane durch Kimakoviez erweist sie als gut verschieden. Doch sind auch die Gehäuse leicht zu scheiden; saraje- woensis hat immer ein dachförmiges, mauritii ein kuppelförmig gewölbtes Gewinde.

(Während der Üorrectur erhalte ich die Arbeit von Kimakoviez zum Abdruck im Nachrichtsblatt und füge seine Resultate hier noch ein).

35. Zonites tenerrimus Brancsik. Dar223629 >Rie788

Testa quoad genus parva, aperte umbilicata, umbilico eylindrieo, ad introitum hand dilatato, orbicu- lato-depressa, lentiformis, acute carinata, supra regulariter costellata, sub vitro fortiore spiraliter subtilissime lineata, tenuis, subtranslueida, virescenti-cornea. Spira convexo-depressa nucleo subtili. Anfractus 5-6, superi laeves, convexi, inferi costellati, carina distineta suturam sequente, ultimus haud latior, carina distincta utrinque compressa, usque ad aperturam conspicua insignis, supra et infra fere aequaliter convexus. Aper- tura fere verticalis, lunato-ovata, extus angulato-canaliculata; peristoma simplexz, ad columellam haud dilatatum.

Diam. maj. 11, min. 10. alt. 5,5 mm.

Zonites tenerrimus Brancsik*) Ber. naturw. Ver. Trenesin 1888—90 p. 78 t. 1 fig. 3. = Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch, Suppl. p. 119. _ Kobelt Iconographie N. F. vol. IX sp. 1569. _ _ Kimakovicz Nachrichtsbl. XXXI. 1899 p. 66.

Gehäuse das kleinste der Gattung, offen genabelt, der Nabel cylindrisch und am Eingang nicht erweitert, kreisförmig, niedergedrückt, linsenförmig mit scharfem Kiel, obenher ziemlich regelmässig und dicht rippenstreifig, unter einer guten Loupe auch dichte

*) Testa depresso-lenticularis, pallide favido-viridis, pellucida; transversim sat valide, spiraliter autem subtiliter striata; anfractibus 6, aequaliter accrescentibus, carinatis, umbilico angusto. Diam. max. indivi- duorum adultorum 12 mm yix superabit; alt. 5 mm.

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feine Spiralskulptur zeigend, dünnschalig, durchscheinend, grünlich horngelb, ohne An- wachsstriemen. Gewinde flach konvex, mit feinem Apex. Sechs (nach meiner Zählung nur wenig über fünf) Windungen, die embryonalen glatt, gut gewölbt, die folgenden gerippt, weniger gewölbt, mit einem ausgeprägten, der Naht folgenden Kiel, der letzte kaum breiter als der vorletzte, mit deutlichem, zusammengedrückiem, nach beiden Seiten abgesetztem Kiel, der bis zur Mündung in unverminderter Stärke durchläuft, oben und unten ziemlich gleichstark gewölbt. Mündung ziemlich senkrecht, ausgeschnitten breit eirund, aussen mit einer rinnenförmigen Ecke; Mundrand einfach, dünn, auch am Spindelansatz nicht ver- breitert.

Aufenthalt am Berg Bjelasnica bei Opan6ak in Bosnien.

Branesik hatte die Güte, mir sein bestes Exemplar zur Verfügung zu stellen. Es ist offenbar nicht ganz ausgewachsen, macht aber nicht den Eindruck, als sei es das Junge einer erheblich grösseren Form. Die langsame Zunahme der Windungen und die Skulptur lassen eine Vereinigung mit einer bekannten Art nicht zu; Westerlund stellt ihn neben Z. gemonensis, mit dessen var ruralis er allerdings die meiste Aehnlichkeit hat. Kima- koviez hat ganz ausgewachsene Exemplare mit 12?/, mm Durchmesser.

36. Zonites albanicus var. narentanus Biig. Taf. 236a. Fig. 1—3.

Differt a typo umbilico majore, colore minus distinete corneo-rufo, spira magis depressa, carina distinctiore, in summo testa similiore Z. compressi Rossm., sed magnitudine et imprimis sculptura ab hoc valde discerepans. Bttg.

Diam. maj. 42, min. 35, alt. 18,5 mm.

Zonites albanicus var. narentanusg Böttger Jahrbücher der D. Mal. Ges. XIII 1886 pP. 55. _ _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch, vierte Beilage p. 5. _ —_ Kobelt Iconographie N. F. IX sp. 1566.

Ich bilde hier ein gutes Exemplar der süddalmatischen Form ab und verweise im Uebrigen auf p. 868.

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Subgenus Retinella Shuttleworth.

(Aegopina Kobelt, Mesomphix autor).

Testa inter genera Zonites Montf. et Hyalina Alb. (subg. Polita) magnitudine et textura fere inter- media, umbilicata, depresse conica, vel depresse globosa, supra cornea, vix nitens, saepe lineis spiralibus de- cussata vel rarius reticulata, infra pallidior, laevior, nitens. Anfractus 51/,—7 sat celeriter crescentes, rotundati, in supremis quoque haud carinati, ultimus major, antice haud descendens. Apertura lunato- rotundata, magna, peristoma tenue, simplex, acuturn.

Die Untergattung Retinella schliesst sich im Gehäuse so eng an Zonites an, dass eine scharfe Trennung ihre Schwierigkeiten hat; doch sind die Retinellen durch- schnittlich dünnschaliger und haben mit Ausnahme des sehr eigenthümlichen und völlig isolirt stehenden Cretozonites auch an den oberen Umgängen keine Spur von Kante oder Kiel. Aber die Zungenbewaffnung schliesst sich vollständig an Hyalina an; der Mittelzahn ist ganz wie bei Polita, dann folgen vier zweispitzige Nebenzähne und zahl- reiche Seitenzähne.

Das Verbreitungsgebiet der Retinellen legst sich durchschnittlich südlich an das der Zoniten an, geht aber sehr viel weiter nach Osten und Westen. Wir haben eine isolirte, der ausgestorbenen Omphalosagda des Miocän sehr ähnliche und von Böttger ihr zugerechnete Art in Nordmaroceo, eine weitere in den Pyrenäen und Südfrankreich, dann fehlt die Gruppe im ganzen Alpengebiet mit Ausnahme einer einzigen Art in der Südostecke von Siebenbürgen (Ret. oscari). Dagegen ist die Gattung im Apennin überall vertreten und wird im Süden und namentlich in Sizilien sehr arten- reich, greift aber nicht nach Tunis und Algerien hinüber. Eine weitere Gruppe finden wir in den Küstenländern des Archipels und des Pontus, durch Kleinasien bis in den Libanon ausgebreitet und ganz besonders artenreich im Kankasus und den südöstlich anliegenden Ländern. Dabei berührt sich das Verbreitungsgebiet der Retinellen mit dem der Zonitiden eigentlich nur im Archipel und etwa noch an dem isolirten Zonites-Vor- kommen in Calabrien.

Der richtige Name für die Gruppe ist noch einigermassen zweifelhaft. Albers-von Martens rechnet sie zu Mesomphix Raf., deren Typus die nordamerikanische Helix oder Hyalina laevigata Raf. ist. Der Name muss also, da die Nordamerikaner mit den Euro- päern aus anatomischen Gründen (sie besitzen wahrscheinlich sämmtlich eine Schwanz- drüse, die den europäischen fehlt) nicht vereinigt bleiben können, den Nordamerikanern bleiben. Nun habe ich im Jahre 1879 für die Europäer den Namen Aegopina vorge-

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schlagen, und beinahe gleichzeitig hat Fischer den schon Jahrzehnte vorher von Shuttle- worth vorgeschlagenen Namen Retinella publizirt. Ich habein Folge dessen meinen Namen zurückgezogen, und so würde meiner Ansicht nach der Name Retinella gelten müssen. Dagegen halten aber Pfeiffer im Nomenelator und Westerlund in der Fauna an Mesom- phix fest, während Tryon im zweiten Bande des Manual die beiden Gruppen zwar trennt, sie aber beide als Sektionen zu der Untergattung Omphalima Raf. bei Zonites rechnet

Westerlund scheidet die europäischen Arten wieder in drei Sektionen: Helicophana für die in der Jugend gekielte eigenthümliche Art von Creta, allerdings verbunden mit einigen gekielten Frutieicolen aus Nordafrika und Egypten, Retinella für die Arten mit Spirallinien, Aegopsina für diejenigen ohne solche. Letztere Trennung ist eine rein künst- liche; will man scheiden, so muss man auf die eine Seite die sieilianischen und italienischen Arten stellen, auf die andere Seite die levantinisch-kaukasischen. Uebrigens ist auch die Abgränzung gegen Polita hier nicht ganz leicht, narnentlich für die Sippschaft der Hyalina aequata, die man mit gleichem Recht hüben wie drüben aufzählen kann. Tryon stellt anscheinend alle grösseren Hyalinen zu Aegopina, auch solche, die von ächten Polita nicht einmal artlich getrennt werden können. Aber auch Westerlund trennt z. B. fulgida und alleryi, die nach meinen Begriffen ganz eng zusammengehören. Die Untersuchung der Radula hat bis jetzt keine Aufklärung schaffen können; eine nur auf sie gestützte Ein- theilung würde nach Jhering’s Forschungen die heute gebräuchliche völlig über den Haufen werfen. Von einer Anerkennung als Gattung kann deshalb vorläufig bei Retinella keine Rede sein; ich lasse nur der Bequemlichkeit halber in der Ueberschrift die Beifügung des Gattungsnamens Hyalina weg.

1. Retinella olivetorum Hermann. Taf. 237. Fig. 5—7.

Testa late et perspectiviter umbilicata, depresso-globosa, tenuiter striatula, nitens; spira depresse con- vexa summo obtusulo; sutura impressa, Anfractus 5'/, celeriter crescentes, convexiusculi, ultimus magnus, ad aperturam dilatatus, basi vix pallidior, ad umbilicum impressus, antice non descendens. Apertura sub- obligua, ovato-rotundata, parum lunata; peristoma simplex, acutum, marginibus conniventibus, basali ad in- sertionem vix dilatato.

Diam. maj. ad 29, min. 25, alt. 17 mm.

Helix olivetorum Hermann apud Schröter Einleit. II p. 214, nee Moquin-Tandon. _ Pfeiffer Monogr. Heliceor. vivent. vol. II p. 73. Hyalina (Mesomphix) olivetorum Albers von Martens Heliceen p. 71. _ _ Iconographie vol. VI p. 15 No. 1568. (Aegopsina) Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 73. _ Mortillet Etude Zonites p.'3.

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Zonites mortilleti Peechioli Bull. Soc. mal, ital. 1868 p. 25 t.2 fig. 8-12 (jur.). 5 (= Z. gerfalchensis Pecch, ibid. p. 52). Hyalina olivetorum Tryon Manual II p. 188 t. 56 fig. 81-83.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, gedrückt kugelig, fein gestreift, glänzend, die Streifung an der Naht etwas stärker, eine Spiralskulptur nicht oder kaum sichtbar Gewinde flach konvex mit stumpfem Apex und eingedrückter Naht. Umgänge 51/,—6, gewölbt, rasch zunehmend, der letzte viel grösser, an der Mündung stärker verbreitert, nach dem Nabel hin etwas zusammengedrückt. Mündung wenig schief, quer rundeiförmig, wenig ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, einfach, die Ränder genähert, der Basal- rand am Ansatz kaum verbreitert; Färbung gelblich hornfarben, mit einem Stich ins Oliven- grüne, die Basis kaum heller.

Aufenthalt im nördlichen Apennin und am Südfuss der westlichen Alpen, doch dort nicht in die Thäler eindringend.

2. Retinella maurolici Benoit, Taf. 237. Fig. 12—14.

Testa late et perspectiviter umbilieata, subdepressa, superne subtilissime decussato-plicatula, subtus sublaevigata, leviter striatula, tenuis, parum nitida, obseure corneo-lutescens. Spira parum convexa, apice obtusulo, sutura impressa, interdum albosignata. Anfractus 4!/, convexiusculi, regulariter erescentes, ultimus magnus, ad aperturam valde dilatatus, haud descendens, subtus planatus. Apertura magna, transverse ovata,

parum obligqua, superne depressa; peristoma rectum, acutum, marginibus approximatis, basali superne trian- gulatim expanso.

Diam. maj. 29, min, 24, alt. 16 mm. Helix fuscosa var. dubia Benoit Illustr. Sieil. p. 150 t. 5 fig, 24c.d. Mauroliei Benoit Boll. Soc. Mal. ital. I p. 139. Hyalina Maurolici Kobelt Iconographie vol. VI p. 16 No. 1569. 70. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 70. Tryon Manual vol. II p. 189 t. 57 fig. 83-90.

Gehäuse weit und perspektivisch genabelt, ziemlich niedergedrückt, obenher stark rippenstreifig, durch feine Spirallinien gegittert, untenher glatter, nur fein gestreift, dünn- schalig, oben matt, unten glänzender, dunkel horngelb; Gewinde schwach gewölbt mit stumpfem Apex. Naht tief eingedrückt, weiss bezeichnet Reichlich 5 Umgänge, anfangs langsam, dann rascher zunehmend; der letzte an der Mündung stärker verbreitert, als bei R. olivetorum, an der Basis leicht abgeflacht, vorn nicht herabsteigend; Mündung gross» queroval, wenig schief, oben abgeflacht; Mundrand dünn, scharf, einfach, die Ränder ge- nähert, der Spindelrand an der Insertion verbreitert; der Nabel nimmt über ein Fünftel des Durchmessers ein.

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Aufenthalt in Sieilien und Calabrien. Von Hyalina fuscosa Zgl. unterschieden durch raschere Zunahme der Windungen, besonders breitere Mündung und weiteren Nabel, von Hyalina olivetorum, der sie im Umriss gleicht, durch die Spiralskulptur.

3, Retinella benoiti Villa. Taf. 237. Fig. 1. 2.

Testa mediocriter umbilicata, depressa, tenuis, striata, superne liris spiralibus subtilissimis decussata, subtus striatula, corneo-olivacea; spira fere plana; apice minuto, sutura impressa. Anfractus 6'/, leniter accrescentes, superi fere plani, sequentes convexiusculi, ultimus major, supra et infra planatus, extus rotun- datus, ad aperturam non descendens et supra medium anfractus penultimi affixus. Apertura subobliqua, magna, oblique rotundato-ovata, fortiter lunata; peristoma tenue simplex, acutum, marginibus conniventibus, basali haud dilatato. Umbilicus mediocris, vix pervius.

Diam. maj. 26, min. 22, alt. 13 mm; diam. unibil. 3,5 mm.

Hyalina benoiti Villa apud Kobelt Iconographie vol. VI p. 15 No. 1571, 1573. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 71 (mit var. globulina.) _ _ Tryon Manual vol. II p. 189 t. 57 fig. 98. 99.

Gehäuse mittelbreit und kaum durchgehend genabelt, niedergedrückt, dünnschalig, obenher fein gegittert, unten glätter und quer gestreift, wenig glänzend, hornfarben mit grünlichem Schimmer. Gewinde nahezu flach, mit: sehr kleinem Apex; Naht deutlich ein- gedrückt. Ueber sechs Umgänge, langsam zunehmend, die oberen flach, die späteren leicht gewölbt, der letzte verbreitert, oben und unten deutlich abgeflacht, langsam in den Nabel abfallend, aussen gerundet, an der Mündung nicht herabsteigend, vielmehr mit dem Aussenrand erheblich über der Mitte des vorletzten Umganges angeheftet. Mündung ziemlich schief, weit, rundeiförmig, mit dem grossen Durchmesser schräg nach unten ge- richtet, stark ausgeschnitten ; Mundrand dünn, scharf, einfach, die Ränder genähert, der Spindelrand an der Insertion nicht verbreitert.

Aufenthalt in Sizilien Von Hyal. mauroliei unterschieden durch einen Umgang mehr, viel engerem Nabel, höheren, an der Mündung nicht verbreiterten, viel höher oben angehefteten letzten Umgang. Die von mir abgebildete kleinere, höhere Form hat Wester- lund als var. globulina unterschieden.

4. Retinella calcarae Aradas et Maggiore. Taf. 237. Fig. 3. 4. Testa subanguste umbilicata, orbiculato-depressa, tenuissima, superne striis radiantibus et spiralibus

elegantissime decussata, sericea, inferne vix striatula, nitidissima, corneo-lutescens. Spira parum elata, summo obtusulo; sutura impressa. Anfractus 6 leniter erescentes, vix convexiuseunli, ultimus magnus, rotundatus,

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basi subplanatus, anticee non descendens. Umbilicus angustus, subeylindricus, haud pervius. Apertura parum obligua, magna, ovato-rotundata, fortiter unata; peristoma rectum, tenue, margine basali ad insertionem triangulatim dilatato. Diam. maj. 23,5, min. 20,5, alt. 13 mm. Helix Calcarae Aradas et Maggiore Catal. Sieil. p. 85. Hyalina Calcarae Kobelt Iconographie vol. VI p. 18 No. 1572. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binneneonch. I p. 71. _ _ Tryon Manual vol. II p. 190 t. 57 fig. 100. 1.

Gehäuse ziemlich eng genabelt, kreisförmig niedergedrückt, sehr dünnschalig, die Oberseite elegant gegittert, seidenglänzend, die Unterseite kaum gestreift, sehr glänzend, hornbraun. Gewinde wenig erhoben, der Apex stumpflich, die Naht eingedrückt. Sechs langsam zunehmende, kaum leicht gewölbte Windungen, die letzte gross, gerundet, an der Basis leicht abgeflacht. Der Nabel ist eylindrisch und geht nicht ganz durch. Mündung wenig. schief, gross, rundeiförmig, stark ausgeschnitten; Mundsaum gerade, dünn, der Basal- rand an der Insertion dreieckig verbreitert.

Aufenhalt auf Sizilien. Von allen Verwandten durch den engen, nicht durchgehen- den Nabel, die auffallend deutliche Gitterung und die sehr glänzende Unterseite unter- schieden.

5. Retinella iceterica Tiberi. Taf. 237. Fig. 10. 11.

Testa aperte et perspectiviter umbilicata, depresse conoidea, superne irregulariter fortiterque striata, ad suturam fere costulata, basi laevissima, solidiuscula, eorneo-lutescens, basi albida; spira depresse conoidea, apice obtusulo; sutura profunde impressa, suberenulata. Anfractus 5'/, leniter acerescentes, superi vix con- vexi, penultimus convexior, ultimus major, superne subdepressus, inferne planulatus, subito in umbilicum perspeetivum abiens. Apertura rotundato-ovata, superne depressa, parum lunata; peristoma simplex, rectum, acutum, intus tenuissime alboinerassatum, marginibus valde approximatis, bagali ad insertionem leviter dilatato.

Diam. maj. 23—26, min. 19—20, alt. 13 mm.

Hyalina ieterica Tiberi Ann. Soc. mal. belg. 1873 p. 5 t. 1 fig. 1. _ Kobelt lconogr. vol. VI sp. 19 No. 1575. _ Westerlund Jahrb. D. Mal. Ges. 1833 p. 56 (var. parthenopaea). Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 73. _ Tryon Manual Vol. II p. 189 t. 56 üg. 84. 85 (olivetorum var).

Gehäuse offen und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, mit kegelförmigem Ge- winde, die Oberseite stark und unregelmässig gestreift, nach der Naht hin förmlich gerippt, aber selbst unter einer guten Loupe ohne Spiralskulptur, die Basis ziemlich glatt. Gehäuse ziemlich festschalig, glänzend, horngelblich, die Basis heller, weisslich durch-

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schimmernd. Naht tief eingedrückt, fast erenulirt. Umgänge 5!/,, die oberen ziemlich flach, der vorletzte etwas stärker gewölbt, der letzte verbreitert, obenher schräg abfallend, unten abgeflacht und steilin den Nabel abfallend; eine besondere Verbreiterung ist an der Mündung nicht zu erkennen. Mündung gerundet eiförmig, obenher gedrückt, Mundsaum scharf, einfach, innen mit einer diffusen, dünnen, weissen Schmelzschichte belegt, welche sich namentlich an der Basis weiter ins Innere verbreitet und aussen durchschimmert. Mundränder genähert, Spindelrand an der Insertion verbreitert.

Aufenthalt im neapolitanischen Apennin, die Hyal. olivetorum im Süden vertretend.

6. Retinella fuscosa Ziegler. Taf. 237. Fig. 8. 9.

Testa anguste sed pervie umbilicata, depressa, tenuis, translucida, superne lutescenti-cornea, striis zudibus sat confertis lineisgue spiralibus subtilibus decussata, infra laevis, nitida, virescenti-albida, Spira depressa apice obtusulo. Anfractus 6—-6'/, convexiusculi, superi lente crescentes, ultimus dilatatus, penul- timi latitudinem triplo superans, aperturam versus subinflatus. Apertura ovato-rotundata, lunata; peristoma eimplex, acutum, intus late sed tenuissime albocallosum.

Diam. maj. 19, min. 17, alt. 11 mm.

Helix fuscosa Ziegler apud Rossmaessler Iconogr. vol. II sp. 523. _ _ Pfeiffer Monogr. Helic. viv. vol. III p. 101 (Hyal.) Nomenclator p. 72. _ _ Reeve Concholog. icon. t. 121 No 1078. Hyalina fuscosa Albers-von Martens Heliceen p. 71. _ —_ Kobelt Iconographie vol. VI p. 18 sp. 1575. = = Westerlund Fauna palaearct. Binnenconch. I p. 70. _ Tryon Manual vol. II p. 189 t. 57 fig. 86. 87.

Gehäuse eng aber durchgehend genabelt, niedergedrückt, dünnschalig, durchscheinend, obenher gelblich hornfarben, dicht und ziemlich grob gestreift und durch feine Spirallinien gegittert, unten glatt, glänzend, grünlich weiss. Gewinde niedergedrückt mit stumpflichem Apex; Naht seicht. Es sind mindestens sechs Umgänge vorhanden, leicht gewölbt, die oberen langsam zunehmend, der letzte stark verbreitert, dreimal so breit, wie der vor- letzte, nach der Mündung hin wie aufgeblasen. Mündung rundeiförmig, ausgeschnitten ; Mundsaum einfach, scharf, innen mit einem diffusen, dünnen, aussen durchscheinenden Callus belegt.

Aufenthalt um Palermo auf Sizilien.

901

7. Retinella incerta Draparnaud. Taf. 237. Fig. 15. 18.

Testa mediocriter sed aperte et pervie umbilicata, depresse conica, tenuis sed solidula, fere laevis, supra rufescenti-cornea, parum nitens, infra virescenti-albida, magis nitens; spira conica apice obtusulo. Anfractus 6!/, regulariter crescentes, convexiusculi, ultimus major sed haud dilatatus, rotundatus. Apertura rotundata, modice lunata, parum obliqua; peristoma acutum, tenue, rectum, margine columellari ad inser- tionem vix dilatato.

Diam, maj. 20, min. 17 -18, alt. 11 mm.

Helix incerta Draparnaud Hist. moll. 1805 p. 109 t. 13 fig. 8. 9, nec Fer. olivetorum Lamarck-Desh. vol. 8 p. 47. = Rossmässler Iconographie vol. II No. 522. Pfeiffer Monogr. Heliceor. vivent. I p. 88. _ Dupuy Moll. France p. 224 t. 10 fig. 2. Zonitess Moquin-Tandon Moll. Fr. II p. 73 t. 8 fig. 16—28. Hyalina incerta Martens Malacoz. Bl. IV 1857 p. 213. _ _ Kobelt Iconographie vol. VI p. 19 No. 1576. 77. —_ Westerlund Fauna pal. Binnenconch. I p. 74 (mit var. vafra). vasconica Bourguignat bei Servain Etude moll. Espagne. _ incerta Tryon Manual vol. II p. 191 t. 57 fig. 18. 19.

Gehäuse mittelweit aber offen und durchgehend genabelt, niedergedrückt kegelförmig, dünnschalig doch fest, fast glatt, obenher röthlich hornfarben bis rothbraun, unten grün- lichweiss bis braungrün, oben schwach glänzend, unten glänzender. Gewinde kegelförmig mit stumpflichem Apex. 6!/, regelmässig zunehmende leicht gewölbte Windungen, die letzte grösser aber nicht besonders verbreitert, gerundet. Mündung fast kreisrund, mässig ausgeschnitten, nur wenig schief, Mundsaum scharf, dünnschalig, gerade, der Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert.

Westerlund unterscheidet eine var. vafra, 26 mm breit und 16 mm hoch, mit stark verbreitertem letztem Umgang und konischem, abgesetztem, etwas excentrischem Gewinde. Ausserdem hat Bourguignat eine Hyal. vasconica unterschieden, mit engerem Nabel, oben und unten stärker glänzend, letzte Windung gerundet, die Mündung rein kreisrund.

Aufenthalt in den Pyrenäen und Nordspanien, die Rhone nach Osten hin nicht über- schreitend. ;

8. Retinella fulgida Parreyss. Taf. 238. Fig. 1. 2.

Testa umbilicata, depressa, striatula, nitens, solidiuseula, parum diaphana, superne fulvescens, subtus corneo-albida; spira parum conyexa, sutura impressa. Anfractus 6 subplanulati, regulariter leniterque

I. 12. 28./1V. 99. 165

902

erescentes, ultimus subdilatatus, depressus, peripheria rotundatus, antice haud descendens. Aperturs sat obliqua, lata, transverse lunato-rotundata; peristoma rectum, simplex, acutum, margine columellari superne leviter dilatato. Diam. maj. 19, min, 17, alt. 10 mm. Hyalina fulgida Parreyss apud Kobelt Iconographie vol. VI No. 1587. _ _ Westerlund Fauna palaearct. Binnenconch. I p. 63. _ _ Tryon Manual vol. II p. 190 t. 47 fig. 13. 14. Helix obscurata Benoit Illustr. Sicul. p. 159 t. 4 fig. 2, nec Porro.

Gehäuse mittelweit und durchgehend genabelt, niedergedrückt, ziemlich festschalig, glänzend, obenher deutlicher, untenher weniger deutlich gestreift, nicht ganz durchsichtig, obenher hornbraun, untenher heller. Gewinde wenig gewölbt, mitunter ganz flach, mit deutlich eingedrückter Naht. Die sechs Umgänge sind oben ziemlich fach und nehmen langsam und regelmässig zu; der letzte ist verbreitert, niedergedrückt, nach unten stärker gewölbt, als nach oben, gerundet, an der Mündung nicht herabsteigend.. Mündung gross, ziemlich schief, quereirund, ziemlich stark ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, ein- fach, der Spindelrand an der Insertion ganz leicht umgeschlagen.

Aufenthalt auf Sizilien.

9, Retinella alleryi Paulucci. Taf. 238. Fig. 3. 4.

Testa umbilicata, convexiuscula vel depressa, superne striis spiralibus distinete decussata, subtus fere laevis, tenuis, corneo-fulva, subtus albida. Anfractus 5-6 vix convexiusculi, regulariter erescentes; ultimus major, ad aperturam dilatatus, haud descendens, subtus subplanulatus, sensim in umbilicum mediocrem, pervium abiens. Spira depresse conica vel fere plana, sutura impressa. Apertura sat obliqua, transverse ovalis, valde lunata, depressa; peristoma simplex, acutum, tenue, marginibus conniventibus, columellari vix patente.

Diam. maj. 16—8, min. 14—15, alt. 8-9 mm.

Helix Balmei Pfeiffer Monogr. Helie. viv. I p. 91 (non III p. 85) nec Potiez et Michaud. Hyalina Balmei Kobelt Iconographie vol. 6 p. 23 No. 1588-90.

_ alleryi Paulucei Materiaux 1878 p. 25.

Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 71 (mit var. hemisphaerica).

Gehäuse genabelt, etwas gewölbt oder fast flach, nur fein gestreift, aber durch mindestens eben so deutliche Spirallinien sehr hübsch gegittert, unterseits fast glatt, dünn- schalig, bräunlich hornfarben, die Unterseite weisslich. 5—6 kaum leicht gewölbte, regel- mässig zunehmende Umgänge, der letzte grösser, an der Mündung erweitert, vorn nicht herabsteigend, unten leicht abgeflacht, sich allmählig in den mittelweiten, durchgehenden Nabel hinein wölbend. Gewinde gedrückt konisch oder fast flach, mit eingedrückter Naht.

903

Mündung ziemlich schief, quer eiförmig, stark ausgeschnitten, gedrückt; Mundsaum ein- fach, scharf, dünn, die Ränder zusammenneigend, der Spindelrand kaum verbreitert.

Aufenthalt um Palermo. Steht der R. fuscosa recht nahe, hat aber bei schwächerer Streifung stärkere Spiralskulptur, einen mehr erweiterten letzten Umgang und eine mehr quereiförmige, gedrückte Mündung.

10. Retinella carotii Paulucci, Taf. 238. Fig. 8. 9.

Testa peranguste umbilicata, depressa, laevigata, pellucida, corneo-rufescens, basi pallidior, superne

ad suturam striatula; spira vix elevata. Anfractus 6 convexiusculi, superi leniter acerescentes, sutura im- pressa griseo-marginata discreti, ultimus dilatatus, subtilissime striatulus, superne subdeclivis, basi subin- - Natus, circa umbilieum angustum excavatus. Apertura transverse ovata fortiter lunata, magna, intus labio tenuissimo, margaritaceo obducta; peristoma simplex, tenue, margine basali ad insertionem vix dilatato per-

parumque reflexo. Diam. maj. 20 —24,5, min. 17--20,5, alt. 11—15 mm. Hyalina Carotii Paulucci Fauna Calabria p. 52 t. 1 fig. 4. _ _ Kobelt Iconographie N. F. vol Ip. 7 No 17. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 74. —_ _ Tryon Manual II p. 189 t. 57 fig. 92—%.

Gehäuse sehr eng genabelt, fast nur durchbohrt, niedergedrückt, mit kaum erhobenem Gewinde, sehr glänzend, doch nicht eigentlich glatt, sondern mit breiten glatten Rippen- furchen skulptirt, welche in Folge des Glanzes nur an der Naht deutlicher erscheinen, aber faktisch bis zum Nabel durchlaufen. Die Färbung ist röthlich hornfarben, an der Basis heller. Sechs gut gewölbte, anfangs langsam zunehmende Windungen mit einge- drückter, grau gerandeter Naht, die letzte erheblich verbreitert, besonders nach der Mün- dung hin, oben von dem Nahtrande an etwas gedrückt und schräg abfallend, nach unten mehr aufgeblasen und um den Nabel herum ausgehöhlt; Mündung gross, quereiförmig, stark durch die Mündungswand ausgeschnitten, die grosse Achse etwas schräg nach unten gerichtet; innen liegt eine breite, perlmutterartige, doch sehr dünne Lippe. Mundsaum einfach, dünn, scharf, nur am Nabel etwas verbreitert und umgeschlagen.

Aufenthalt in Calabrien.

11. Retinella fragrans Paulucci. Taf. 238. Fig. 10 11.

Testa anguste umbilicata, depressa, planiuscula, subpellucida, fragilis, laevigata, glabra, ad suturam superne striatula, virescenti-cornea, subtus albescens, opaca. Anfractus 6, primi lente acerescentes, ultimus

165 *

904

dilatatus, non descendens, eirca umbilicum angustum leviter excavatus; spira plano depressa. Apertura perobliqua, ampla, ovata, intus margaritacea; peristoma simplex, tenue, acutum, margine infero profundo, extense arcuato, Paul. Diam. maj. 20, min. 17, alt. 9 mm. Hyalinia fragrans Paulucei Fauna Calabria p. 55 t. 1 fie. 5.

_ —_ Kobelt Iconographie N. F. vol. I p. 8 No, 18.

= = Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 14.

= Tryon Manual II p. 189 t. 57 fig. 95 - 97,

Soll sich von R. carotii unterscheiden durch flachere Gestalt, noch engeren Nabel, rascher zunehmenden letzten Umgang, abweichende Färbung und nicht ausgebreiteten Basalrand. Allem Anschein nach nur eine fachere Varietät dieser Art.

Aufenthalt in Calabrien.

12. Retinella elegans Böltger. Taf. 238. Fig. 5—7.

Testa peraffinis Hyal. duboisi Charp., sed paululum minor, angustius umbilicata, nitidissima, sub Iente supra solum lineis spiralibus obsoletissimis confertis decussata, Jutescenti‘, nec rufulo-sucinacia, spira conico- globosa, nec depressa; apex acutiusculus, submamillatus. Anfractus 6 convexiusculi, minus celeriter magis- que.regulariter accrescentes, sutura modice impressa discreti, rudius striatuli, ultimus subaltus, ad aperturam minus dilatatus parumque descendens, basi bene convexus. Apertura magis obligqua, minus lata, oblique lunato-ovata, margine supero parum arcuato, subdeclivi, columellari vix patente., Bttg.

Diam. maj. 24, min. 20,5, alt. 14 mm.

Hyalina (Mesomphix) elegans Böttger Jahrb. D. mal. Ges. VIII. 1881 p. 197 t. 8 fig. 12.

- (Aegopina) —_ Kobelt Iconographie N. F. vol. I p. 6 No. 15, (Retinella) Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 69.

_ (Aegopina) _ Tryon Manual vol. II p. 167 t. 58 fig. 32—34.

Gehäuse dem der westkaukasischen Hyalina duboisi sehr nahe verwandt, aber etwas kleiner, enger genabelt, sehr glänzend, unter der Loupe nur auf der Oberseite mit ganz feinen schwachen Spirallinien decussirt, mehr gelblich bernsteinfarben, das Gewinde weniger flach, eher kugelig kegelförmig. Der Apex ist spitz, fast zitzenförmig. Die sechs Um- gänge sind ziemlich gut gewölbt und nehmen langsamer und regelmässiger zu, als bei Hyal. duboisi; sie werden durch eine mittelstark eingedrückte Naht geschieden und sind rauher gestreift, als bei duboisi. Der letzte Umgang ist ziemlich hoch, vorn weniger ver- breitert, als bei duboisi, an der Mündung etwas herabsteigend, die Unterseite gut gewölbt. Die Mündung ist schräg eiförmig, schräger aber weniger quer verbreitert, als bei duboisi, der Aussenrand verläuft oben nicht erst eine Strecke weit horizontal, sondern wendet sich gleich schräg nach unten; der Spindelrand ist kaum verbreitert.

905

Aufenthalt um Lenkoran am Südrand des kaspischen Meeres. Vertritt die westkaukasische duboisi im Osten.

13. Retinella duboisi Charpentier. Taf. 238. Fig. 12-14.

Testa anguste sed pervie umbilicata, depressa, nitida, striatula, sub lente lineis spiralibus minutis confertis decussata, lutescenti-cornea, subtus albidula; spira vix elevata apice albido, obtusulo. Anfractus 5!], convexiusculi, sutura impressa separati, celeriter crescentes, ultimus valde dilatatus, ad aperturam non descendens, basi subplanatus. Apertura parum obliqua, lata, lunato-ovata; peristoma simplex, acutum, mar- gine columellari vix patente.

Diam. maj. 27, min. 22, alt. 13 mm.

Zonites Duboisi Charpentier Catalog No. 15.

_ Mousson Cog. Schläfli II in Zürich. Viertelj. 1863 p. 295. Helix Pfeiffer Monogr. Helic. viv. vol. V p. 162. Hyalina Kobelt Iconographie vol. VI p. 25 No. 1593.

_ Westerlund Fauns palaearkt. Binnenconch. I p. 68.

_ _ Tryon Manual vol. II p. 192 t. 58 fig. 29—31.

= approximans Parreyss apud Albers von Martens Heliceen p. 71.

Gehäuse ziemlich eng, doch durchgehend genabelt, niedergedrückt, glänzend, gestreift, unter der Loupe durch feine Spirallinien gegittert, gelblich hornfarben, unten weisslich. Gewinde kaum erhoben, -mit stumpfem, weisslichem Apex; 51/, Umgänge, ziemlich gewölbt, rasch zunehmend, der letzte sehr verbreitert, an der Mündung nicht herabsteigend, an der Basis leicht abgeflacht. Mündung wenig schief, weit gerundet, stark ausgeschnitten. Mundsaum gerade, scharf, einfach, der Oberrand gebogen, der fast in den Nabel einge- senkte Spindelrand kaum verbreitert.

Aufenthalt im westlichen Kaukasus.

14. Retinella mingrelica Mousson. Taf. 238. Fig. 15—18.

Testa aperte umbilicata, convexo-depressa, tenuis, fortiter striata, lineis raris decussata, vix nitidula, obssure fusco-cornea, subtus pallidior. Spira regularis, obtuso-depressa, summo planiuseulo, sutura vix pro- funda, interdum pallide marginata. Anfractus 6!/, convexiusculi, ultimus non descendens, subdilatatus, sub- tus vix planiusculus. Apertura vix obliqua, rotundato-lunaris; peristoma rectum, acutum; margine gupero subarcuato, columellari ad perforationem apertam vix protracto, non reflexo.

Diam. maj. 23, min. 20, alt. 8 mm.

Zonites mingrelicus Mousson Cog. Schläfli in Zürich. Viertelj. 1863 p. 294.

906

Helix mingrelica Pfeiffer Monogr. Helic. viv. V p. 140 (Mesomphix) Nomenclator p. 71. Hyalina mingrelica Kobelt Iconographie vol. VI p. 25 No, 1596. 97.

_ Westerlund Fauna palaearkt, Binnenconch. I p. 69.

_ _ Tryon Manual vol. II p. 192 t. 58 fig. 44—47.

_ pontica Böttger Jahrb. D. mal. Ges. 1831 p. 195 t. 3 fig. 13.

_ _ Tryon Manual vol. II p. 193 t. 58 fig. 438—50.

Gehäuse offen und durchgehend genabelt, ziemlich gedrückt, stark gestreift, hier und da mit einzelnen Spirallinien gegittert, wenig glänzend, dunkelhornfarben mit blasserer Unterseite; Gewinde regelmässig, flach konvex, mit stumpfem Apex und flacher, häufig weiss gerandeter Naht. 61/, Umgänge, ziemlich gewölbt, der letzte vornen nicht herab- steigend, etwas verbreitert, unten ganz wenig abgeflacht. Mündung wenig schräg, ziem- lich gerundet, ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, einfach, der Oberrand gebogen, der Spindelrand nicht umgeschlagen, nur ganz wenig über den Nabel vorgezogen. Eine Form mit flacherer Unterseite und mehr zusammengedrückten Umgängen hat Mousson als var. intermissa unterschieden.

Aufenthalt im westlichen Kaukasus.

15. Retinella filicum Krynicki, Taf. 239. Fig. 1—4. 8.

Testa umbilicata, depresse conieca, dense leviter striatula, nitidula, corneo-fusca, subtus lutescens; spira sat elevata, summo p!anulato, minuto, albido. Anfractus 6—7 arcte voluti, convexiusculi, ultimus ad aperturam dilatatus, basi planiusculus, antice non descendens; umbilieus apertus, angustus. Apertura parum obliqua, rotundato-lunaris; peristoma simplex, acutum, marginibus distantibus, columellari reflexiuseulo.

Diam. maj. 22, min. 19, alt. 15 mm.

Helix filicum Krynicki Bull. Moscou IX p. 201. _ _ Pfeiffer Monogr. Helic. viv. IV p. 74 (Mesomphix) Nomenclator p. 71. Zonites filicum Mousson Zürich. Vierteljahrsschr. 1863 p. 92. Hyalina Albers’ Malacozool. Bl. IV 1857 p. 92. _ _ Kobelt Iconographie vol. VI p. 25 No. 1594. 1595. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 72. _ Tryon Manual vol. II p. 192 t. 58 fig. 35—38.

Gehäuse ziemlich eng, aber offen und durchgehend genabelt, gedrückt kegelförmig, dicht und fein gestreift, glänzend, hell hornbraun, unten gelblich mit einem Stich ins Grünliche; Gewinde ziemlich gewölbt, mit kleinem, flachem, weisslichem Apex. 6-7 eng- gewundene, schwach gewölbte Umgänge, durch eine eingedrückte Naht geschieden, der letzte nur an der Mündung erweitert, unten abgeflacht, vornen nicht herabsteigend.. Mün- dung wenig schief, ziemlich gross, gerundet, oben ausgeschnitten, die grosse Achse ziem- lich schief nach unten gerichtet. Mundsaum gerade, einfach, scharf, die Randinsertionen

907

einander nicht genähert, der Oberrand etwas abgeflacht, der Spindelrand, welcher sich fast in den Nabel hinein inserirt, nur ganz leicht umgeschlagen. Aufenthalt im westlichen Kaukasus.

16. Retinella selecta Mousson. Taf. 239. Fig. 5-7.

Testa umbilicata, depressa, tenuis, leviter dense striata, nitida, albido-cornea; spira vix convexiuscula; sutura parum impressa. Anfractus 6 vix convexiusculi, sat celeriter crescentes, ultimus ad aperturam leviter dilatatus, compressiusculus, subtus planatus, non descendens. Umbilicus angustus, apertus, pervius. Aper-

tura parum obliqua, depresse ovata, lunata, peristoma rectum, tenue, acutum, marginibus haud conniventi- bus, basali strietiusculo, vix dilatato. Mousse.

Diam. maj. 21, min. 17, alt. 9 mm. Zonites lucidus var. selecta Mousson Zürich. Viertelj. 1863 p. 297. Hyalina selecta Mousson Journ. de Conchyl. XXIV 1876 p. 27. _ Kobeit Iconographie Vol. VI p. 26 No. 1599. _ —. Westerland Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 69. _ Tryon Manual vol. II p. 193 t. 59 fig. 60-62.

Gehäuse eng, aber offen und durchgehend, genabelt, niedergedrückt, dünnschalig, fein und dicht gestreift, glänzend, weisslich hornfarben (frische Exemplare wohl dunkler). Gewinde kaum gewölbt, die Naht nicht sehr tief eingedrückt. Sechs schwach gewölbte, ziemlich rasch zunehmende Windungen, die letzte nach der Mündung hin etwas erweitert, dort reichlich doppelt so breit, wie die vorletzte, etwas zusammengedrückt, auf der Unter- seite abgeflacht, vornen nicht herabsteigend, sich vielmehr erheblich erheblich über der Mittellinie ansetzend. Mündung wenig schräg, niedergedrückt quereiförmig, stark ausge- schnitten. Mundsaum dünn, gerade, scharf, die Ränder nicht genähert, der Basalrand ziem- lich strack, an seiner Insertion verbreitert.

Aufenthalt im westlichen Kaukasus.

17. Retinella reticulata Böttger. Taf. 239. Fig. 9-11.

Testa sat aperte pervieque umbilicata, spira magis alta et magis depresso-coniea quam in Hyal. fili- cum, solidiuscula, nullo modo nitens, supra corneo-castanea, infra viridescens. Anfractus 6?/,, sutura tenuiter albofilosa disjuncti, dense ruguloso-striati, striis saeper inter se confluentibus, supra infraque distincte ruditer spiraliter suleati, ultimus dupla latitudine penultimum superans. Apertura minor, rotundato-lunata. Bttg,

Diam. ınaj. 23, min. 20, alt. 12 mm.

908

Hyalina (Retinella) reticulata Böttger Jahrb. D. Mal. Ges. X 1883 p. 152 t. 5 fig. 4. _ _ Kobelt Iconographie N. F. vol. VI p. 106 No. 934. _ (Aegopina) _ Tryon Manual vol. II p. 193 t. 58 fig. 51—53.

Gehäuse ziemlich offen und durchgehend genabelt, etwas höher und mehr gedrückt kugelförmig, als R. filicum, ziemlich festschalig, durchaus glanzlos, oberseits dunkel horn- braun, unterseits grünlich. Es sind 6!/, Umgänge vorhanden, die durch eine mit einem feinen weissen Faden bezeichnete Naht geschieden werden; sie sind dicht runzelstreifig, die Streifen mitunter unter einander zusammenfliessend, und oben wie unten mit deut- lichen, rauhen Spiralfurchen skulptirt; der letzte ist doppelt so breit, wie der vorletzte. Die Mündung ist ziemlich klein, gerundet, ausgeschnitten.

Aufenthalt im Riongebiet in Transkaukasien.

Böttger hat diese durch ihre besonders deutliche Spiralskulptur ausgezeichnete Art anfangs für Hyal. mingrelica genommen und der ächten mingrelica den neuen Namen pontiea gegeben.

18. Retinella sucinacia Böttger. Taf. 239. Fig. 12— 14.

Testa peraffinis Hyal. suaneticae, sed major, distincte latius umbilicata, magis depressa, tenuissima, Iutescenti-sueinacia. Anfractus 6 aliquantulum lentius accrescentes, superne minus convexi, sutura minus impressa disjuncti, obsoletius striatuli, ultimus distinete magis depressus, pro latitudine minusaltus. Aper- tura latior quam altior, elliptico-Iunaris. Böttger.

Diam. maj. 20,5, min. 18, alt. 10,5 mm.

Hyatinia (Retinella) sucinacia Böttger Jahrb. D. malak. Gesellsch. X 1883 p. 150

t. 5 fig. 2. _ _ _ Kobelt Iconographie N. F. vol. IX No. 935. _ (Aegopina) Tryon Manual vol. II p. 193 t. 59 fig. 57—59.

Gehäuse dem der Hyal. suanetica sehr ähnlich, aber grösser, entschieden weiter ge- nabelt, gedrückter, sehr dünnschalig, gelblich bernsteinfarben. Die sechs Umgänge nehmen etwas langsamer zu, sind obenher weniger gewölbt, durch eine weniger eingedrückte Naht geschieden, undeutlicher gestreift, der letzte entschieden mehr gedrückt, im Verhältniss zur Breite weniger hoch. Die Mündung ist breiter wie hoch, ausgeschnitten elliptisch.

Aufenthalt im Nakerala-Gebirg im Caucasus. Abbildung und Beschreibung nach Böttger,

Steht der Hyal. suanetica sehr nahe; der Autor meint selbst, dass bei Arten zu unten- scheiden ohne Hilfe authentischer Exemplare allerdings nicht ganz leicht sei.

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19. Retinella koutaisiana Mousson. Taf. 239. Fig. 15. 16. 25. 24.

Tests umbilicata, depressa, striatula, praesertim ad suturam, nitida, Iutescente-cornea, subtus, prae- sertim versus aperturam albida; spira convexa, summo minuto, albido, sutura pallide filosa. Anfractus 61/,—7 vix convexiusculi, leviter crescentes, ultimus vix dilatatus, depressiusculus, ad aperturam haud descendens, subtus planiuscnlus. Apertura parum obliqua, late lunato-ovata, peristomate recto, acnto, marginibus vix conniventibus, basali ad insertionem vix super umbilicum angustum, pervium, apertum protracto.

Diam. maj. 18—20, min. 16-17, alt. 8-9 mm.

Zonites cypricus var. koutaisianus Mousson Zürich. Viertelj. 1863 p. 295. Hyalina koutaisiana Mousson ‚Journ. de Conch. XXI. 1873 p. 195.

Helix _ Pfeiffer Monogr. Helie. viv. VII p. 159 (Mesomphix) Nomenclator p: 68. Hyalina _ Kobelt Iconographie Vol. VI p. 26 No. 1598.

= Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 72. —_ Böttger Jahrb. D. mal. Ges. 1883 p. 151 t. 5 fig. 5 (var. transitans

vid. fig. 15. 16). == = Tryon Manual vol. II p. 192 t. 58 fig. 39-43.

Gehäuse eng aber offen und durchgehend genabelt, niedergedrückt, gestreift, nament- lich an der Naht, glänzend, horngelb, die Basis an der Mündung weisslich durchscheinend; Gewinde schwach gewölbt mit kleinem, weisslichem Apex; die Naht mit einem hellen Faden bezeichnet. Fast sieben langsam zunehmende, schwach gewölbte Umgänge, der letzte kaum erweitert, etwas zusammengedrückt, unten etwas abgeflacht, an der Mündung nieht herabsteigend. Mündung nur wenig schräg, queroval, stark ausgeschnitten; Mund- saum gerade, scharf, die Ränder kaum genähert, der Spindelrand nur ganz wenig über den Nabel vorgezogen.

Aufenthalt im westlichen Kaukasus.

20. Retinella suanetica Böltger. Taf. 239. Fig. 17—19.

Testa modica, peranguste umbilicata, conico-depressa, tenuis, nitidissima, rufulo-sucinacia, basi tota albescens; spira depresse conica, apice acutiuseulo.. Anfractus 5?/, convexiusculi, regulariter accrescentes, obsolete striatuli, ad suturam modice impressam, pallide marginatam distinctius curvato-plicatuli, tota testa sub lente lineolis spiralibus distinctis confertis decussata, ultimus subdilatatus, penultimum duplo superans, pro latitudine altus. Apertura subtransversa, parum latior quam altior, fere eireulari-lunaris. Bttg.

Diam. maj. 19,5, min. 17,5, alt 11 mm, I. 12. 28.|1V. 99. 166

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Hyalina (Retinella) suanetica Böttger Jahrb. D mal, Ges. X 1883 p. 148 t. 5 fig. 3. _ _ _ Kobelt Iconographie N. F. vol. V sp. 933. _ _ _ Tryon Manual vol. II p. 193 t. 58 fig. 54—56.

Gehäuse mittelgross, sehr eng genabelt, gedrückt kegelförmig, dünnschalig, sehr glänzend, röthlich bernsteinfarben, die Basis weisslich; Gewinde gedrückt konisch, etwas höher und mehr kegelförmig, als bei R. elegans, mit ziemlich spitzem Apex. 51/, leicht gewölbte, regelmässig zunehmende Windungen, undeutlich gestreift, durch feine Spiral- linien überall decussiert, an der Naht mit kurzen gebogenen Fältchen; letzte Windung etwas verbreitert, doppelt so breit als die vorletzte, im Verhältniss zur Breite hoch. Mündung etwas breiter als hoch, ausgeschnitten, beinahe kreisförmig.

Aufenthalt im Kaukasus, an der oberen Zebelda und in Suanetien; Abbildung und Beschreibung nach Böttger.

„Kommt neben Hyalina duboisi Charp. und H. elegans Bttg. zu stehen, unterscheidet sich aber von beiden durch die engere Nabelbildung und den weniger erweiterten letzten Umgang, von H. duboisi überdies durch höher kegelförmiges Gewinde und von H. elegans durch die sehr deutliche Spiralskulptur.“

21. Retinella difficilis Böltger. Taf. 239. Fig. 20-22. Taf. 240. Fig. 18.

Testa magna sat anguste umbilieata, umbilico !/, lestae latitudinis aequans, conico-depressa, sat tenuis, nitidissima, obseure corneo-rufa, basi tota: favo-viridescens; spira sat elata exacte conica; apex pro genere acutus. Anfractus 5'/, convexiusculi, celeriter acerescentes, obsolete striatuli ad suturam parum im- pressam, pallide marginatam distinetius dense curvato-plicatuli, superne sub lente lineolis spiralibus confertis, subgranulatis elegantissime decussata, ultimus superne magis planatus quam interne, infra medium rotun- datus, ad aperturam perparum ampliatus, penultimum seseuplo superans, pro latitudine sat altus. Apertura major, subtransversa, distincte latior quam altior, subeirculari-ovalis, ad anfractum penultimum exeisa, intus late albo-sublabiata. Bttg.

Diam. maj. 26, min. 22, alt. 14,5 mm.

Hyalina (Retinella) diffieilis Böttger Nachr. Bl. 1838 p. 150. —_ (Mesomphix) Westerlund Fauna palaearkt. Binnenc. Suppl. I p. 10. 117, _ (Retinella) Kokeit Iconographie N. F. vol. VII No. 1224, —_ —_ _ Retowski Ber. Senckenb. Gesellsch. 1889 p. 233 (var. diserepans Taf. 240 Fig. 1-3).

Gehäuse gross, ziemlich eng genabelt, der Nabel !/, des Durchmessers ausmachend, niedergedrückt kegelförmig, ziemlich dünnschalig, sehr glänzend, dunkel rothbraun, die ganze Unterseite grüngelb; Gewinde ziemlich hoch, regelmässig konisch, mit relativ spitzem Apex. Umgänge 5t/,, leicht gewölbt, rasch zunehmend, undeutlich gestreift, die Streifen

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unter der Naht deutlicher, dichte bogige Fältehen bildend, obenher unter einer guten Loupe durch ganz feine, schwach gekörnelte Spirallinien sehr fein decussiert, der letzte oben flacher, unter der Mitte gerundet, an der Mündung nur sehr wenig erweitert, andert- halbmal so breit wie der vorletzte, im Verhältniss zur Breite ziemlich hoch. Naht einge- drückt, blass berandet. Mündung gross, quer verbreitert, ausgesprochen breiter als hoch, rundeiförmig, ausgeschnitten, innen mit einer schwachen, diffusen weissen Schmelzschicht. Die var. diserepans Ret. ist etwas weiter genabelt, obenher etwas dunkler und diese Färbung gegen das Weiss der Unterseite schärfer abgesetzt, die Umgänge nehmen etwas langsamer zu, so dass bei gleicher Grösse ein halber Umgang mehr vorhanden ist, die Spiralskulptur ist weniger deutlich.

Aufenthalt im westlichen Kaukasus, die Varietät bei Batum.

Unterscheidet sich von der Ret. elegans Bttg. des Talysch durch dunklere Färbung, kegelförmigeres Gewinde, weiteren Nabel und besonders durch die deutlichere Spiral- skulptur, von Ret. suanetica Bttg. durch die viel rascher zunehmenden Windungen.

22, Retinella secernenda Retowski. Taf. 240. Fig. 4-8.

Testa subanguste sed profunde et pervie umbilicata, depresse conico-orbieularis, nitida, rufo-cornea, basi lutescenti-cornea, solida, ruditer et irregulariter striatula, striis infra suturam costiformibus, striis spiralibus nullis. Spira convexo-conica apice minuto. Anfractus 6—-6!/,, regulariter crescentes, sutura im- pressa distinete albomarginata discereti, ultimus major, utrinque convexus, antice supra leviter planatus. Apertura lanato-orbicularis, obliqua, labro ad insertionem vix dilatato.

Diam. maj. 22,5, min. 20, alt. 14 mm.

Hyalina filicum Mousson Cog. Schaeffli II 1863 p. 419, nec Kryn. n— secernenda Retowski Ber. Senckenb. 1839/90 p. 238. _- - Kobelt Iconographie N. F. vol. V sp. 930. 931.

Diese Form vertritt am Westende des Kaukasus die Ret. filicum des Talyschge- bietes. Die Unterschiede sind nicht erheblich: etwas höheres Gewinde, engerer Nabel, gewölbterer letzter Umgang, mehr kreisförmige Mündung. Aber da im ganzen eigent- lichen Kaukasus keine näher verwandte Form vorkommt, mag es bei der Abtrennung bleiben. ;

Aufenthalt bei Samsum und Trapezunt an der kleinasiatischen Nordküste.

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23. Retinella persica Böltger. Taf. 210. Fig. 9-11.

Testa umbilicata, umbilico °/,, latitudinis testae aequante, spira depresse convexa, anfractibus 51/, celerius quam in H. filicum accrescentibus, ad suturam validius crenato-striatis, ultimo magis dilatato, superne planato. Apertura regulariter transverse ovalis, latior quam altior, marginibus magis approximatis, supero subhorizontali, non declivi, columellari parum reflexo. Bttg.

Hyalina (Retinella) persica Böttger Zool. Jahrb. IV p. 939 t. 27 (nec 26) fig. 8. - Kobelt Iconographie N. F. vol, IX No. 1589.

Gehäuse dem der Ret. filicum sehr ähnlich, aber immer kleiner, etwas weiter ge- nabelt, flacher, die Windungen weniger zahlreich und rascher zunehmend, die letzte Win- dung mehr verbreitert, obenher flacher, die Mündung breiter, regelmässig quereiförmig, breiter als hoch, die Ränder mehr genähert, der Oberrand fast horizontal, nicht abfallend, der Spindelrand wenig zurückgeschlagen.

Aufenthalt bei Siaret in der persischen Provinz Chorassan; Abbildung und Beschrei- bung nach Böttger. Nur ein Exemplar gefunden.

24. Retinella simoni Böliger. Taf. 240. Fig. 12—14.

Testa anguste sed aperte et pervie umbilicata, depressa, tenuis, nitida, albido-cornea, irregulariter confertimque striata. Spira vix prominula, depresse conica, apice obtuso. Anfractus 6 fere plani, sat celeriter erescentes, ultiımus ad aperturam vix dilatatus, penultimo fere duplolatior, basi planiusculus, circa umbilieum depressus. Apertura sat obliqua, late elliptica, lunata, multo latior quam altior; peristoma reetum, acutum, tenue, margine basali oblique ascendente, ad insertionem vix dilatato.

Diam. maj. 19,5, alt. 10 mm.

Hyalina simoni Böttger Ber. Offenbach. Verein 1883 p 165 t. 1 fig. 1. Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 73. Tryon Manual vol. II p. 195 t. 59 fig. 63—69.

Gehäuse eng aber offen und durchgehend genabelt, niedergedrückt, dünnschalig, weisslich hornfarben, dicht und unregelmässig gestreift. Gewinde kaum erhoben, abge- rundet konisch, mit flachem Apex. Sechs fast lache, ziemlich rasch zunehmende Umgänge, der letzte an der Mündung nicht besonders verbreitert, aber doppelt so breit als der vor- letzte, an der Basis abgeflacht, am Nabel eingedrückt. Mündung ziemlich schief, breit elliptisch, viel breiter als hoch, stark ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, dünn, der Basalrand schief ansteigend, an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt bei Baalbeck in.Cölesyrien; Abbildung und Beschreibung nach Böttger.

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25. Retinella libanica Naegele ei Westerlund. Taf. 240. Fig. 15—17.

Testa aperte et infundibuliforme umbilicata, (umbilieo mediocri, ad introitum parum dilatato), depressa, subirregulariter striatula, striis ad suturam arcuatis, profundioribus, nitida, lutescenti-cornea, supra medium rufescenti tinceta, in speciminibus detritis albida vel coeruleo-albida. Spira depresse convexa vertice subtili, plano. Anfractus 6-6?/, vix convexiusculi, superi lente, inferi vix celerius crescentes, ultimus parum dilatatus, supra subdepressus, basi convexior, sat celeriter in umbilicum abiens. Apertura obliqua, oblique oblonga, valde lunata; peristoma simplex, acutum, intus tenuissime callosum, margine supero producto, medio arcuatim prominulo, columellari oblique ascendente, parum arcuato, leviter incrassato.

Diam. maj. 21, min. 18, alt. 10, diam. apert. 10 mm.

Hyalina (Mesomphix) libanica Naegele et Westerlund Fauna europ. Binnenconch. Suppl. I p. 118. _ (Retinella) —_ Kobelt Iconographie N. F. vol. IX No. 1582.

Gehäuse offen und trichterförmig genabelt, doch der Nabel für die Gattung nicht sehr weit (nur 3 mm im Durchmesser) und besonders am Eingang nicht erweitert, nieder- gedrückt, ziemlich unregelmässig gestreift, die Streifung an der Naht, besonders auf dem letzten Umgang stärker, etwas bogig, ohne Spiralskulptur, meine Exemplare auf beiden Seiten hell gelblich hornfarben, während Westerlund sie über der Mitte röthlich, sonst bläulich weiss nennt. Gewinde ganz flach gewölbt, der feine Apex flach. Reichlich sechs kaum ganz leicht gewölbte Umgänge, die oberen langsam, die unteren etwas rascher zu- nehmend, der letzte nicht auffallend erweitert, obenher etwas schräg abfallend, leicht zu- sammengedrückt, unten ein wenig stärker gewölbt, steil in den Nabel abfallend. Mündung scharf, lang eirund, der grosse Durchmesser schief nach unten gerichtet, stark ausge- schnitten; Mundsaum scharf, einfach, durch ganz feine Schwielenablagerung im Inneren glänzend; Oberrand weit vorgezogen, in der Mitte bogig vorspringend, der Spindelrand schief ansteigend, nur mässig gebogen, etwas verdickt, an der Insertion nicht verbreitert.

Aufenthalt um Beirut im Libanon.

26. Retinella (Helicophana) aegopinoides Malizan, Taf. 240. Fig. 18—20.

Testa aperte et pervie umbilicata, depresse trochiformis, solida, irregulariter striatula, sub lente for- tiore lineis impressis spiralibus subtilissime granulata, luteo-fuscescens vel viridula, carina albida; spira depressa, plerumgue subirregulariter contorta, apice subtili, planiusculo. Anfractus 5, primi 2 laeves, planius- euli, sequentes vix convexiusculi, carina distineta plerumque prominente suturam sequente muniti, ante eam leviter impressi, penultimus convexior, carina sensim evanescente, ultimus obtuse angulatus, aperturam versus

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rotundatus, distinete et profunde descendens, demum in adultis omnino solutus. Apertura perobligua, ovato- rotundata, in adultis minime lunata, peristomate continuo, crasso, subduplici, marginibus callo crasso soluto junctis; in junioribus transverse ovata, Iunata, peristomate acuto, intus tenue et remote albolabiato, marginibus conniventibus, callo tenui porcellaneo junctis, columellari ad insertionem dilatato. Diam. maj. 22,5, min. 19, alt. 12-13,5 mm. Helix (Levantina) aegopinoides Maltzan Nachrichtbl. D. malac. Ges. XV. 1883 p. 102. Hyalina aegopinoides Hesse Jahrb. D. malac. Ges. XI. 1884 p. 227. _ aegopsinoides (Helicophana) Westerlund Fauna I p. 75. _ = (Cretozonites) Kobelt Iconogr. N. F. vol. 4 sp. 667. 668.

Gehäuse offen und durchgehend, fast perspektivisch genabelt, niedergedrückt kreisel- förmig, unregelmässig fein und dicht gestreift, unter einer stärkeren Loupe bei günstiger Beleuchtung auch feine Spirallinien zeigend und dadurch gekörnelt erscheinend, gelblich braun oder grünlich mit mehr oder minder deutlich weiss bezeichnetem Kiel; Gewinde flach kegelförmig, meist etwas unregelmässig aufgewunden, mit feinem, glattem, nicht vor- springendem Apex. Fünf gleichmässig und langsam zunehmende Windungen, die beiden ersten glatt, ohne Kiel, die folgenden kaum gewölbt, von einem scharf ausgeprägten, der Naht folgenden, meist über sie vorspringenden Kiel umzogen, hinter demselben leicht ein- gedrückt. In der Mitte der vorletzten Windung beginnt der Kiel zu einer stumpfen Kante zu werden und verschwindet nach der Mündung hin ganz, während gleichzeitig die Wölbung zunimmt; die letzte Windung wird schliesslich fast stielrund, ist kaum zusammengedrückt, steigt langsam aber tief herab und tritt schliesslich vollständig los. Mündung sehr schief, rundeiförmig, bei ausgewachsenen Exemplaren nicht ausgeschnitten; Mundsaum dick, fast doppelt, die Ränder durch einen gelösten Callus auf der Mundwand zusammenhängend. Bei jungen Exemplaren ist die Mündung nicht herabgebogen, weit rundeiförmig, deutlich ausgeschnitten, der Mundsaum einfach, dänn, scharf, innen weit zurück mit einer breiten, aber dünnen weissen Lippe belegt, die Ränder zusammenneigend und durch einen dünnen, weissen Callus verbunden.

Aufenthalt am Cap Sidero auf Kreta.

Eine dem Gehäuse nach eben so gut zu Levantina zu stellende Form, heute noch völlig isolirt stehend; die Untersuchung des Thieres durch Hesse hat einen glatten Kiefer und Zungenzähne wie bei Retinella filicum Kryn. ergeben. Ich hatte deshalb die eigene Untergattung Cretozonites für sie vorgeschlagen. Westerlund hatte sie indess schon früher mit einigen kantigen nordafrikanischen Frutieicolen und dem verdächtigen Zonites catoleius Bourg. zusammen?in eine Untergattung Helicophana gestellt und hält diese nach Ausscheidung der anderen Arten für R. aegopinoides oder, wie er schreibt, aegopsinoides aufrecht.

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27. Retinella cretensis Blanc. Taf. 240. Fig. 21-23.

Testa aperte et perspectiviter umbilicata, depresso-convexa, solidula, opaca, supra rufescente-cornea, lineis densissimis spiralibus et transversis distincte granulata, subtus lutescente-viridula, sub lente fortiore minutissime granulata vel, epidermide detrita, albida, laevis. Anfractus 6!/, regulariter acerescentes, con- vexiusculi, sutura levi interdum subirregulari discreti; ultimus major, peripheria rotundatus, infra subplanu- latus, antice superne declivis, sensim descendens. Apertura perobliqua, ovato-lunata, intus margaritacea; peristoma simplex, acutum, rectum, margine supero medio protracto, basali ad insertionem vix patente.

Diam. maj. 22— 23,5, min. 19,5 -20, alt. 12- 12,5 mm.

Zonites eretensis Blanc in Blanc et Westerlund Apergu Faune Grece p. 21 t. 1 fig. 8. Hyalina —_ Kobelt Iconographie N. F. vol. I p. 8 No. 19. _ superflua Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 70.

Westerlund hat diese Art später als identisch mit der von ihm falsch gedeuteten Hyal. superflua Rossm. eingezogen, die Pfeiffer bereits in der ersten Abtheilung t. 121 fig. 10—12 abgebildet hat. Ich gebe hier eine Kopie meiner Abbildung in der Ikonographie zur Ver- gleichung mit den Verwandten.

28. Retinella cypria Pfeiffer, Taf. 240. Fig. 24. (Taf. 83. Fig. 1-3). Taf. 41. Fig. 1-3.

Testa subanguste sed pervie umbilicata, depressa, solidiuscula, superne costulato-striata, sericina, basi laevior, nitens, diaphana, superne fulva, basi pallidior. Spira vix elevata, apice minuto, obtusissimo, sutura impressa. Anfractus 6!J, vix convexiuseuli, lente accrescentes, ultimus major, antice non descendens, basi subplanulatus, circa umbilicum mediocrem sed pervium impressus. Apertura subobliqua, transverse ovalis, lunata; peristoma acutum, simplex, intus callo margaritaceo diffuso praecipue ad basin munitum, marginibus conniventibus, basali ad insertionem vix patente.

Diam. maj. 19, min. 16,5, alt. 9 mm.

Helix cypria Pfeiffer Zeitschr. f. Malac. 1847 p. 12 Mart. Ch. t. 83 fig. 1. 3. Monogr. Helic. viv. I p. 99 (Hyal.) Nomenel. p. 68. Hyalina cypria Albers-von Martens Heliceen p. 69. _ Kobelt Catalog p. 5. Iconographie vol. VI p. 20 No. 1579. N. F. vol. V p- 105 No. 932 (var. borealis). _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 73. _ Tryon Manual vol. II p. 189 t. 59 fig. 66. 67. _ Martens Moll. Oertzen p. 189 t. 10 fig. 2 (var. major).

Gehäuse ziemlich eng aber durchgehend genabelt, sehr niedergedrückt, festschalig, obenher rippenstreifig, namentlich an der Naht, seidenglänzend, untenher glatter, glänzend,

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schwach durchscheinend, obenher hell hornbraun, untenher heller, in der Mitte der Basis weisslich durchschimmernd. Gewinde kaum erhoben, mit ganz stumpfem, kleinem Apex und eingedrückter Naht. Reichlich 6 Umgänge leicht gewölbt, langsam zunehmend, der letzte etwas verbreitert, die Basis abgeflacht, um den Nabel eingedrückt. Mündung ziem- lich schief, queroval, stark ausgeschnitten; Mundsaum einfach, scharf, innen mit einer diffusen Perlmutterschicht belegt, welche namentlich an der Basis stärker ist und nach aussen bläulich durchschimmert; Mundränder genähert, der Spindelrand an seiner Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt von Cypern und Kreta durch ganz Kleinasien bis zur Nordküste und nach Constantinopel. Die nordischen Exemplare sind etwas grösser und höher, auch ist der letzte Umgang mehr verbreitert; ich habe sie als var. borealis abgetrennt.

Martens hat eine grössere Form von Samos und den Nachbarinseln Nikaria und Kalymnos als var. major unterschieden; sie hat bis 24 mm Durchmesser. Ich bilde sie Taf. 241 Fig. 1-3 ab.

29. Retinella samia Martens. Taf. 241. Fig. 4-6.

Testa angustissime perforata, depressa, leviter striatula et valde nitida, tenuis, diaphana flavescens, subtus pallidior; spira subplana. Anfractus 5?/,, ad suturam subimpressam fortius striatuli et leviter appressi, regulariter crescentes, ultimus rotundatus, basi paulum convexior, antice non descendens. Apertura parum obligua, oblique Iunata, marginibus distantibus, columellari ad insertionem vix dilatato, callo parietali nullo. Mrts.

Diam. maj. 23, min. 18, alt. 9 mm. {

Hyalina nitidissima (Mouss.) var. Samia Martens Moll. Oertzen in Archiv für Naturg. 1889 I. p. 189 t. 10 fig. 2. _ samia Kobelt Iconographie N. F. vol. VII p. 48 sp. 1223,

Gehäuse eng durchbohrt, niedergedrückt, sehr glänzend, fein gestreift, durchsichtig, gelblich, auf der Unterseite heller. Gewinde kaum erhoben mit ganz feinem Apex. 51/, Umgänge, durch eine leicht eingedrückte, fein berandete Naht geschieden, an der- selben etwas stärker gestreift und leicht angedrückt; sie nehmen regelmässig, später rascher zu, der letzte ist verbreitert, gerundet, unten etwas stärker gewölbt, als oben, vornen nicht herabsteigend.. Mündung nur wenig schief, quer oval, stark ausgeschnitten; Mundsaum dünn, scharf, die Ränder nicht verbunden, entfernt inserirt, der Spindelrand an der Insertion kaum verbreitert.

Aufenthalt auf Chios, Samos und Nikaria in Höhlen. Gehört zur engeren Sippschaft der Hyal. nitidissima.

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30. Retinella (Omphalosagda) tetuanensis Kobelt. Taf. 241. Fig. 79.

Testa mediocriter sed pervie umbilicata, depresse_trochiformis, solidula, cornea, vix nitens, superne irregulariter costatostriata, inferne laevior. Anfractus 5!/, regulariter crescentes, sutura impressa discreti, ultimus dilatatus, antice breviter descendens, supra aperturam versus planatus, infra convexior, laevior, nitens, Apertura transverse ovata, parum lunata, subobliqua, peristomate acuto, marginibus conniventibus, interdum callo tenuissimo junctis, supero protracto, basali ad insertionem leviter dilatato.

Diam. maj. 17, min. 15, alt. 13 mm.

Hyalina (Aegopina) tetuanensis Kobelt Nachr. Bl. XIII. 1881 p. 134. Iconographie N. FE. vol. I p. 9 Nr. 20. _ _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 74.

_ tetuanensis Pallary Journal de Conchyl. XLVI 1893 p. 60 t.5 fig. 1. _ ignari Bourguignat in Pechaud Exceursions Malacol. p. 19. _ Pallary Journ. de Conchyl. XLVI. 1898 p. 59. Hyalina tetuanensis Tryon Manual vol) II p. 196 t. 59 fig. 84—S6.

Gehäuse mittelweit aber durchgehend genabelt, gedrückt kreiselförmig, ziemlich festschalig, heller oder dunkler hornfarben, fast glanzlos, obenher mit rauhen, unregel- mässigen Rippen skulptirt, untenher glätter und glänzender, doch kaum heller gefärbt. Es sind über fünf Umgänge vorhanden, welche regelmässig zunehmen und durch eine stark eingedrückte Naht geschieden werden. Der letzte ist stark erweitert, obenher be- sonders nach vorn hin abgeflacht und abfallend, nicht herabsteigend, unten stärker ge- wölbt, glätter, glänzend. Mündung quer eirund, nur wenig ausgeschnitten, ziemlich schräg, mit scharfem einfarbigem Mundsaum und zusammenneigenden Rändern, welche mitunter durch einen sehr dünnen Callus verbunden werden. Oberrand vorgezogen, Basalrand an der Insertion nur wenig verbreitert.

Ich habe 1. c. eine kegelförmige Varietät mit abgeflachten Windungen und fast kantigem letztem Umgang abgebildet, aber nicht benannt, weil ich sie nur für eine individuelle Abnormität halten kann, welche sich einzeln unter dem Typus findet. Bourguignat hat auf meine Figur eine eigene Art begründet und sie Hyalina ignari ge- nannnt. Westerlund hat diese angebliche Art bereits wieder eingezogen und var.trochoidea Kob. benannt. Böttger hebt mit Recht die auffallende Aehnlichkeit dieser isolirt stehen- den Art mit den fossilen Hyalina (Omphalosagda) aus dem Miocän von Hochheim hervor; sie erscheint geradezu als ein Relikt dieses sonst ausgestorbenen Formenkreises, das sich im äussersten Westen Nordafrikas gehalten hat.

I 12. 2.|IX.. 99. 167

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31. Retinella? scrobiculata Gredler. Taf. 241. Fig. 10. 11.

Testa depresso-orbieulata, mediocriter umbilicata, tenuis, transversim densissime ac profunde striata, simul et lineis spiralibus, infra peripheriam evanescentibus decussata et granulata, superne lutea, sericina, subtus virescenti-lutea, nitidula, Anfractus 5 parum convexi, sutura albescente haud marginata sejuncti profunda, ultimus late acerescens, subteres. Apertura lunato-oblonga, peristoma acutum, rectum, intus einereo callosum. Gril.

Diam. 20, alt. 3-9, diam. apert. 8 mm.

Zonites serobiculatus Gredler Jahrb. D. Mal Gesellsch. XII. 1885 p. 220 1—6 fig, 2. id. XIV. 1837 p. 344 (var hupeina).

Gehäuse fast hyalinenartig, gedrückt, dünnschalig, mit konvexem Gewinde, mässig weit genabelt, oberseits tief gestreift und durch dichte Spirallinien netzartig gekörnelt, mattglänzend, schmutzig bräunlich, ohne Wachstumsansätze, unterhalb heller, grünlich hornbraun, gewölbter, unter der Peripherie fast ohne Spiralstreifung, die erst um den Nabel wieder deutlicher auftritt. Fünf konvexe Umgänge, durch eine eingezogene, nicht berandete, weissliche Naht geschieden, der letzte breit, au der Mündung ebenso breit, wie die Entfernung von der Insertion zum Wirbel. Mündung breiter als hoch, schief oblong, vom vorletzten Umgang wenig ausgeschnitten; Mundsaum scharf, gerade, innen mit einem dünnen, grauen Beleg.

Aufenthalt im Distrikte von Hen-kiu-fu in Hunan, China.

Gredler hat diese Form als Zonites beschrieben; sie passt dorthin kaum, auch nicht zu Retinella, wo mir keine Art mit im Nabel wieder stärkerer Spiralskulptur bekannt ist. Wahrscheinlich wird sie trotz der starken Skulptur eine Naninide sein; auch Gredler scheint 1887 dieser Ansicht nicht abgeneigt. Die Var. aus Hupe ist srösser, flacher, weiter genabelt, die Umgänge niedriger, flacher, der letzte stumpfkantig; vielleicht eigene Art.

32. Retinella natolica Albers. Taf. 241. Fig. 12-14.

Testa umbilicata, depressa, tenuiuscula, levissime striatula, sub lente lineis spiralibus subtilissimis undatim decussata, ad suturam crispata, fusco-cornea, nitida; spira paululum elevata. Anfractus 7 convexius- euli, lente acerescentes, ultimus antice vix dilatatus, non descendens; umbilicus angustus, apertus, profundus, Apertura obliqua, ovato lunaris; peristoma rectum, acutum, marginibus subconniventibus, basali strietiuseulo declivi. Alb.

Diam. maj. 20, min. 17, alt. 8 mm.

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Hyalina natolica Albers Malacozool Bl. IV. 1857 p. 90 t. 1 fig. 4-6 (nec Bielz).

_ Albers von Martens Heliceen p. 69. Helix _ Pfeiffer Monogr. Helie. viv. IV p. 74 (Mesomphix) Nomenclator p. 71. Hyalina _ Kobelt Iconographie vol, VI. p. 27 Nr. 1600,

_ _ Westerlund Fauna palaearct. Binnenconch. IT p. 68.

_ _ Tryon Manual vol. II p. 194 t. 59 fig. 883 —90.

Gehäuse ziemlich eng aber offen und tief genabelt, gedrückt, dünnschalig, sehr fein gestreift, unter der Lupe durch feine Spirallinien gegitter, an der Naht gerunzelt, glänzend, hornbraun. Gewinde wenig erhoben. Sieben ziemlich gewölbte langsam zu- nehmende Umgänge, der letzte nur vornen und nur wenig verbreitert, an der Mündung nieht herabsteigend.. Mündung schief, ziemlich eiförmig, ausgeschnitten; Mundsaum ge- rade, scharf, mit etwas genäherten Rändern, der Basalrand gestreckt, schräg.

Aufenthalt bei Scutari gegenüber Constantinopel, wahrscheinlich in den Küsten- ländern des Marmora-Meeres verbreitet.

353. Retinella malinowskii Zelebor, Taf. 241. Fig. 15. 16.

Testa mediocriter umbilicata, convexo-depressa, tenuiuscula, sub lente subundulato striatula, nitida, fulva; spira parum elata vertice minuto. Anfractus 6 convexiusculi, sublente accrescentes, ultimus non descendens subdepressus, basi pallidiorr. Apertura parum obliqua, lunato ovalis, intus leviter margaritacez; peristoma simplex, rectum, marginibus convergentibus, columellari ad insertionem dilatato, non reflexo. L. Pfr.

Diam. maj. 20,5, min, 17,5, alt. 9 mm.

Hyalina Malinowskii Zelebor apud Pfeiffer Malacoz. Bl. XII 1865 p. 101. Novitates II p. 272 t. 67 fig. 11—13. Monogr. Heliceor vivent. V p. 140, (Hyal.) Nomenclator p. 71. = = Kobelt Catalog p. 6. Iconographie vol. VI p. 20 No. 1578. = Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 71. = - Tryon Manual vol. II p. 194 t. 59 fig. 68 69.

Gehäuse mittelweit aber durchgehend genabelt, flach convex, dünnschalig, unter der Lupe mit feinen, etwas gebogenen, entferntstehenden Radialstreifen bedeckt, glänzend, gelblich hornfarben, untenher blasser. Gewinde nur wenig erhoben, mit feinem Apex, die Naht eingedrückt, leicht weiss bezeichnet, die Umgänge an ihrem Rande leicht gerunzelt. 6 ziemlich gewölbte, enggewundene Umgänge, der letzte an der Mündung nicht herab- steigend, nur wenig verbreitert, obenher gedrückt, unten abgeflacht. Mündung nur wenig schief, eiförmig, stark ausgeschnitten, innen mit einem dünnen, diffusen Callus belegt; Mundsaum einfach, scharf, gerade, die Ränder genähert, der Spindelrand an der Insertion leicht verbreitert.

Aufenthalt in der Dobrudscha. 167*

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34, Retinella oscari Kimakowicz. Taf. 241. Fig. 17—21.

„Testa anguste sed pervie umbilicata, tenuis, distinete irregulariter striata, sculptura spirali vix conspicua, spira colore pallide corneo, infra magis subviridis, alba; spira parum edita. Anfractus 6—6'/, initio lente, deinde celeriter crescentes, ultimus valde dilatatus, ad aperturam non descendens. Apertura oblique ovata, lunata; peristoma rectum, acutum, marginibus propioribus“. Kim,

Diam. maj. 21, alt. 8,5 mm.

Hyalina natolica Bielz Fauna Siebenb. p. 42, nec Albers. _ Oscari Kimakowiez Beitrag Moll. Siebenbürgen p. 9 (in Verh. Siebenb. Verein XXXIII 1883). —_ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 68. _ Kobelt Ieonographie N. F. vol. IX p. 1609 1610.

Gehäuse eng, aber offen und durchgehend genabelt, dünnschalig, durchscheinend, glänzend, oben licht hornfarben, unten fast weiss mit einem Stich ins Grüne, unregel- mässig aber deutlich schief gestreift, mit ganz schwacher, sehr dichter Spiralskulptur, weiche nur in der Nähe der Naht etwas deutlicher, sonst nur angedeutet ist. Die 6—61/, ziemlich flachen Umgänge nehmen anfangs langsam, dann rasch an Breite zu; der letzte ist reichlich doppelt so breit, als der vorletzte, an der Mündung nicht herabsteigend. Mündung schief, rundlich, eiförmig, ausgeschnitten; Mundsaum gerade, scharf, die Ränder genähert, aber nicht verbunden.

Aufenthalt im Persänyer Höhenzug im Südosten von Siebenbürgen.

Die von Bielz mit natolica Alb. vereinigte grosse siebenbürgener Hyalina unterscheidet sich von ihr durch das flachere Gewinde, die im Verhältniss zur Breite höhere Mündung und die kaum angedeutete Spiralskulptur. Die nächste Verwandte ist nach Böttger die kaukasische Retinella sucinacia Bttg. Es kommen zwei gut verschiedene Varietäten vor, die typische und eine flachere mit mehr aufgeblasener letzter Windung, welche Kimakowiez als var. tumida bezeichnet.

35. Hyalina aequata Mousson, Taf. 241. Fig. 22—25.

Testa umbilicata, valde depressa, subtiliter et confertim striatula, in anfractu ultimo irregulariter ruditerque striata, lineis subtilissimis spiralibus sub vitro fortiore distinete granulata, pallide lutescens diaphana. Anfractus 4!/,—5, primi sat lente, dein rapidius crescentes,- ultimus dilatatus quam penultimus fere triplo latior, basi quam supra convexior, antice haud deflexus; sutura leviter impressa, haud marginata.

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Apertura magna, transverse lunato-ovata, intus alba; peristoma simplex, acutum, margine columellari subarcuato, vix reflexo, non protracto. Diam. 15—22, min. 11—19, alt. 5—10 ınm. Zonites aequatus Mousson Zürich Jahrschr. 1854 p. 362. [Cog. Bellardi p. 16.55. 1 fig. 1, Helix aequata Pfeiffer Monogr. Heliceor IV p. 75. _ _ Roth Spicileg. p. 7. Hyalina Albers von Martens Heliceen p. 68. _. _ Kobelt Iconographie VI p. 21 sp. 1581—83. _ Westerlund Fauna palaearct. Binnenconch. I p. 65.

Gehäuse mittelweit bis offen und perspektivisch genabelt, sehr niedergedrückt, auf den oberen Umgängen nur ganz fein und dicht, aber auf dem letzten manchmal grob und unregelmässig gestreift, durch feine Spirallinien unter einer guten Lupe fein, doch deut- lich gekörnelt, wenig glänzend, durchscheinend, blass gelblich hornfarben. 41,5 Um- gänge, erst langsam, 'dann rascher zunehmend, der letzte sehr stark verbreitert, fast dreimal so breit, wie der vorletzte, unten stärker gewölbt als oben, vorn nicht herabge- bogen. Mündung weit, schräg, fast diagonal, queroval mit dem grossen Durchmesser schräg nach unten; Mundrand scharf, einfach, der Spindelrand gebogen und an seiner Insertion kaum zurückgeschlagen.

Aufenthalt auf den Inseln und Küstenländern des Archipels bis nach Constantinopel nördlich.

36. Hyalina nitelina Bourguignat. Taf. 236a. Fig. 12. 13.

Testa aperte umbilicata, depressa, supra fere complanata, subtus convexior, tenuis, fragilis, subpellueida, nitida, supra lineis inerementi spiralibusque distincte decussata, subtus laevigata, supra virescenti-vitrea, subtus sublactescens; spira vix elata, apice sat magno, sutura mediocri. Anfractus 4!/, celeriter crescentes, superne angulati, supra angulum convexiusculi, infra subglobosi, ultimus dilatatus, ad peripheriam angulatus, inferne rotundatus, antice non descendens. Apertura magna obliqua, compresso-ovata, lunata; peristoma tenue, rectum, acutum. n

Diam. maj. 13—15, min. 11--13, alt. 4,5—5,5 mm.

Helix nitelina Bourguignat Testacea novissima 1852 p. 16 (Zonites) Cat. Saulcy p. 8 t. 1 fig. 13. 14. Pfeiffer Monogr. Helic. vivent IV p. 109 (Hyalina) Nomenclator p. 69. _ Mousson Cog. Roth p. 6. Hyalina nitelina Kobelt Iconographie VI Nr. 1613. 14. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 65.

Gehäuse offen und fast perspektivisch genabelt, niedergedrückt, oben fast flach, unten stärker, bei jüngeren Exemplaren sehr stark gewölbt, dünnschalig, zerbrechlich, fast

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durchsichtig, glänzend, die Oberseite durch die Anwachsstreifen und feine Spirallinien sehr deutlich gegittert, die Unterseite fast glatt; die Oberseite ist grünlich, die Unterseite weisslich. Das Gewinde ist fast flach, mit ziemlich grossem Nucleus, die Naht mittel- mässig. 41/, rasch zunehmende Umgänge, kantig, über der Kante leicht gewölbt , unter ihr förmlich aufgeblasen, der letzte ist verbreitert, doppelt so breit als der vorletzte, mit einer stumpfen, hochstehenden Kante, über derselben fast flach, unterhalb gewölbt, doch schwächer als die früheren Umgänge; er steigt vornen nicht herab, ist aber oben weit vorgezogen. Mündung gross, ziemlich schief, gedrückt eiförmig, stark ausgeschnitten; Mundrand gerade, scharf, einfach.

Aufenthalt in Syrien und Palästina, Steht zwischen aequata und jebusitica in der Mitte.

37. Hyalina jebusitica Roth, Taf. 2362. Fig. 14—16.

Testa late umbilicata, depressa, nitida, lineis spiralibus minutissimis et striis incrementi superne decussata, olivaceo-vitrina, diaphana, subtus pallescens. Anfractus 4!/, celeriter accrescentes, snbplani, ultimus ad finem peripheriae aliquantulum deflexus; sutura levis, filosa. Apertura sat magna, oblique lunato ovalis; peristoma simplex, acutum, margine columellari subarcuato, non reflexo nec protracto. Roth.

Diam. maj. 15,5, min. 13, alt. 6,5 mm; lat. apert. 7 mm.

Helix jebusitica Roth Spieilegium p. 8 t. 1 fig. 3—5. _ _ Pfeiffer Monogr. Helic. viv. IV p. 75. Zonites jebusiticus Mousson Cog. Roth p. 5. Hyalina jebusitica Albers von Martens Heliceen p. 68. _ _ Kobelt Iconographie VII No. 1615. Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 66.

Gehäuse weit genabelt, niedergedrückt, glänzend, obenher durch die Anwachsstreifen und feine Spirallinien sehr fein gegittert, glashell mit-grünlichem Schein, fast durchsichtig, die Unterseite heller. Nur 4!/), Umgänge, welche rasch zunehmen und obenher kaum gewölbt sind; der letzte ist nicht kantig und steigt vornen etwas herab. Das Gewinde ist wenig erhoben, die Naht schwach eingedrückt, aber fadenrandig; Mündung schräg, ziemlich gross, oval, ausgeschnitten; Mundsaum einfach, scharf, der Spindelrand etwas gebogen.

Aufenthalt um Jerusalem.

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37a. Zonites cytherae Martens. Taf. 2362. Fig. 9-11.

Testa sat late umbilicata, convexo-depressa, solida, supra inaequaliter striata, subtiliter granulata, Havescenti-fulva, infra leviter retieulata, albida, nitida. Anfractus 5!/, plani, superiores acute carinati, sulcis spiralibus nonnullis notati, ultimus obtuse subangulatus, infra magis convexus, ad aperturam non descendens. Apertura parum obliqua, depresse lunata; peristoma rectum, intus incrassatum, marginibus distantibus, columellari vix dilatato. Mrts.

Diam. maj. (spec. max.) 49,5, min. 39, alt. 25 mm; spec. depieti diam, ınaj. 45, min. 40, alt. 22 mm.

Zonites eytherae Martens Sitzungsber. Gesellsch. naturf. Fr. Berlin 1891 p. 148. _ Kobelt Iconographie N. F. vol. IX sp. 1620.

Gehäuse zu den grössten der Gattung gehörend, festschalig und schwer, ziemlich weit und durchgehend genabelt, gedrückt konvex, obenher unregelmässig gestreift, durch feine, aber mit dem blosen Auge ganz gut sichtbare Spirallinien fein gekörnelt, die oberen Windungen gesättigt braungelb, die späteren heller, die Unterseite weiss, glänzend, nur unter der Kante mit einigen Spirallinien. Gewinde flach. 5t/,;, Windungen, die embryo- nalen beiden flach, scharf gekielt, sehr hübsch und regelmässig gekörnelt, die folgenden mit einigen stärkeren Spiralfurchen, anfangs flach, dann etwas gewölbt und gleichzeitig die Streifung stärker werdend, auf den unteren diese überwiegend, die Körnelung nur mit der Lupe sichtbar; die letzte Windung setzt sich einigermassen gegen die oberen ab, ist obenher ganz leicht geschultert, in der Mitte stumpfkantig, die Kante nach der Mündung hin verschwindend; die untere Hälfte ist stärker konvex, als die obere und wölbt sich allmählig in den Nabel hinein, der alle Windungen bis zum Apex zeigt. Die Mündung ist kaum schief, gedrückt eiförmig, ausgeschnitten. Mundsaum gerade, für einen Zonites auffallend verdickt, mit einer dieken, porzellanglänzenden, breiten Lippe, dahinter bräun- lich; die Randinsertionen sind getrennt, durch einen ganz dünnen Callus verbunden, der Oberrand ist nur wenig gewölbt; er bildet mit: dem gerundeten, an der Insertion kaum verbreiterten Basalrand eine deutliche Ecke.

Aufenthalt auf Cerigo, von Forsyth Major entdeckt.

Herr Geheimrath von Martens hatte die Güte mir das abgebildete Stück des Berliner Museums leihweise anzuvertrauen; es ist mit 45 mm Durchmesser etwas kleiner als der eigentliche Typus, aber sehr gut erhalten und offenbar lebend gesammelt. Auf den ersten Blick macht es den Eindruck eines kantigen Zonites algirus, und im allgemeinen stimmt auch die Mikroskulptur mit dieser Art am besten überein, so dass wir sie wohl als eine selbständig gewordene Lokalform dieser Art aufzufassen haben. Der Autor möchte sie allerdings lieber mit Zonites kobelti Bttg. in Beziehung bringen, was geographisch viel

. besser passen würde, da ja Cerigo in geologischer Beziehung als ein Theil des Taygetos betrachtet werden muss. Aber Textur und Mikroskulptur wollen doch zu dieser meist

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dünnschaligen und viel schärfer gekörnelten Art nicht passen und auch die Färbung stimmt viel besser zu algirus. Wir hätten somit einen weiteren isolirten Fundort für diesen Formenkreis, der aber eine Verbindung nach den kleinasiatischen Arten, speziell nach caricus hinüber, andeutet.

Genus Leucochroa Beck.

Testa globosa, globoso-conoidea vel lenticularis, solida, erassa, calcarea, cretaceo-alba, supra laevius- cula vel rugoso-granosa, apice laevi, nitido. Anfractus 5—5!/, lente et regulariter crescentes, superi semper carinati, ultimus antice desceendens Apertura obliqua, lunata; peristoma intus incrassatum.

1837 Leucochroa Beck Index p. 16. Albers-von Martens Heliceen p. 79. Kobelt Nachrichtsblatt der D. Mal. Ges. 1875 p. 37. Catalog ed II p. 13. Iconographie N. F. vol. III p. 20. Westerlund Fauna pal. Binnenconchylien I 1886 p. 82. Pfeiffer Nomenclator p. 78. Pilsbry Manual vol. IX p. 232.

Calcarina subg. Zonitidis, Moquin-Tandon Actes Acad. Toulouse IV. 1848; Hist. nat. Moll. France vol. II p. 69, nec d’Orb.

Die Gattung Leucochroa ist jetzt allgemein anerkannt, aber ihre richtige Stellung im System ist immer noch zweifelhaft. Das Thier hat eine dreitheilige Fusssohle und einen glatten Kiefer, aber die Zungenzähne von Helix. Der Genitalapparat gleicht dem von Helix, aber der Pfeilsack ist nicht vorhanden; die Stellung des Fühler-Retraktors deutet auf Verwandtschaft mit Xerophila; ebenso Verbreitung und Lebensweise.

Die Leuceochroen bewohnen mit Vorliebe die kahlen, felsigen oder steinigen Flächen der Mittelmeerländer. Ihre Verbreitung ist etwas eigenthümlich. Sie hat zwei Zentren, das eine Nordafrika mit Andalusien, aber mit Ausschluss von Marocceo, das nur südlich vom Atlas eine Art besitzt, umfassend, das andere Palästina und Syrien. Kleinasien und die Balkanhalbinsel haben keine Art, von den griechischen Inseln nur Cerigotto, wo aber L. candidissima offenbar eingeschleppt ist. Die europäischen Küstenländer des tyrrhenischen Meeres haben nur Leucochroa candidissima, dieht an der Küste und nur an günstigen Stellen; erst an der spanischen Südküste kommen baetica und hispanica hinzu und greift die oranensische cariosula herüber. An der Adria findet sich candidissima nur bei Man- fredonia im Schutze des Mte. Gargano.

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1. Leucochroa baetica Rossmässler. Taf. 242. Fig. 1-4.

Testa exumbilicata, globosa, solida, albo-einerea; anfractibus lentissime acerescentibus, earinatis, supra carioso-rugulosis, penultimo desuper inspecto ultimum latitudine aequante, ultimi carina sensim evanescente; apertura late lunata, extus subangulata; peristomate vix patulo, sublabiato. Rossm.

Alt. 21, diam. max. 27, min. 25 mm.

Helix baetica Rossmässler Iconographie vol. III p. 16 Nr. 812. 813. Pfeiffer Monogr. Heliceor. viv. IV p. 162 (Leuc.) Nomenclator p. 78. Leucochroa baetica Albers-von Martens Heliceen p. 79. _ _ Kobelt Catalog id. II p. 14. _ 2 Westerlund Fauns palaearkt. Binnenconch. I p. 84.

Gehäuse entnabelt, mehr oder weniger kugelig, sehr fest, weisslich aschgrau, meist mit hell rothbräunlichen verwaschenen Wolkenflecken auf der oberen Seite; die oberen Umgänge scharf gekielt, der Kiel auf dem letzten Umgang zur Kante werdend und nach der Mündung hin häufig ganz verschwindend; oberhalb der Kante sind die Umgänge kariös feinrunzelig, namentlich an der auf dem Kiele verlaufenden Naht, die dadurch ge- faltet erscheint. Die 51/, Umgänge nehmen sehr langsam zu, der vorletzte ist von oben gesehen eben so breit, wie der letzte. Mündung sehr schief, breit mondförmig, nach aussen meist mit einer Ecke. Mundsaum kaum etwas erweitert, etwas verdickt, nicht selten mit einem dünnen aber ziemlich breiten bräunlichen lippenartigen Wulst belegt; Spindelrand als ein fast vollständiger Halbkreis sich bei der Kielecke mit dem weniger gekrümmten Aussenrand verbindend, als feiner scharfer Saum zurückgebogen und als breite Lamelle das Nabelloch vollkommen schliessend.

Aufenthalt um Almeria in Südspanien, in der Espartosteppe.

Unterscheidet sich von L. candidissima hauptsächlich durch die langsame Zunahme der Windungen und die leichte Runzelskulptur der Oberseite, besonders aber nach den Unter- suchungen von Ad. Schmidt durch Abweichungen im Bau des Genitalapparates. Meiner Ansicht nach ist sie auf die südspanische Espartosteppe beschränkt. Die algerische Form, die Bourguignat dazu rechnet, ist schwerlich etwas anderes, als candidissima, die var. alexandrina Fagot gehört sicher nicht dazu.

2. Leucochroa candidissima Draparnaud. Taf. 242. Fig. 5-12.

Testa exumbilicata, globosa, fere laevis, cretaceo-alba, plerumque parum nitida. Anfractus 5-6, sat celeriter erescentes, superi plani, carinati, penultimus vix angulatus, ultimus carina plerumque evanescente,

1. 12. 4.[IX. 99. 168

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quam penultimus multo major. Apertura lunato-rotundata, interdum extus subangulata; peristoma vix patulum, marginibus distantibus, haud junctis, columellari anguste reflexo, valde arcuato, externo et basali tenuiter labiatis. Diam. 15—35 mm. Helix candidissima Draparnaud Tableau p. 75. Histoire p. 89 t. 5 fig. 19. _ _ Pfeiffer Monogr. Heliceor. vivent. I p. 282. Mart. Chemn. t. 7 fig. 5. 6. (Leuc.) Nomenclator p. 78. _ Rossmässler Iconographie sp. 367. 560. 814. Leucochroa caudidissima Albers-von Martens Helic. p. 79. _ _ Bourguignat Malacol. Algerie t. 5 fig. 1—A. _ _ Kobelt in Rossmässler Iconographie N. F. III fig. 404—424. _ _ Westerlund Fauna pal. Binnenconch. T p. 83.

Pfeiffer hat die am ganzen vorderen Mittelmeer häufige Leucochroa schon in der ersten Abtheilung abgehandelt; ich bilde hier der Vollständigkeit wegen noch einige interessante Formen ab.

Fig. 5 (Icon. N. F. 414) ist die merkwürdige Form, die ich gar nicht selten bei Tarragona in Spanien fand; sie stimmt mit dem Typus, den ich unter Fig. 6 abbilde und der mit ihr zusammen vorkommt, in der Gestalt völlig überein, ist aber nicht weiss, son- dern ausgesprochen braungelb überlaufen und mit pfeilförmigen Flecken gezeichnet, die be- sonders unter der Naht deutlich sind und hier manchmal zu förmlichen Binden zusammen- fliessen.

Fig. 7 und 8 stellen die kleine Form dar, welche an den beiden Seiten der Meerenge von Karthago herrscht und von der algerischen nicht unbedeutend abweicht. Monterosato hat sie in neuerer Zeit als eigene Art abtrennen wollen.

Fig. 9—12 gehören zu der grossen algeriner Form, welche namentlich in der Provinz Oran herrscht und von dem südfranzösischen Typus verschieden genug ist, um zur Ab- trennung als Art einzuladen, wenn eben nicht die Zwischenformen wären. Namentlich die Fig. 11 und 12 abgebildeten Formen (Icon. 404 und 405) haben Debeaux und Fagot als Leucochroa conoidea abtrennen wollen. Den denkbar schärfsten Gegensatz bildet Fig. 10 (lcon. 406), von mir in einem einzelnen Exemplare unter tausenden des Typus bei Mostaganem gesammelt, scharf gekielt und bei 29 mm im grossen Durchmesser nur 15 mm hoch. Fig. 9 ist die prachtvolle, grosse, Form mit gerundeten Umgängen, die namentlich an der Batterie espagnole bei Oran vorkommt.

3. Leucochroa sardoa Maltzan. Taf. 242. Fig. 13. 14.

Ich gebe hier der Vollständigkeit halber die Kopie der Figuren der Ikonographie,

927

muss aber noch einmal betonen, dass die sardinische Leucochroa sich testaceologisch von der sizilianischen candidissima, die ja Monterosato neuerdings auch zur Art erheben möchte, und von der norditalienischen nicht trennen lässt, dass ihre Artgültigkeit also ganz ausschliesslich auf den anatomischen Differenzen beruht, welche Wiegmann nachgewiesen hat. Im Uebrigen verweise ich auf die ausführlichen Auseinandersetzungen im dritten Bande der Neuen Folge der Ikonographie p. 36.

4. Leucochroa hierochuntina Boissier. Taf. 242. Fig. 15. 16.

Differt a Leucochroa candidissima anfractibus superis distinete granulosis, sutura inter anfractus superos crenata, anfractu ultimo minore. h Diam. 19-22 mm. Helix candidissima var. hierochuntina Boissier in Mousson Cogq. Roth p. 24. Leucochroa candidissima var. hierochuntina Westerlund Fauna palaearkt, Binnen- conch. I p. 84.

Die in Palästina bis nach Damaskus herrschende Leucochroa gleicht zwar im allge- meinen ganz der Leucochroa candidissima der westlichen Mittelmeerländer, unterscheidet sich aber konstant durch die feine aber deutliche Granulirung der oberen (nicht der em- bryonalen) Umgänge, die ausgesprochene Crenulirung der Naht zwischen denselben und die langsamere Zunahme der Windungen. Dieser letztere Charakter erinnert sehr an Leucochroa baetica, die aber eine andere Skulptur der Oberseite und stets eine auf dem Beginn des letzten Umganges noch deutlich sichtbare Kielkante hat. Sie lässt sich min- destens eben so gut als Art halten, wie sehr viele neuerdings unterschiedene Lokalformen; die anatomische Untersuchung steht meines Wissens noch aus.

Westerlund hat l. e. eine Leucochroa baetica var. alexandrina Fagot mss. beschrieben mit folgender Begründung: „klein, konisch-kugelig, mit zitzenförmig vor- stehendem Apex, die ersten Umgänge langsam zunehmend, der vorletzte viel breiter als der drittletzte, von oben gesehen fast breiter als der letzte, schön gerundete; Mündung halbeirund, mit fast dacher Wand. Br. 14-15 mm.“ Ueber die Skulptur wird nichts ge- sagt. Fagot scheint seine Form wesentlich der Windungszunahme wegen zu baetica zu rechnen; mir scheint es eine kleine Form der hierochuniina, was jedenfalls viel leichter geographisch zu erklären ist. -

5. Leucochroa hispanica Westerlund. Taf. 242. Fig. 17. 18.

Testa depresse globuloidea, obtecte umbilicata vel omnino exumbilicata, solida, eretacea, griseo-alba

168 *

928

nitore destituta, plus minusve rugose striata, apice laevi nitido, submamillato. Anfractus 5, superi vix con- vexiusculi, sutura cerenulata discreti, regulariter leniterque crescentes, ultimus vix dilatatus, ad peripheriam angulatus, angulo saepe aperturam versus evanescente, subtus quoque convexus, circa umbilicum planatus et rectangulatim in eum abiens, antice arcuatim deflexus. Apertura parva, semiovata, extus subangulata, peri- stomate leviter incrassato, marginibus callo tenui junctis, supero valde producto, externo vix reflexiusculo, basali super umbilicum plus minusve dilatato. Diam. maj. 18, min. 16, alt. 14 mm, Leucochroa cariosula Rossmässler Iconogr. vol. III p. 17, nec Michaud.

hispanica Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 87.

Kobelt Iconographie N. F. vol. 3 sp. 448. 449.

_ _ Pilsbry Manual vol. VIII p. 56 t. 21 fig. 1—3.

Gehäuse gedrückt kugelig, überdeckt genabelt oder völlig entnabelt, festschalig, kreidig, glanzlos, grauweiss, mehr oder minder rauh runzelstreifig, mit glattem, glänzendem, etwas zitzenförmig vorspringendem Apex. Fünf Windungen, die oberen kaum leicht ge- wölbt, durch eine crenulirte Naht geschieden, langsam und regelmässig zunehmend, die letzte kaum erweitert, kantig, die Kante nach der Mündung hin meist verschwindend, auch unten gewölbt, um den Nabel abgeflacht, rechtwinklig in ihn abfallend, vorn im Bogen herabsteigend.. Mündung klein, halbeiförmig, nach aussen leicht eckig. Mundsaum etwas verdickt, die Ränder durch einen dünnen Callus verbunden, Oberrand stark vorgezogen, äusserer kaum leicht umgeschlagen, Basalrand über den Nabel mehr oder weniger ver- breitert.

Aufenthalt um Malaga und Almeria in Südspanien.

6. Leucochroa fimbriata Bourguignat. Taf. 242. Fig. 19. 20.

Testa imperforata, globosa, solida, eretacea, candidissima. Anfractus 5 planiuseuli, anguste fimbriato- carinati, primus laevis, sequentes leviter granulati, ultimus striatulus, rotundatus, ad aperturam valde deflexus, carina versus aperturam evanescente. Apertura parva, contracta, subrotundata; peristoma sub- patulum, intus subincrassatum, marginibus haud conjunctis, columellari strietiusculo, dilatato, perforationem obtegente.

Diam. 14—16, alt. 7 mm.

Helix fimbriata Bourguignat Testacea noviss. p. 11. (Zon.) Journal de Conchyl. 1853 p. 69 t. 3 fig. 9. Cat. Saulcy p. 10 t. 1 fig. 17-19. _ Pfeiffer Monogr. Helic. viv. vol. IV p. 109, Mousson Cog. Roth p. 21. Leucochroa fimbriata Albers-von Martens Helic. p. 79. _ Kobelt Catalog ed. II p. 25. Iconographie vol. V No. 1288. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 85 (mit var. myops West., illicita Mouss. und varicosula West.).

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Gehäuse undurchbohrt, kugelig, festschalig, kreidig, glänzend weiss. Fünf fast flache Umgänge, die beiden embryonalen glatt, die folgenden fein granulirt, der letzte wieder glatt und nur gestreift; sie haben einen gezähnelten Kiel, welcher nach der Mündung hin verschwindet; der letzte Umgang ist gerundet, an der Mündung rasch nach unten gebogen. Die Mündung ist klein, etwas verengt, leicht gerundet, der Mundsaum innen verdickt, etwas ausgebreitet, die Nabelgegend verdeckend; die Mundränder sind nicht durch Callus verbunden.

Aufenthalt am Todten Meer. Unterscheidet sich von allen Formen der candidissima durch die Skulptur der mittleren Umgänge und den gezähnelten Kiel.

7. Leucochroa spiranomala Bourguignat. Taf. 243. Fise. 1. 2.

Testa depresse trochoidea, obtecte vel subaperte umbilicata, vel omnino exumbilicata, acute earinata, solida, cretacea, nitidula, unicolor alba, irregulariter striatula, spira depresse conoidea, apice peculiariter et subirregulariter exserto. Anfractus 6, apicales convexiusculi, laeves, sequentes plani, carina suturam im- pressam laevissime erenulatam sequente muniti, penultimus et ultimus superne convexiuseuli, ultimus carina acuta compressa levissime crenulata cinctus, ad aperturam tantum dilatatus, basi convexus, circa umbilicum vel umbilici locum gibboso-inflatus, antice breviter descendens vel subdeflexus. Apertura perobliqua ovato- angulata, mediocriter lunata, peristomate subincrassato, marginibus vix conniventibus, supero protracto, externo reflexiusculo, basali arcuato, ad insertionem vix dilatato, sed interdum lamellam tenuem super umbilicum emittente eumque profunde oceludente,

Diam. maj. 27, min. 23, alt. 16 mm.

Leucochroa spiranomala Bourguignat in P&chaud, Excurs. malacol. p. 31. = otthiana var. speiranomala Westerlund Fauna I p. 85. _ speiranomala Kobelt Iconographie N. F. vol. IIl sp. 425—28.

Gehäuse niedergedrückt kreiselförmig, bald ziemlich offen oder halb überdeckt ge- nabelt, bald völlig entnabelt, doch in letzterem Falle der Nabel nur durch eine dünne Lamelle geschlossen und immer noch deutlich bezeichnet, scharf gekielt, festschalig, kreidig weiss, ziemlich glänzend, unregelmässig doch ziemlich fein gestreift, mit einem fach kegel- förmigen, fast dachförmigen Gewinde und eigenthümlich vorspringendem, etwas unregel- mässig aufgesetztem Apex. Sechs Windungen, die apikalen etwas gewölbt und glatt, die folgenden völlig Nach, längs der Naht mit einem deutlich erkennbaren, ganz leicht ge- zähnelten Kiel versehen, die vorletzte und die letzte etwas gewölbt, die letzte nur nahe der Mündung etwas verbreitert, mit einem abgesetzten, beiderseits zusammengedrückten, leicht gezähnelten Kiel umgeben, auf der Unterseite ebenfalls gewölbt, um den Nabel herum fast kammförmig aufgetrieben, vorn rasch etwas herabsteigend oder herabgebogen. Die Mündung ist sehr schief, innen weiss oder hell braungelb, eitörmig, aussen mit einer deutlichen Ecke, mittelstark ausgeschnitten; der Mundsaum ist leicht verdickt, die Ränder

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neigen kaum zusammen, der Oberrand ist erheblich vorgezogen, geradeaus, der Aussen--

rand ganz leicht umschlagen, der Spindelrand ist an der Insertion nur wenig verbreitert, schickt aber mitunter eine dünne Lamelle aus, welche den Nabel schliesst.

Aufenthalt am südlichen Ausgang der Gorges de Palestro bei Algier.

Von dem Formenkreis der L. otthiana verschieden durch die eigenthümliche Ge- windebildung und der Auftreibung um den Nabel.

8. Leucochroa titanodolena Bourguignat. Taf. 243. Fig. 3. 4.

Testa depresse conoidea vel perdepressa, omnino exumbilicata, vel obtecte vel subaperte umbilicata, angulata, subtus convexa, subtiliter irregulariterque striatula, solida, Jutescenti-albida apice albo; spira plus minusve depresse tectiformis, apice subexserto. Anfractus 5—6 lente regulariterque erescentes, superi plani, carina parum distincta suturam impressam vix erenulatam sequente muniti, penultimus convexior, ultimus vix inflatus, ad peripheriam angulatus, vel angulato-carinatus, basi convexus sed circa umbilicum plus minusve planatus, antice distincte deflexo-descendens. Apertura valde onliqua, ovato-angulata, distincte lunata; peristoma leviter inerassatum marginibus leviter eonniventibus et callo tenuissimo junctis, supero primum recto dein patulescente, externo et basali reflexiuseulis, columellari incrassato, ad insertionem dilatato.

Diam. maj. 24—25, min. 21 - 22, alt. 16—18 mm.

Leucochroa titanodolena Bourguignat in Pechaud Exeursions malacol. p. 28. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnene, I p. 84. _ _ Kobelt Iconographie N. F. vol. III sp. 485—437,

Gehäuse mehr oder minder stark niedergedrückt kegelförmig, bald ganz entnabelt, bald mehr oder minder bedeckt und selbst ziemlich offen genabelt, kantig, die Kante nach der Mündung hin verkümmernd, unterseits ziemlich gewölbt, festschalig, kreidig, fein ge- streift, gelblich weiss, mit glänzend weissem Apex. Es sind 5-6 Windungen vorhanden, welche regelmässig; zunehmen; die oberen sind flach und bilden ein mehr oder minder kegelförmiges Gewinde mit ganz flachen Seiten, die embryonalen gewölbter, weiss, die folgenden mit einem wenig deutlichen Kiel, weleher der kaum gezähnelten, anfangs linien- förmigen, später deutlich eingedrückten Naht folgt. Der vorletzte Umgang wölbt sich etwas stärker, der letzte ist aufgeblasener, doch kaum in die Quere verbreitert, anfangs kantig und selbst kielkantig, doch nach der Mündung hin fast ohne jede Spur von Kante, unterseits gewölbt, aber in der Nabelgegend abgeflacht und selbst ausgehöhlt; vorn steigt er rasch und plötzlich herab. Die Mündung ist sehr schief, durch den vorgezogenen Ober- rand und zurückweichenden Spindelrand nicht in einer Ebene liegend, eckig eirund, deut- lich ausgeschnitten. Mundsaum in seiner ganzen Länge leicht verdickt, die Ränder leicht zusammenneigend und durch einen ganz dünnen Callus verbunden, Oberrand anfangs gerade,

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und scharf, dann geöffnet, Aussenrand etwas umgeschlagen, Basalrand stärker verdickt, gerade herabsteigend, oder schwach ausgehöhlt, oben an der Insertion erheblich verbreitert. Aufenthalt am Col des Oliviers an der Bahn von Constantine nach Philippeville.

9. Leucochroa thayaca Bourguignat. Taf. 243. Fig. 5. 6.

Testa imperforata (callum columellare perforationem obtegens), conico-globulosa, supra tectiformis, subtus compressa, sat opaca, solida, eleganter striatula; spira conico-tectiformis, apice prominente, corneo, laevigato, nitido; anfractibus 6 lente regulariterque crescentibus, planulatis (ultimo penultimogue supra con- vexiusculis) et carinatis (carina suturam linearem sequens, in ultimo evanescens); ultimo paululum majore, subangulato, ad aperturam descendente. Apertura obligua, minuta, lunata, oblongo-rotundata; peristomate obtusato, labiato, leviter patulo; margine columellari convexo, calloso, perforationem obtegente; marginibus callo junetis. Bgt.

Diam. maj. 25, min. 22, alt. 17 mm.

Helix thayaca Bourguignat Moll. litig. I p. 248 t. 38 fig. 15—18. Leucochroa thayaca Pöchaud Exceurs. malacol. I. 1883 p. 32. = Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. p. 84. Kobelt Iconographie N. F. vol. III sp. 433. 434.

Gehäuse undurchbohrt, der Nabel durch einen Callus überdeckt, kugelig konisch, obenher dachförmig, unten zusammengedrückt, undurchsichtig, festschalig, elegant gestreift; Gewinde dachförmig kegelförmis, mit vorspringendem, hornigem, glattem, glänzendem Apex. Sechs langsam und regelmässig zunehmende Windungen, die oberen flach, die vor- letzte und letzte obenher gewölbt, mit einem der linearen Naht folgenden Kiel, letzte etwas grösser, leicht kantig, an der Mündung allmählig ziemlich erheblich herabsteigend. Mün- dung schief, relativ klein, ausgeschnitten, gerundet eiförmig; Mundsaum stumpflich, ge- lippt, etwas geöffnet, Spindelrand konvex, schwielig, die Perforation deckend, die Ränder durch einen Callus verbunden.

Aufenthalt am Dschebel Thaya in der Provinz Constantine. Wohl nur eine Lokal- form der Leucochroa otthiana Fbs.

10. Leucochroa isserica Kobelt. Taf. 243. Fig. 7. 8.

Testa depresse trochoidea, umbilicata vel plus minusve obtecte umbilicata, vel omnino exumbilicata, peripheria angulata, basi convexiuscula, solida, cretacea, striatula, nitidula, alba vel leviter lutescenti-alba; spira conoidea, apice peculiariter exserto. Anfractus 6, apicales convexi, sequentes planiuseuli, carina parum distincta, suturam impressam leviter erenulatam sequente eincti, leniter et regulariter crescentes, ultimus

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inflatus sed vix dilatatus, angulato-carinatus, supra et infra convexus, crista umbilicali nulla, ad aperturam subite valdeque deflexus. Apertura perobligua, ovato-angulata, mediocriter lunata, marginibus subconniven- tibus, callo tenuissimo junctis, supero recto, preducto, acuto, cum externo vix reflexiusculo angulum formante, basali incrassato, reflexiusculo, ad insertionem super umbilicum dilatato. Diam. maj. 21,5— 24, min. 18,5—21, alt. 15—18 mm. Leucochroa isserica Kobelt Iconographie N. F. vol. III sp. 429 —432. _ Pilsbry Manual vol. VIII p. 57 t. 21 fig. 12—14. _ _ Westerlund Fauna Suppl. I p. 12.

Gehäuse gedrückt kreiselförmig, baid offen bald verdeckt genabelt oder auch ganz entnabelt, am Umfang kantig, mit gewölbter Basis, festschalig, etwas glänzend, rein weiss oder leicht gelblich überlaufen. Gewinde kegelförmig, Apex eigenthümlich vorspringend. 6 langsam und regelmässig zunehmende Windungen, die embryonalen gewölbt, die folgen- den völlig flach, über der Naht leicht eingedrückt, so dass sich ein Kiel bildet, welcher der eingedrückten, leicht erenulirten Naht folgt und auf der vorletzten Windung noch sicht- bar ist; die letzte Windung scheint aufgeblasen, ist aber nur an der Mündung etwas ver- breitert; er ist am Umfang mit einer deutlichen Kielkante versehen, oberseits und unter- seits gewölbt, ohne vorspringende Kante um die Nabelgegend, an der Mündung mehr oder minder herabgebogen. Mündung sehr schief, eckig oval mit deutlicher Ecke am Aussen- rand, mässig stark ausgeschnitten; Ränder zusammenneigend, durch einen ganz dünnen Callus verbunden, der an der Insertion manchmal etwas dicker ist, Oberrand scharf, etwas eingedrückt, in der Mitte vorgezogen, Aussenrand umgeschlagen, Spindelrand verdickt, deutlicher umgeschlagen, an der Insertion verbreitert, den Nabel mehr oder minder über- deckend.

Aufenthalt im Gebiet des Isser oriental in der Provinz Algier. Stellt sich zwischen die Formenkreise von candidissima und otthiana.

11. Leucochroa argia Bourguignat. Taf. 243. Fig. 9-12.

Testa umbilicata, globoso-complanata, solida, nitida, cretacea, irregulariter striatula, passim sub- malleata; spira compresso-complanata, apice levi, prominente, mamillato, nitido, acuto. Anfractus 6 lente regulariterque acerescentes, planulati, sutura lineari separati, superi acute crenulato-carinati, penultimus carinatus, ultimus rotundatus, subcarinatus, (carina ad peristoma evanescente), ac ad aperturam valde recurvo- descendens. Apertura perobliqua, vix lunata, rotundata; peristoma simples, subpatulum, intus incrassatum, margine columellari reflexo, marginibus approximatis.

Diam. maj. 23, min. 20, alt. 15 mm.

Zonites argius Bourguignat Amen. malacol. II p. 153. Malacol. Algerie I p. 83 t. 6 fig. 16. 17. Leucochroa argia Kobelt Iconographie V No. 1279. 80. N. F. III No. 457—60. Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 85.

5:

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Gehäuse genabelt, überdeckt genabelt oder ganz entnabelt, gedrückt kugelig, meist etwas unregelmässig aufgewunden, festschalig, glänzend, kreidig, unregelmässig gestreift, hier und da gehämmert. Gewinde gedrückt, mit glattem, zitzenförmig vorspringendem Apex. Sechs langsam und regelmässig zunehmende Windungen, abgeflacht, durch eine lineare Naht getrennt, die obersten mit einem gekerbten, der vorletzte mit einem einfachen Kiel, der letzte gerundet, schwach gekielt, der Kiel nach der Mündung hin verschwindend, vorn stark herabgebogen. Mündung sehr schief, gerundet, kaum ausgeschnitten; Mund- saum einfach, etwas geöffnet, innen verdickt, Spindelrand umgeschlagen, die Ränder ein- ander genähert.

- Aufenthalt auf dem Cap de la Garde bei Bona. Unterscheidet sich von L. otthiana durch den mehr aufgesetzten Kiel. Bourguignat hat die Art auf ein unregelmässig auf- gewundenes Exemplar gegründet; allerdings ist diese Abnormität am Originalfundort sehr häufig.

12. Leucochroa saharica Debeaux. Taf. 243. Fig. 13. 14.

Testa subgloboso-conoidea, exumbilicata, angulata, haud nitens, cretacea, alba vel leviter lutescens, irregulariter striata; spira conoidea, apice obtuso, laevigato, albo; sutura profunde impressa, levissime crenu- lata. Anfractus 5!/, convexiusculi, regulariter erescentes, supra suturam angulati, ultimus vix dilatatus, medio distinete angulatus, sed haud carinatus, basi convexus, antice deflexus. Apertura ovata, sat lunata, obligua, peristomate (in adultis) inerassato, extus et infra vix reflexiusculo, marginibus parallelis, insertioni- bus distantibus, callo junctis, columellari perparum excavato, ad insertionem dilatato, umbilicum omnino oceludente.

Diam. maj. 20,5, min. 18, alt. 15 mm.

Leucochroa saharica Debeaux mss. Kobelt in Nachrbl, D. malac. Ges. 1887 p. 124. Iconogr. N. F. vol. III sp. 439. 440. _ _ Pilsbry Manual. vol. VIII p. 56 t. 21 fig. 15—17. _ _ Westerlund Fauna Suppl. I p. 13.

Gehäuse etwas kugelig kegelförmig, völlig entnabelt, kantig, glanzlos, kreidig, weiss oder gelblich, unregelmässig gestreift; Gewinde konisch mit stumpfem, glattem, weissem Apex; Naht tief eingedrückt, ganz schwach crenulirt. 5t/, leicht gewölbte, regelmässig

. zunehmende, über der Naht kantige Windungen, letzte kaum erweitert, in der Mitte deut-

lich kantig, aber nicht gekielt, an der Basis konvex, vornen herabgebogen Mündung eiförmig, ziemlich stark ausgeschnitten, schief; Mundsaum bei erwachsenen Stücken ver- diekt, aussen und unten kaum umgeschlagen, die Ränder parallel, die Insertionen weit getrennt, durch einen Callus verbunden, Spindelrand sehr wenig ausgehöhlt, an der Inser- tion verbreitert, den Nabel völlig schliessend. Aufenthalt in der Vorwüste südlich der Provinz Oran, wahrscheinlich auch in Südmarokko. 1. 12. 6./IX. 99. 169

13. Leucochroa otthiana Forbes. Taf. 243. Fig. 17—20.

Testa obtecte umbilicata, depressa, utringue convexa, carinata, solida, nitida, irregulariter striata; spira convexa, apice levi, nitido, interdum prominulo. Anfractus 5?/, planulati, sutura lineari, ultimo rotun- dato, carinato, ad aperturam deflexo. Apertura obliqua, parum excisa, subangulato-ovata; peristoma labia- tum, subpatulum, marginibus callo tenui, super umbilicum expanso junctis, supero recto, basali ad inser- tionem late reflexo.

Diam. maj, 26, min. 21,5, alt. 17 mm.

Helix Otthiana Forbes Ann. Mag. N. H. 1838 p. 252, suppl. t. 11 fig. 2. Zonites Otthianus Bourguignat Malacol. Algerie I p. 79 t. 6 fig. 6—10, Leucochroa Otthiana Albers-von Martens Heliceen p. 79. _ _ Kobelt Catalog p. 14. Iconographie vol. 5 No. 1277. 78. _ —_ Westerlund Fauna palaearct. Binnenconch. I p. 84. Helix jeannottiana Terver Catalog p. 20 t. 2 fig. 11. 12, nec Rossm. chionodiscus Pfeiffer Mal. Bl. 1856 p. 185 t. 2 fig. 12. 13. Zonites _ Bourguignat Malacol. Algerie I p. 78 t. 6 fig. 1—5. Helix jeannotiana Rossmässler Icon. No. 564. Zonites piestius Bourguignat Malacol. Algerie t. 6 fig. 11—16.

Gehäuse überdeckt genabelt oder ganz entnabelt, niedergedrückt, scharf gekielt, oben und unten konvex, festschalig, glänzend, unregelmässig gestreift, glänzend weiss oder etwas gelblich; Gewinde konvex, Apex glatt, glänzend, bisweilen vorspringend. 51/, abgeflachte, durch eine lineare Naht geschiedene, langsam und regelmässig zunehmende Umgänge, der letzte gekielt, beiderseits gewölbt, an der Mündung herabgebogen; Mündung schief, wenig ausgeschnitten, eckig eiförmig; Mundsaum innen weiss gelippt, etwas geöffnet, die Ränder durch einen dünnen mehr oder minder über den Nabel verbreiterten Callus verbunden, der Oberrand gerade, der Basalrand an der Insertion breit umgeschlagen.

Aufenthalt in Algerien, etwa von Bougie bis Bona, landein bis Constantine.

Diese Form ist von den Autoren in drei verschiedene Arten gesondert worden, die aber zusammen und durcheinander vorkommen. Leucochroa jeannotiana unterscheidet sich durch den kaum oder gar nicht überdeckten Nabel, L. chionodiscus, welche anfangs als aus der Krim stammend beschrieben wurde, durch den viel schärferen Kiel.

14, Leucochroa kobeltiana Debeaux. Taf. 244. Fig. 1. 2.

Testa exumbilicata, conoideo-hemisphaerica, spira elevata, conoideo-convexa, basi planiuscula, distincte carinata, solida, haud nitens, griseo-alba, vel leviter fuscescens, rugis obliquis vermiculatis undique densissime

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sculpta, apice laevigato, albo, nitente. Anfraetus 6 sutura crenata impressa discretiÄ, superi planiusculi, carina gerrulata parum prominula cincti, lentissime accrescentes, ultimus vix dilatatus, medio angulatus et carina serrata distineta filiformi usque ad aperturam conspicua cinetus, superne convexior et interdum liris indistinetis spiralibus sculptus, inferne planiusculus, nitidus, rugis nullis, striis inerementi tantum munitug, antice plus minusve descendens. Apertura perobliqua, semiovata, distinete lunata, extus ad carinam angu- lata et subcanaliculata; peristoma marginibus vix conniventibus, callo tenuissimo junctis, supero primum acuto et producto, dein patulo et leviter incrassato, basali incrassato, levissime reflexo, regulariter arcuato, ad insertionem dilatato. Diam. maj. 22, min. 20, alt. 17 mm. ? Zonites cariosula var. subcariosula Bourguignat Malac. Algörie I p. 90t. 6 fig. 22, Leucochroa kobeltiana Debeaux in sched. Kobelt Iconographie N. F. III No. 443. 444,

Gehäuse stets völlig entnabelt, halbkugelig kegelförmig, mit flacherer Basis, ausge- sprochen gekielt, festschalig, mit Ausnahme der Basis glanzlos, grauweiss oder leicht bräun- lich überlaufen, ausser an der Basis allenthalben mit dichtgedrängten wurmförmigen, schräg gerichteten Runzeln bedeckt, nur der Apex glatt und glänzend. Reichlich sechs, sehr langsam und regelmässig zunehmende Windungen mit unregelmässig eingedrückter, an beiden Seiten gezähnelter Naht, die oberen flach mit wenig abgesetztem, gezähneltem Nahtkiel, die letzte kaum verbreitert, deutlich kantig, ınit starkem, abgesetztem, faden- förmigem, gezähneltem Kiel, den nach der Basis hin eine Furche begränzt; die Oberseite rauh skulptirt, stärker gewölbt als die oberen Umgänge, oft mit spiralen Leisten, die Unterseite flach, slänzend, fast glatt, in der Nabelgegend leicht eingedrückt; vorn sleigt der letzte Umgang langsam, aber ziemlich tief herab. Mündung sehr schief, halbeiförmig; quer abgestutzt, aussen mit einer Ecke und einer mehr oder minder deutlichen Rinne; Mundränder fast parallel, kaum zusammenneigend, die Insertionen nur durch einen ganz dünnen, glänzenden Callus verbunden; Oberrand anfangs scharf, vorgezogen, dann etwas verdiekt und mehr geöffnet; Basalrand etwas verdickt, regelmässig gerundet, leicht zurück- geschlagen, an der Insertion über die Nabelgegend verbreitert.

Aufenthalt bei Oran, auf Kalkboden. ° Unterscheidet sich von cariosula durch das höhere Gewinde, den gerundeten letzten Umgang und einen Umgang mehr.

15. Leueechroa cariosula Michaud. Taf. 244. Fig. 3. 4.

Testa plus minusve exumbilicata, convexo-conica, carinata, supra rugosa, rugulis confertis undulatis, sordide alba vel rufo dilute tincta, infra plana, nitidula, leviter radiatim striatula, albida. Spira convexa apice submamillato. Anfractus 5 planiusculi, carina gubexserta, erenulata cincti, leniter erescentes, ultimus vix latior, supra magis, infra minus convexus. Apertura triangulari-ovata, parum lunata, extus plus minusve angulata; peristoma expansiuseulum, intus leviter inerassatum, marginibus distantibus,

Diam. 18, alt. 10—12 mm.

169 *

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Helix cariosula Michaud Catal. test. Algerie 1833 p. 5 fig. 11. 12. _ e Terver Cat. Moll. Afrique t. 4 fig. 7. 8. e _ Rossmässler Iconographie No. 561. Zonites cariosulus Bourguignat Mal. Algerie I p. 90 t. 6 fig. 23—25. Leucochroa cariosula Albers von Martens Helie. p. 79. —_ _ Kobelt Iconographie N. F. III No. 445—447. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 86.

Zur Vergleichung mit den verwandten Arten bilde ich hier noch einmal zwei typische Formen aus der Umgebung von Oran ab.

Die Art beschränkt sich in Algerien 'auf den nördlichen Theil der Provinz Oran zwischen Mostaganem und Ain Turk, vielleicht riebtiger zwischen den Mündungen der Macta und des Isser oceidental, landein bis auf die erste Trerrasse bei Mascara.

16. Leucochroa debeauxi Kobelt, Taf. 244. Fig. 5-8.

Testa exumbilicata, globoso-trochoidea vel depresse globosa, spira globoso-convexa, cretacea, sordide albida. Anfractus 5 regulariter crescentes, primi 11/, laeves, nitidi, convexi, sequentes convexi vel superne infra suturam subangulati, ad suturam distinetissime crenati, ubique fortiter grosseque tuberculoso-rugosi, ultimus subrotundatus, carina parum distincta irregulariter crenata, aperturam versus interdum evanescente munitus, supra tuberculoso-rugosus, infra carinam laeviuseulus, nitens, striis incrementi tantum subtilibus sculptus, ad aperturam valde deflexus; basis sat convexa, ad umbilici locum excavata. Apertura irregulariter Iunato-ovata, valde obliqua, peristomate simpliei leviter incrassato, marginibus callo junctis, supero strieti- usculo, basali arcuato, ad insertionem dilatato.

Diam. maj. 15, min. 14, alt 13 mm.

Leucochra debeauxi Kobelt Nachrichtsblatt XIII. 1881 p. 133 Iconographie N. F. vol. III No® 453—56. _ mayrani var. Pechaud Exeursions p. 130. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 87. _ debeauxi Pallary Journ. de Conchyl. vol. 46 p. 61.

Gehäuse völlig entnabelt, kugelis kreiselförmig bis gedrückt kugelig, mit halb- kugelförmig gewölbten Gewinde, kreidig, schmutzigweiss oder leicht gelblich überlaufen. Fünf regelmässig zunehmende Umgänge, die embryonalen glatt, gewölbt, glänzend, die folgenden stark gewölbt, oder unter der stark gekerbten Naht geschultert, dicht und grob gerunzelt, gröber als selbst bei octinella, der letzte Umgang mehr oder minder gerundet, nur mit einem wenig deutlichen, nicht abgesetzten, unregelmässig gezähnelten, nach der Mündung hin meist verschwindenden Kiel umzogen, unter demselben glatt, glänzend, nur mit schwachen, unregelmässigen Anwachsstreifen skulptirt, vornen plötzlich stark

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herabgebogen; Unterseite ziemlich gewölbt, nur in der Nabelgegend eingedrückt oder ausgehöhlt; manchmal reicht die Skulptur der Oberseite auch über die Kante hinüber und ist nur die Nabelgegend glatt. Mündung unregelmässig eiförmig, ausgeschnitten, sehr schief, aussen mit einer undeutlichen Ecke. Mundsaum einfach, leicht verdickt, die Ränder etwas zusammenneigend, durch einen mehr oder minder deutlichen Callus ver- bunden, der obere geradeaus, der untere gerundet und an der Insertion zu einer halb- kreisförmigen Lamelle verbreitert, welche die Nabelstelle völlig schliesst.

Aufenthalt in der Provinz Oran an der marokkanischen Grenze, von Nemours bis Lella Marnia; auch an dem spanischen Presidio Melilla an der marokkanischen Nordküste.

17. Leucochroa octinella Bourguignat. Taf. 244. Fig. 9. 10.

Testa exumbilicata, depresse trochiformis, distinetissime carinata, solida, griseo-alba, minime nitens, undique rugis obliquis undulatis confertim sculpta; spira convexa apice laevigato, nitido, subexserto. An- fractus 5*/, sutura irregulariter impressa erenulata disjuncti, convexiusculi, dein carina serrulata plus minusye exserta cincti, leniter regulariterque erescentes, ultimus vix dilatatus, carina crassa compressa, inferne interdum sulco definita, usque ad aperturam distincta cinctus, basi minus convexus, plerumgque laevior, ad umbilieum distinete depressus, antice parum descendens vel deflexus. Apertura obliqua, semiovata, extus angulata, ad carinam canaliculata, mediocriter lunata; peristoma leviter incrassatum, vix reflexiusculum, supra protractum, adinsertionem dilatatum, umbilicum omnino oceludens, rarius rimam angustam relinquens, callo tenui insertiones jungente.

Diam. maj. 24, min. 22, alt. 16 mm.

Leucochroa octinella Bourguignat in Pechaud Excurs. malacol p. 33. _ -— Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 87. —_ Kobelt Iconographie N. F. vol, 3 sp. 450 —452. _ Pilsbry Manual vol. VIII p. 55 t. 21 fig. 6-9. -—- eariosula var. vetula Westerlund Jahrb. D. Malac.-Ges. X 1883 p. 57.

Gehäuse fast immer völlig entnabelt, nur selten mit einem feinen Nabelritz, ge- drückt kreiselförmig, stark gekielt, festschalig, einfarbig grauweiss, manchmal leicht bräun- lich angelaufen, völlig glanzlos mit diehtgedrängten, schrägen, wellenförmigen Runzeln rauh skulptiert; Gewinde mehr oder minder hoch mit gewölbten Seiten, mit glattem, glänzendem, weissem, etwas vorspringendem Apex. Es sind 5!/, Umgänge vorhanden, durch eine ziemlich unregelmässige, eingedrückte, stark gezähnelte Naht geschieden, ge- wölbt und dann zu einem starken Kiel zusammengedrückt, welcher fast stets über die nächste Windung vorspringt. Die Umgänge nehmen langsam und regelmässig zu, der letzte ist kaum verbreitert, obenher stark gewölbt, in der Mitte von einem starken, von beiden Seiten her zusammengedrückten Kiel umzogen, welcher bis zur Mündung gleich deutlich bleibt; er ist am Umfang fein gezähnelt und wird nach unten mitunter von einer

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Furche begränzt. Die Unterseite ist meistens glätter als die Oberseite, oft fast glatt, nur mit Anwachsstreifen skulptirt, nach der immer deutlich bezeichneten Nabelgegend hin stärker, oft wulstartig, vorgetrieben; der letzte Umgang ist vornen;bald schwächer, bald stärker herabgebogen. Mündung sehr schief, halbeiförmig, aussen mit einer deutlichen Ecke und einer dem Kiel entsprechenden Rinne, mittelstark ausgeschnitten; der Mund- saum ist leicht verdiekt, auch aussen nur kaum merkbar umgeschlagen, {der Oberrand stark und etwas schräg vorgezogen, der Spindelrand an der Insertion über die Nabel- gegend ausgebreitet, doch so, dass dieselbe immer deutlich kenntlich bleibt, und mit dem Oberrand durch einen ganz dünnen Callus verbunden. Aufenthalt bei St. Denis-au-Sig südöstlich von Oran.

18. Leucochroa mayrani Gassies. Taf. 244. Fig. 11. 12.

Testa imperforata, superne subconico-globosa, carinata, sub epidermide rufescente granulato-crispata, subtus planiuscula, nitida, carneo-albeseens, carina filiformi crispata, prope labrum evanescente. Anfractus 5—6 convexi, ultimus superne striis radiantibus ornatus; sutura profunda, intrante. Apertura obliqua, ovato- rotundata; peristoma simplex, subdilatatum, intus bin ereesannn album vel pallide carneum; columella dilatata, nitida; umbilico patulo clauso. Gassies.

Diam. maj. 19—20, min. 15—16, alt. 15 mm.

Belix Mayrani Gassies Actes Soc. Linn. Bordeaux 1856 p. 109 fig. 1-3. Journal de Conchyl, XIV 1866 p. 55. \ Leucochroa Bourguignat Malacol. Algerie I t. 6 fig. 19. 20.

_ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch I p. 86. _ _ Kobelt Iconographie N. F. III p. 42.

Gehäuse völlig entnabelt, scharf gekielt, obenher etwas kegelförmig, halbkugelig, runzelig körnelig, röthlich (die Angabe, dass die Art eine Epidermis besitzt, wird wohl nur so zu verstehen sein, wenigstens besitzt keine der verwandten Arten eine Spur von Epidermis) unten flach, glänzend, weiss mit einem Stich ins Fleischfarbene; Kiel faden- förmig, sägezähnig, nach dem Mundsaum hin verschwindend. Fünf bis sechs konvexe Windungen, die letzte oben radiär gestreift, Naht tief, an den oberen Umgang angedrückt und so verdeckt. Apex fast zitzenförmig vorspringend. Mündung schief, rund eiförmig; Mundsaum einfach, etwas erweitert, innen leicht verdickt, weiss oder blass fleischfarben; Spindel verbreitert, glänzend; Nabel völlig verdeckt.

Aufenthalt auf dem Dschebel Sfisseff bei Sidi-bel-Abbös in der Provinz Oran.

Die unsicherste unter den Arten aus der Sippschaft der Leucochroa cariosula, da der Fundort noch nicht wieder besucht worden zu sein scheint. Bourguignat hat sie erst mit Leucochroa baetica Rossm. identifieirt, dann mit Leucochroa debeauxi m. Man ver- gleiche darüber meine Ausführung 1. c. Ich kopire die Gassies’sche Originalfigur.

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19. Leucochroa prophetarum Bourguignat. Taf. 244. Fig. 13. 14.

Testa imperforata depressa, solida, cretacea, candidissima, striatula. Anfractus 4!/, planiusculi vel convexiusenli, ultimus subrotundatus, obscure angulatus, angulo ad aperturam evanescente, antice deflexus. Apertura obliqua, ovato-sublunaris; peristoma subreflexum, intus incrassatum, margine columellari dilatato, reflexo, late adpresso, perforationem obtegente, marginibus callo junctis.

Diam. 16, alt. 7—10 mm.

Helix prophetarum Bourguignat Testac. noviss. p. 12; Journal de Conchyl. 1853 p. 70t 3 fig. 8; Cat. Sauley p. 11 t. 1 fig. 20-22, —_ —_ Mousson Cog. Roth p. 25. Pfeiffer Monogr. Helic. viv. IV p. 170. Leucochroa Albers von Martens Heliceen p. 79. _ Kobelt Catalog ed. II p. 14 Iconographie V No. 1274. _ _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 86.

Gehäuse undurchbohrt, niedergedrückt, festschalig, kreideartig, weiss, unregelmässig fein gestreift. 41/, Umgänge, schwach konvex bis fast flach, der letzte stumpfkantig mit einer undeutlichen, nach der Mündung hin verschwindenden Kante, an der Mündung rasch nach unten steigend; Naht eingedrückt. Mündung schräg, etwas verengt, oval, etwas mondförmig; Mundsaum wenig umgeschlagen, innen verdickt, die Ränder durch einen Callus vereinigt. Spindelrand verbreitert, zurückgeschlagen, breit angedrückt, die Perforation verdeekend.

Aufenthalt in der Umgebung des Todten Meeres.

20. Leucochroa filia Mousson. Taf. 244. Fig. 15. 16.

Testa imperforata, depressa, solidula, striatula, nitida, cretacea; spira convexa, vertice subtili prominente, Anfractus -4!/, convexiusculi, ultimus subdepresso rotundatus, antice deflexus et singulariter constrietus. Apertura perobliqua, subsecuriformis, tuberculo parietali ad insertionem marginis dextri, cum margine confluente coaretata; peristoma irregulare incrassatum, margine supero recto, ad dextram profunde sinuato, infero arcuato, ad insertionem dilatato, cum supero callo parum prominulo juncto.

Diam. maj. 16,5, min. 15, alt. 10 mm.

Helix filia Mousson Coqg. Roth 1861 p. 26. _ Pfeiffer Monogr. Helic. vivent. V p. 226 Leucochroa Albers von Martens Heliceen p. 79.

_ Kobelt Catalog ed. II p. 14 Iconographie V sp. 1283. _ Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 88.

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Gehäuse undurchbohrt, niedergedrückt, festschalig, gestreift, glänzend, kreideweiss; Gewinde konvex, mit feinem, vorspringenden Apex. 4!/, konvexe Windungen, die letzte etwas gedrückt gerundet, vorn herabgebogen und eigenthümlich verengt. Mündung sehr schief, fast beilförmig, durch einen starken, mit dem Aussenrand zusammenfliessenden

Höcker an der Insertion verengt; Mundsaum unregelmässig verdickt, der gerade Aussen- -

rand tief gebuchtet, der Unterrand gebogen, an der Insertion verbreitert, mit dem Ober- rand durch einen wenig vorspringenden Callus verbunden.

Aufenthalt bei Es-Zenone am Todten Meer. Gewissermassen ein Diminutivum von L. Boissieri, doch in der Mundbildung verschieden.

21. Leucochroa adanensis Naegele, Taf. 244. Fig. 17. 18.

Tecta obtecte umbilicata, rarius omnino exumbilicata, globosa vel globoso-depressa, solida, irregulariter,

striatula, supra vix basi magis nitens, cretaceo albida. Spira hemisphaerica, apice obtuso, laevi, prominulo. Anfractus 5 leniter ac regulariter crescentes, supremi laeves, plani, sequentes convexiusculi, sub lente rugulose granulati, carina suturam impressam subirregularem sequente muniti, ante eam leviter impressi; ultimus leviter tumescens, carinatus, carina primum distincta, aperturam versus evanescente, antice breviter deflexus, basi convexus, Jaevior. Apertura perobliqua, depressa, supra truncato lunata; peristoma rectum, obtusum, intus incrassatum, marginibus vix conniventibus, callo crasso ad insertionem plus minusve tuber ceulifero junctis, supero leviter producto, prope insertionem incrassato, basali subreflexo, ad insertionem subite auriculatim expanso, umbilicum mediocrem, cylindricum fere omnino oceludente. Diam, maj. 18, min. 16, alt. 8&—11 mm. Leucochroa adanensis Naegele Nachrbl. D. malac. Ges. 1890 v. 22 p. 140, —_ —_ Kobelt et Rolle Iconogr. Suppl. vol I p. 28 t. 15 fig. 9-12.

Gehäuse überdeckt genabelt, seltener vollständig entnabelt, kugelig oder gedrückt kugelig, festschalig, unregelmässig gestreift, oben kaum, unten mehr glänzend, kreide- weiss. Gewinde halbkugelisg, mit stumpfem, glattem, leiebt vorspringendem Apex. Fünf langsam und regelmässig zunehmende Windungen, die oberen glatt, Nach, die folgenden leicht gewölbt, unter der Lupe obenher gekörnelt oder gerunzelt, vor dem der etwas unregelmässigen Naht folgenden Kiel leicht eingedrückt, die untersten stärker gewölbt, die leizte leicht aufgetrieben, ziemlich in der Mitte gekielt, der Kiel anfangs deutlich, be- sonders von unten her vorspringend, dann nach der Mündung hin mehr und mehr ver- schwindend, vorn plötzlich herabgebogen, unten etwas weniger gewölbt, glänzend. Mündung sehr schief, niedergedrückt, mehr abgestutzt als ausgeschnitten. Mundsaum geradeaus, abgestumpft, leicht verdickt, die Ränder kaum zusammenneigend, durch einen am Aussen- rand diekeren, an der Insertion einen mehr oder minder ausgesprochenen Höcker tragen- den Callus verbunden, der Oberrand etwas vorgezogen, nahe der Insertion deutlich ver-

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diekt, aussen kaum eine Ecke bildend, der Basalrand kurz zurückgeschlagen, oben plötz- lich ohrförmig verbreitert, den mittelweiten ceylindrischen Nabel beinah verschliessend. Aufenthalt bei Adana in Cilicien und bei Alexandrette. Steht trotz aller Aehnlichkeit mit L. candidissima durch die Microskulptur und die engere Aufwindung der Umgänge der Gruppe der Leucochroa cariosa Oliv. näher, als dieser.

22. Leucochroa rollei Kobelt, Taf. 244. Fig. 19. 20.

Testa plerumque omnino exumbilicata, depresso-globosa, solida, nitida, subtiliter striatula, sub lente fortiore vix rugulosa, cretaceo-alba; spira subsemiglobosa, apice parvo, laevi. Anfractus 5, embryonales laeves, sutura lineari, mediani convexiuseuli, carina suturam sequente haud exserta disereti, ad carinam impressi, regulariter leniterque crescentes, penultimus et ultimus tumidi, ultimus carina distineta äliformi basin versus compressa, et sulco definita supra medium cinetus, supra pertumidus, infra minus convexus, eirca umbilicum depressus, hie illie eicatricosus, antice haud vel vix descendens. Apertura perobliqua, semiovalis, parum lunata; peristoma obtusulum, reetum, ınarginibus vix conniventibus, callo crasso ad inser- tionem externi tuberculifero junctis, externo supra leviter producto, columellari incrassato levissime reflexo, ad insertionem dilatato et umbilicum claudente.

Diam. maj. 18, min. 17, alt. 12 mm. Var. minor: diam. 15, alt. 11,5 mm.

Leucochroa rollei Kobelt Iconographie Suppl. vol. I. p. 29 t 9 fig. 4-6.

Gehäuse meistens völlig entnabelt, gedrückt kugelig, festschalig, glänzend, fein ge- streift, auch unter einer stärkeren Loupe kaum gerunzelt, kreidig weiss. Gewinde fast halbkugelig, mit kleinem, glattem Apex. Fünf Windungen, die embryonalen glatt mit linearer Naht, die mittleren leicht gewölbt mit einem nicht vorspringenden, der Naht fol- genden Kiel, vor diesem etwas eingedrückt, langsam und regelmässig zunehmend, die vor- letzte und die letzte aufgeblasen, die letzte mit einem deutlichen fadenförmigen Kiel über der Mitte, welcher nach unten zusammengedrückt und durch eine Furche begränzt ist; sie ist oben stark aufgetrieben, unten weniger gewölbt, um den Nabel niedergedrückt, hier und da mit narbigen Eindrücken, vorn nicht oder kaum herabsteigend. Mündung sehr schief, halbeiförmig, nur wenig ausgeschnitten; Mundsaum stumpflich, geradeaus, die Ränder kaum zusammenneigend, durch einen dicken Callus verbunden, welcher am Rande ver- diekt ist und an der Insertion einen ausgesprochenen Höcker trägt. Der Aussenrand ist am Anfang leicht eingedrückt und ganz leicht höckerig verdickt, etwas vorgezogen, der Spindelrand gebogen, verdiekt, ganz leieht zurückgeschlagen, an der Insertion ausgebreitet, den Nabel schliessend.

Aufenthalt bei Alexandrette in Syrien.

Zunächst der L adanensis nahestehend, aber durch das halbkugelige Gewinde, die stark aufgetriebenen untersten Windungen und den nach unten durch eine Furche be- grenzten fadenförmigen Kiel gut verschieden.

I. 12, 9.|T. 1900. 170

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23. Leucochroa boissieri Charpentier, Taf. 245. Fig. 16. 17.

Testa exumbilicata, globoso-conica vel conica, irregulariter ruditerque striata, eretaceo-alba, nitida. Spira conica, apice magno, nitido, laevi; sutura impressa. Anfractus 5 convexiusculi, lente et regulariter erescentes, ultimus vix latior, antice deflexus. Apertura peculiariter coarctata, parva, subsecuriformis, faueibus saturate fuscis; peristoma callo subdentiformi in margine supero, cum altero parietali subduplice confluente et altero majore strieto in parte externa margivis basalis armatum, marginibus distantibus callo tenuissimo junctis. Diam. maj. 23, min. 20, alt. 17 mm. Helix boissieri Charpentier iu Zeitschr. f. Malac. 1847 p. 184. _ _ Pfeiffer Monogr. Helic. viv. I p. 486. Martini Chemnitz ed. II t. 114 fig. 8. 9. (Leucochr ) Nomenclator p. 78. —_ _ Kobelt in Rossmässler Iconographie V sp. 1231. _ _ Bourguignat Cat. Sauley t. 1 fig. 26. 27. Leucochroa boissieri Westerlund Fauna palaearkt. Binnenconch. I p. 88.

Ich bilde hier der Vollständigkeit halber noch ein mehr kegelförmiges Exemplar dieser eigenthümlichen Wüstenschnecke ab, bei welchem der letzte Umgang noch eine stumpfe Kante zeigt.

24. Leucochroa ultima Mousson, Taf. 245. Fig. 8-10.

Testa umbilicata depresso-conica, eretacea, substriata, granulis irregularibus obliquis plus minusve ornata, tota alba. Spira obtusa, conica, interdum depressa; summo minuto, griseo-corneo; sutura lineari subimpressa. Anfractus 6 convexiusculi, superi creno-carinati; ultimus non descendens, convexior, obtuse carinatus vel angulatus, subtus planiusculus, ad umbilicum arcte rotundatus. Umbilicus perspectivug, !/, diametri aequans. Apertura subverticalis, alba, rotundato-securiformis, Peristoma rectura, acutum, nullo modo reflexum; margine supero ad insertionem protracto, recto magis, basali minus curvato, columellari brevi, verticali, subprotracto. Mousson.

Diam. maj. 14, min, 12, alt. 7-9 mm.

Leucochroa ultima Mousson Revue Faune Canares p. 19. _ Pfeiffer Novitates conchol. IV p. 58 t. 119 fig. 34-36. Nomen- elator p. 78.

Gehäuse offen und perspektivisch genabelt, gedrückt kegelförmig, kreidig, schwach gestreift und auf der Oberseite mit wenig deutlichen, schief gerichteten Körnern skulptirt, völlig weiss. Gewinde stumpf kegelförmig, manchmal gedrückt, mit winzigem horngrauem Apex; Naht linear, leicht eingedrückt. Sechs leicht gewölbie Windungen, die oberen mit

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einem erenulirten Kiel umzogen, langsam zunehmend, die letzte vorn nıcht herabsteigend, etwas stärker gewölbt, stumpf gekielt oder auch nur kantig, unten flacher, kurz in den Nabel hinein gewölbt. Der Nabel nimmt ein Fünftel des Durchmessers ein. Mündung fast senkrecht, weiss, abgerundet beilförmig; Mundsaum gerade, scharf, in keiner Weise umgeschlagen, Oberrand an der Insertion vorgezogen, gerade, stärker gebogen als der Basalrand; Spindelrand kurz, senkrecht, etwas vorgezogen.

Aufenthalt auf Fuerteventura, Kanaren. Bildet mit den beiden folgenden eine eng- verwandte Gruppe, vielleicht nur eine Art. Die Zugehörigkeit zu Leucochroa ist anato- misch noch nicht erwiesen.

25. Leucochroa pressa Mousson. Taf. 245. Fig. 11—13.

Testa aperte umbilicata, depressa, lenticularis, eretacea, minutissime ruguloso- et granulato-striata, alba. Spira convexo-depressa,; summo minuto, plano, griseo; sutura vix impressa. Anfractus 5, superi plani, minute crenocarinati; ultimus non descendens, convexiusenlus, carina antice evanescente, subtus convexior, ad umbiliecum obtuse angulatus. Umbilieus perspectivus, '/, diametri aequans. Apertura parum obliqua, rotun- dato-securiformis; peristoma reetum, acutum, marginibus distantibus, paulo protractis; supero recto, basali euryato, columellari brevi, verticali, non reflexo. Mousson.

Diam. maj. 12, min. 10, alt. 7,2 ınm.

Leucochroa pressa Mousson Revue faune Canares p. 20. Pfeiffer Novitates conchol. IV p. 58 t. 119 fig. 57-39. Nomen- elator p. 78.

Gehäuse offen und perspektivisch genabelt, niedergedrückt, linsenförmig, kreidig, weiss, obenher ganz fein gekörnelt. Gewinde gedrückt gewölbt, Apex klein, flach, grau; Naht kaum eingedrückt. Fünf Umgänge, die oberen flach, mit fein gekerbtem Kiel, der letzte vorn nicht herabsteigend, leicht gewölbt, mit nach vorn völlig verschwindender Kante, unten etwas stärker gewölbt, am Nabel, der ein Fünftel des Durchmessers ein- nimmt, schwach gewinkelt. Mündung wenig schief, abgerundet beilförmig; Mundsaum gerade, scharf, die Ränder getrennt, leicht vorgezogen, der Oberrand gerade, der Basal- rand gebogen, der Spindelrand kurz, senkrecht, nicht umgeschlagen.

Aufenthalt auf Fuerteventura, mit der vorigen gemischt, schwerlich mehr als eine Varietät davon.

170*

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26, Leucocehroa accola Mousson. Taf. 245. Fig. 14. 15.

Testa umbilicata, conica vel depresse conica, cretacea, striatula, granulis vel rugis minutis varie seulpta, tota alba. Spira obtuse conica, regularis; summo albido, saepe prominulo; sutura subimpressa. Anfraetus 51/, convexiusculi, superi obtuse nodulatim carinati; ultimus non descendens, obtuse angulatus vel carinatus, subtus planiusculus, in umbilicum arcte rotundatus. Umbilicus pervius, ?/, diametri aequans. Apertura verticalis, rotundato-securiformis, alba; peristoma rectum, acutum, non reflexum nec labiatum; marginibus ad insertiones protractis, paulo approximatis; basali curvato, non ad umbilicum reflexo. Mousse.

Diam. maj. 9, min. 8, alt. 6 mm.

Leucochroa accola Mousson Revue Faune Canares p. 20. _ _ Pfeiffer Novitates conchol. IV p. 58 t. 119 fig. 40. 41. Nomen- clator p. 78.

Gehäuse durchgehend genabelt, kegelförmig oder etwas gedrückt, kreidig, gestreift und obenher ganz fein gekörnelt, einfarbig, kreideweiss. Gewinde stumpf kegelförmig, regelmässig, mit weisslichem, etwas vorspringendem Apex; Naht etwas eingedrückt. 51/, leicht gewölbte Umgänge, die oberen mit einem stumpfen, leicht knotigen Kiel, der letzte nicht herabsteigend, stumpf gekielt oder kantig, unten abgeflacht, kurz in den Nabel hinein gerundet. Nabel ein Fünftel des Durchmessers. Mündung vertikal, abgerundet beilförmig, weiss; Mundsaum gerade, scharf, weder umgeschlagen noch gelippt, die Ränder an den Insertionen vorgezogen, etwas genähert; Basalrand gebogen, am Nabel nicht um- geschlagen.

Aufenthalt auf Fuerteventura, bis jetzt nur subfossil gefunden. Eine Diminutiv- ausgabe der vorigen, doch mehr kegelförmig und feiner skulptirt.

Helix (Eremia) zitteli Böltger. Taf. 245. Fig. 1-3.

Testa obtecte perforata, elate lentiformis, solida, cretacea, opaca, apice et spira planis vel concavius- eulis. Anfractus 4°], celeriter crescentes, suturis appressis disjuncti, nullo modo scabri, rugoso-striatuli et distanter subobsolete costati, superne viz, in carina et subtus distinetius spiraliter rugulosi, penultimus et ultimus exserti, media parte compresse carinati, superue ad carinam concaviusculi, ultimus supra carinam minus, infra magis turgidus, fere ventriosus, prope aperturam valde deflexus. Apertura valde obliqua, irre- gulariter quadrata, parum latior quam alta, multiplex, ostiis prioribus aucta, faucibus fusca; peristoma simplex, marginibus remotis, callo valıdo nitido junetis, dextro canaliculato, columellari et basali dilatatis et appressis, sed non reflexis. Bttg.

Diam. maj. 43, min. 37, alt. 25, alt. apert 20, lat. 25 mm.

Helix zitteli Böttger Nachrichtsblatt 1899 p. 158.

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Gehäuse kaum merkbar und ganz überdeckt genabelt, hoch linsenförmig oder fast gedrückt kugelig, festschalig, kreidig, fast glanzlos, undurchsichtig; Gewinde und Apex flach oder selbst leicht ausgehöhlt. 43/, rasch zunehmende, durch eine eigenthümlich an- gedrückte Naht geschiedene Windungen, grob runzelstreifig und dazwischen in grösseren Abständen deutlich gerippt, obenher höchstens mit einigen kurzen Querrunzeln zwischen den Rippehen, unten, aber erst von einiger Entfernung vom Kiel ab mit deutlichen, aber an den Rippchen unterbrochenen Spiralreifehen; auch auf dem Kiel sind zwischen den stark vorspringenden Rippchen mehrere dicht zusammen gedrängte Spiralrunzeln erkenn- bar. Die anderthalb Embryonalwindungen sind klein, glatt, glänzend, weiss, die vorletzte ist Nach, nach aussen ausgehöhlt und dann zu dem über die Naht vorspringenden Kiel aufgewulstet, Die letzte Windung ist gross, mit sehr auffallendem, bis 4 mm breit zu- sammengedrücktem, scharf abgesetztem Kiel, obenher schwach gewölbt, unterseits stark bauchig aufgetrieben, vornen erst herabsteigend, dann plötzlich herabgebogen, Mündung sehr schief, unregelmässig quadratisch, aussen mit einer tiefen dem Kiel entsprechenden Rinne, wenig breiter als hoch, im Gaumen braun. An den Mundsaum legt sich als Schutz gegen die Sonnengluth eine fast 10 mm breite Fortsetzung aus rauhen Lamellen, ganz ähnlich wie bei Helix hasselquisti Ehrbg., doch ohne eigentliche Verdiekung. Der Mund- saum ist im übrigen einfach, die Ränder sind entfernt inserirt, durch einen starken, glän- zenden, nach aussen verdickten Callus verbunden, Aussenrand mit tiefer Rinne, Spindel- rand verbreitert und angedrückt, aber nicht umschlagen.

Aufenthalt in der Oase Siwah, der ehemaligen Ammonsoase, bei der Rohlfs-Zittel- schen Expedition von dem Sammler Roth leider nur in einem Exemplar erbeutet.

Es ist diese Schnecke zweifellos die merkwürdigste Form, welche seit langer Zeit im paläarktischen Faunengebiete entdeckt worden ist. Auf den ersten Blick wird sie jeder für eine Verwandte der Bostryx-Arten aus der Wüste Atacama halten, aber der bis auf eine winzige Perforation geschlossene Nabel stimmt nicht mit dieser Gattung. Unter den Europäern scheint ihr nur Helix gualtieriana vergleichbar; doch ist auch diese Aehnlichkeit nur eine scheinbare. Einem scharfen Auge dagegen kann es nicht entgehen, dass sie trotz der abweichenden Gestalt, des breiten Kieles und sonstiger Abweichungen ihre nächsten Verwandten in den grossen, weissen Formen der desertorum- Sippschaft hat, zu denen sie ja aueh geographisch am besten passt. Die Aehnlichkeit mit Helix hasselquisti ist eine ganz auffallende, sobald man die Schnecke so zwischen Daumen und Zeigefinger fasst, dass der Kiel verdeckt wird. Auch die Mündungsform ist bis auf die Kielrinne ganz die von desertorum. Wir können also Helix zitteli getrost als eine Eremia betrachten. Sie steht augenblicklich noch völlig isolirt in der Gruppe, aber ich zweifle nieht daran, dass mit der Zeit aus dem Oasengebiet westlich von Esypten und vielleicht auch aus der Marmarica gekielte Eremien zum Vorschein kommen werden, welche die Verbindung mit ihr herstellen.

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Helix (Iberus) laurentii Bourguignat. Taf. 245. Fig. 4—7.

Testa obtecte perforata vel omnino exumbilicata, carinata, supra convexo-tectiformis, subtus convexa, solida, calcarea, epidermide fuscescente induta, valde crispato-sulcata, striis argutis spiralibus decussata. Spira convexa, tectiformis, apice obtuso, valido, sub vitro eleganter striatulo. Anfractus 5 carinati, carina suturam sequente, supra plani, subtus convexi, regulariter lenteque crescentes, sutura lineari separati, ultimus vix major, prope aperturam valde subiteque descendens, subtus prope marginem columellarem turgidus. Apertura obligua, leviter lunata, ad marginem externum angulata, superne fere recta, ad basin rotundata; peristoma rectum, acutum, intus inerassatum, ad hbasin reflexum, marginibus sat remotis, callo tenui junetis, columellari in perforationem adpresso.

Helix Laurentii Bourgnignat Moll. litig. II p. 43 t. 1 fig, 5—7. Gualtieriana var. Laurentii Kobelt Iconographie N. F. I sp. 98. 99. _ _ Westerlund Fauna palaearet. Binnenconch. II p. 367.

Ich bilde hier zur Vergleichung mit der vorigen die kleine Form der Helix gualtieriana aus der Sierra Elvira bei Granada ab, auf welehe Bourguignat seine Helix Laurentii ge- gründet hat. Sie sollsich nach dem Autor unterscheiden durch geringere Grösse, erhabenes, nicht flaches Gewinde, weniger vorspringenden Kiel, linienförmige, dem Kiel folgende Naht, weniger rauhe Skulptur, grösseres, glätteres Embryonalende, kürzere Mündung, welche eben so breit wie hoch ist, grössere Entfernung der Randinsertionen, und nach unten stärker gewölbten, plötzlich herabgebogenen, nicht langsam heruntersteigenden Um- gang. Bei Vergleiehung grösseren Materiales ist keiner dieser Unterschiede haltbar.

Be

Familie Naninidae.

Genus Nanina auctor.

Die Systematik der indisch-malayisch-polynesischen Heliceen mit einfachem Mund- rand ist noch dermassen ungeklärt, trotz zahlreicher neuerer anatomischer Untersuchungen, dass ich nicht daran denken kann, die noch fehlenden, sehr zahlreichen Arten, hier syste- matisch zu behandeln. Ich werde mich bemühen, die verwandten Formen, soweit es das mir zugängliche Material erlaubt, zusammen abzubilden, ohne damit die systematische Zusammengehörigkeit der einzelnen Gruppen oder deren Anrecht auf Anerkennung als Gattung irgendwie behaupten zu wollen. a

1. Nanina (Xesta) everetti E. A, Smith. Taf. 246. Fig. 1. 2.

Testa magna, globoso-trochoidea, subobtecte perforata, arcuatim striata, hie illie malleata, lineolis spiralibus in anfractibus superis distinetioribus, in inferioribus obsoletis vix granulata, viridis, apicem versus purpurascens, in anfractibus inferis fascia distincta alba subsuturali ornata, hie illie suturatius strigata. Spira fere regulariter conica, lateribus subconvexis, apice minimo; sutura distincta, appressa. Anfractus 7 eonvexiusculi, celeriter crescentes, ultimus inflatus, circa umbilicum impressus, antice haud descendens. Apertura diagonalis, ovato-rotundata, obligue truncata, faucibus coeruleo-albis; peristoma tenue, marginibus subparallelis, callo coeruleo tenui ad marginem inerassato junctis, columellari supra subite dilatato et super perforationem reflexo, coeruleo-albido.

Alt. 50-57, diam. maj. 53—55, min. 43-50 mm.

Hab. in insulae Flores parte meridionali.

Xesta everetti Bdg. A. Smith Ann. Mag. N. Hist. 1897 Ser, 6 tome XIX p. 623.

Gehäuse gross, kugelig kreiselförmig, eng und überdeckt durchbohrt, bogig gestreift, die oberen Windungen mit feiner Spiralskulptur, die auf den unteren verkümmert, hier und da gehämmert, lebhaft grün, nach dem Apex hin purpurfarben, die unteren Windungen mit einer immer breiter werdenden rein weissen Nahtbinde geziert; mitunter zeigt sich auch ein undeutliches peripherisches Band und meistens sind dunkle, ins olivenbraune

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übergehende Striemen vorhanden, die manchmal das Uebergewicht bekommen. Das Ge- winde ist fast regelmässig konisch mit etwas konvexen Seiten; der Apex fein, nicht vor- springend, die Naht angedrückt. Sieben leicht gewölbte, regelmässig zunehmende Win- dungen, die letzte aufgeblasen, gerundet, am Nabel eigenthümlich tief eingedrückt, vorn nicht herabsteigend. Mündung diagonal, rundeiförmig, oben schief abgestutzt, im Gaumen blauweiss; Mundrand dünn, die Ränder kaum zusammenneigend, fast parallel, durch einen dünnen, aber am Rande strangförmig verdickten, bläulichen Callus verbunden, der Aussen- rand in der Mitte bogig, über die Mündangsebene vorgezogen, der Spindelrand schief in fast stracker Linie ansteigend, oben plötzlich verbreitert, über die Perforation zurückge- schlagen, weissblan.

Das abgebildete Exemplar, aus Möllendorffs Sammlung, ist im Gaumen und auf der Mündungswand mit eigenthümlichen spitzen Perlmutterknötchen besetzt.

2. Nanina (Xesta) subpolita E. A. Smith. Taf. 246. Fig. 3. 4.

Testa conoideo-globosa, perforata, undique subtiliter striata, in anfractibus superis nee non ad basin sub vitro lineis subtilissimis spiralibus granulata, laete fusca, in anfractibus spirae viridescens, interdum coeruleo-viridis. Spira regulariter conica, apice parvo, albo, sutura lineari albo vel luteo marginata. An- fractus 6 convexiusculi, regulariter acerescentes, penultimus convexior, ultimus depresso-convexus, antice leniter sed sat longe descendens. Apertura obligqua, late lunato-ovata, intus pone labium album fusco tincta, ad marginem externum fuscolimbata; peristoma tenue, acutum, marginibus vix callo tenuissimo translucido Junctis, externo subdeclivi, a latere viso valde areuatim producto, columellari incrassatulo, ad insertionem dilatato, reflexo, fusco tincto.

Diam. maj. 38,5, min. 33, alt. 31 mm.

Hab. in parte meridionali insulae Flores.

Xesta subpolita Edgar A. Smith Ann. Mag. N. H. 1897 Ser. 6 tome XIX p. 624,

Gehäuse kugelig kegelförmig, überdeckt durchbohrt, festschalig, sehr fein gestreift, fast glatt erscheinend, aber unter der Lupe sowohl auf den oberen Umgängen wie auf der Basis durch ganz feine Spirallinien sehr fein gekörnelt, hellbräunlich, von der Mitte des vor- letzten Umganges nach oben grün bis blaugrün, manchmal grüngrau, die letzten Win- dungen an Naht und Peripherie verwaschen roth gebändert. Gewinde regemässig konisch, gegen die letzte Windung etwas abgesetzt; Apex klein, weiss, nicht vorspringend, Naht linear, weiss oder gelblich bezeichnet. Sechs leicht gewölbte, regelmässig zunehmende Windungen, die vorletzte stärker gewölbt, die letzte etwas gedrückt, vorn ziemlich lang, aber nur schwach herabsteigend.. Mündung schief, weit abgestutzt eiförmig, innen hinter einer weissen flachen Lippe braun überlaufen, nach aussen fein braun gesäumt; Mund- saum dünn, scharf, die Ränder nur durch einen ganz dünnen, durchsichtigen Callus ver-

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bunden, der Aussenrand schräg abfallend, von der Seite gesehen stark bogig vorgezogen, Spindelrand leicht verdickt, an der Insertion verbreitert, umgeschlagen, braun gefärbt.

Nach Smith zunächst mit Xesta cochlostyloides Schepm. verwandt, aber grösser, glätter und ohne die durchsichtige Epidermis. Das abgebildete Exemplar aus Möllendorffs Sammlung.

3. Nanina (Xesta) citrina Linne. (Taf. 35 Fig. 1—3, Taf. 145 Fig. 14, Taf. 147 Fig. 11—15).

Die Verbreitung dieser bekannten Art reicht von Celebes über die Molukken bis weit nach Neu-Guinea. Den oben pag. 405 aufgeführten Citaten ist beizufügen;

Nanina citrina Martens Ostas. Expedit. II p. 193 t. 6 fig. 1. 2. t. 7 fig. 1-10 (mit tiara Beck, columellaris Beck, var. aurantia, var. praetexta und var. opaca n.). Id. Malacozool. Bl. X 1863 p. 112, (N.)H.et A. Adams Genera p. 222. Wallace in Proc. Zool. Soc. Lond. 1865 p. 405. Tapparone Canefri Nuova Guinea p. 196 t. 9 fig. 2 (anat.). Semper Philippinen III t. 3 fig. 13 t. 6 fig. 30 (anat.). (Xesta) Pfeiffer Nomen- elator p. 40. (X.) Tryon Manual vol. II p. 72 t. 20 fig. 88 -94.

4. Nanina (Xesta) aulica Pfeiffer, (Taf. 34 Fig. 4.5, Taf. 147 Fig. 10),

Testa perforata, depresse orbiculato-coniea, oblique striata, saepius lineis impressis spiralibus soli- tariis notata, nitida, fulva, vel alba, zona suturali albida lata; spira breviter elevata, acutiuscula; anfr. 4!/, celerius accrescentes, vix convexi, ad guturam appressam linea impressa notati, ultimus depressus; aper- tura subdiagonalis, elongate lunaris, peristoma simplex, rectum, margine columellari ad insertionem brevis- sime reflexo.

Diam. maj. 45,5, min. 36, alt. 27,5 mm. Martens.

Hab. Waigiu, Sorong, Halmahera.

Den Citaten in der dritten Abtheilung ist anzufügen:

Nanina aulica Martens Ostasiat. Exped. II p. 199 t. 8 fig. 2. 2, mit var. gibbosa (— Reeve fig. 481 c). (Xesta) Pfeiffer Nomenelator p. 40. Tapparone-Canefri Nova Guinea p, 197. Tryon Manual vol. II p. 73 t. 20 fig. 96-100. Nanina velum Tapparone Canefri Ann. Mus. Civico Genova VI 1874 p. 562.

Von Beccari auf Halmahera aufgefunden, womit der Zweifel über das Vorkommen auf den Molukken gehoben ist. Sie erreicht nach Tapparone im grossen Durchmesser

44 mm. I 19% 8. IV. 1300. 171

950

5. Nanina (Xesta) polymorpha Edg. A. Smith. Taf. 246. Fig. 5—8.

Testa subimperforata, subsemiglobosa vel obtuse trochiformis, luteo-albida, supra maculis punctisque corneis vel nigro-purpureis varie adspersa, apicem versus purpurea, basi faseia lata perforationem versus diluta et evanescente nigro fusca, rarius luteo-rufa, rarissime deficiente ornata, subtilissime striatula, in an- fractibus superis nee non ad basin lineis subundulatis spiralibus subtilissimis obsolete granulata. Spira late semiglobosa, apice parvo obtuso, sutura lineari, distincta. Anfractus 61], convexiuseuli, leniter regulariterque cerescentes, ultimus antice haud descendens, primum obsoletissime subangulatus dein rotundatus, basi quam supra multo minus convexus. Apertura diagonalis, late truncato-ovata, intus plerumque vividius colorata, quam extus, plerumgue purpureo-nigra fascia mediana lutescente; peristoma tenue, acutum, marginibus distan- tibus haud junctis, externo breviter arcuato, columellari inerassatulo fuscescente, ad insertionem reflexo, appresso, umbilicum fere omnino tegente.

Diam. maj. 33, min. 30, alt. 27 mm.

Hab. in parte meridionali insulae Flores.

Xesta polymorpha Edgar A. Smith Ann. Mag. Nat. Hist. 1897 Ser. VI tome XIX p. 624.

Gehäuse fast undurchbohrt, beinahe halbkugelig, mit wenig gewölbter Basis, fein ge- streift, fast glatt erscheinend, unter der Lupe auf den oberen Windungen und namentlich an der Basis durch feine wellige Spirallinien ganz fein gekörnelt, gelblich weiss, nach der Spitze hin dunkler, meist purpurfarben, mit einer breiten, nach innen verwaschenen und einen hellen Nabelfleck freilassenden schwarzen, seltener röthlichen, noch seltener ganz verkümmerden Binde auf der Basis, sonst mit hornfarbenen oder schwarzbraunen Punkten und Flecken in der verschiedensten Weise gezeichnet, die manchmal sehr dicht stehen und zu Striemen oder undeutlichen Binden zusammenfliessen, manchmal fast ganz verschwinden. Das Gewinde ist fast halbkugelig, mit kleinem, stumpfem Apex und eingedrückter linien- förmigen Naht. Sechs ziemlich schwach gewölbte, regelmässig zunehmende Windungen, die vorletzte etwas convexer, die letzte vorn nicht herabsteigend, im Anfang ausgesprochen stumpfkantig, die Kante dann mehr und mehr verschwindend, die Basis erheblich weniger gewölbt, Mündung diagonal, breit abgestutzt rundeiförmig, im Gaumen lebhafter gefärbt als aussen, bei reich gefärbten Exemplaren bis auf die helle Binde unter der Mitte purpur- schwarz, helle Exemplare wenigstens mit durchscheinender Basalbinde; Mundsaum dünn, scharf, die Ränder nicht verbunden, der Aussenrand kurz gerundet, ganz dünn, der Spindel- rand etwas verdickt, bräunlich, oben angedrückt, umgeschlagen, den Nabel fast schliessend.

Die beiden abgebildeten Exemplare in Möllendorff’s Sammlung.

6. Nanina (Xesta) tiara (Beck) Böllger. Taf. 247 Fig. 1.2. (? Taf. 147 Fig. 13).

Testa anguste perforata, oblique subglobosa, solida, striatula, parum nitens, lilaceo-lutea, aperturam versus Iuteo-aurantia, fascia unica castanea suturam sequente, in anfractu ultimo zona distincta alba parum latiore infra eam ornata. Spira convexo-conica apice acutulo, pallido. Anfractus 6 leniter crescentes, con- vexiusculi, sutura appressa albo-marginata discreti, ultimus inflatus sed vix dilatatus, oblique depressus, antice breviter descendens. Apertura obliqua, lunato-semiovalis, fere subtruncata, faueibus fusco-lilaceis, luteo- limbatis; peristoma rectum, acatum, marginibus subparallelis, externo arcuato-declivi, columellari fere recto, ad insertionem vix dilatato et fornieatiın reflexo.

Diam. maj. 38, min. 35, alt. 30, diam. apert. obl. 14,5, alt. 20 mm.

Nanina eitrina var. thiara Beck Index p. 5. Martens Ostasiat. Exp. Moll. p. 194 adden. tiara Böttger in Bericht Senckenb. Gesellsch. 1891 p. 253.

Gehäuse eng durchbohrt, etwas schief kugelig konisch, festschalig, gestreift, auf den oberen Windungen fast rippenstreifig, die letzte glatter, wenig glänzend, ohne Spiral- skulptur, lila-braungelb, nach der Mündung mehr und mehr in Gelb übergehend mit un- deutlichen lila Striemen, schliesslich rein orange; eine schmale scharf ausgeprägte braune Binde folgt der Naht, auf der letzten Windung wird sie von einem scharf ausgeprägten, etwas breiteren weissen Band begleitet, beide werden nach der Mündung hin undeutlicher. Das Gewinde ist konvex konisch mit ziemlich spitzem Apex, der bei dem abgebildeten Exemplare ganz hell ist. Sechs langsam zunehmende, leicht gewölbte, durch eine ober- flächliche, angedrückte, weiss berandete Naht geschiedene Windungen, die letzte aufge- blasen, aber kaum verbreitert, der grosse Durchmesser auffallend stark nach unten ge- richtet, vorn kurz herabsteigend; Mündung schief, schräg nach unten gerichtet, ausge- schnitten halbeiförmig, fast abgestutzt, innen bräunlich lila mit gelbem Saum; Mundrand einfach, geradeaus, ziemlich stark, die Ränder fast parallel, der Aussenrand leicht gerundet herabsteigend, der Spindelrand fast strack, sehr schief ansteigend, oben nur ganz wenig verbreitert und etwas gewölbt zurückgeschlagen.

Wie Böttger mit Recht bemerkt, ist die vorliegende Form, welche ich nach einem Exemplare der Möllendorff’schen Sammlung abbilde, der Nanina aulica näher verwandt, als der N. citrina, besonders durch die iangsame Zunahme der Windungen und die ge- ringere Verbreiterung an der Mündung. Ob die Identification mit der Beck’schen Varietät "riehtig ist, muss ich dahin gestellt sein lassen, ebenso ob die Küster’sche Abbildung t. 147 fig. 13, die Martens mit bene citirt, hierher gehört.

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7. Nanina (Xesta) nitida Möllendorff. Taf. 247. Fig. 3-6.

Testa subobteete perforata, inflato-semiglobosa, solida, porcellanea, regulariter striatula lineisque spiralibus subtilissimis undique cincta, colore parvariabilis, albida vel Intea fascia basali lata nigro-violacea et altera peripherica lata, teıtia angusta subsuturali supra angustissime albolimbata ornata, plerumgue macula nigro-violacea umbilicali munita, rarius pallidior, interdum subunicolor. Spira subsemiglobosa, apice acuto, parvo, plerumgue nigro-coeruleo, sutura appressa, marginata. Anfractus 5!/,—6 convexi, regulariter acerescentes, ultimus inflatus, basi leviter planatus, antice haud descendens. Apertura obliqua, lunato-ovata, fasciis intus translucentibus; peristoma simplex, acutum sed haud fragile, marginibus subconniventibus sed haud junctis, externo producto, arcuato, basali strietiusculo, oblique ascendente, ad insertionem vix brevissime reflexo.

Diam. maj. ad 29, min. ad 24, alt. 15—28 mm.

Hab. in parte boreali insulae Celebes.

Nanina fulvizona Martens in Malacozool. Bl. vol. 20. 1872 p. 164, nec Mousson, Pfeiffer in Novit. conchol. vol. 4 p. 24 t. 128 fig. 3. 4. _ _ var. nitida Mollendorff in Nachrichtsbl. 1896 vol. 28 p. 136. Xesta nitida Sarasin Celebes vol. II p. 149 t. 18 fig. 178-181.

Gehäuse eng und fast überdeckt durchbohrt, aufgeblasen haibkugelig, der grösste Durchmesser erheblich unter der Mitte liegend, die Basis abgeflacht, festschalig, porzellan- glänzend, fein und regelmässig gestreift, mit feinen Spirallinien umzogen, beide Streifen- arten mitunter durch dunklere Färbung eigenthümlich hervorgehoben, die Färbung eben so veränderlich, wie bei den meisten Verwandten. Die Grundfarbe schwankt zwischen weiss und tiefgelb, meistens sind eine ganz schmale schwarzviolette, nach oben fein weiss berandete Nahtbinde, eine breite peripherische Binde und eine Basalbinde von derselben Färbung vorhanden, welche bald die ganze Unterseite einnimmt, bald durch eine breite helle Binde von einem Nabelfleck geschieden ist, bald die Nabelgegend freilässt. Manch- mal ist auch die Oberseite bis auf eine hellere Nahtbinde schwarzviolett, in anderen Fällen ist nur eine mehr oder minder intensiv gefärbte Basalbinde vorhanden, manchmal fehlt auch diese. Gewinde breit halbkugelig, in der Höhe sehr verschieden; Apex fein, spitz, gewöhnlich dunkel gefärbt, Naht berandet und mit einem feinen gefältelten Saum ange- drückt. 5!/,—6 regelmässig zunehmende, gewölbte Windungen, die letzte aufgeblasen, an der Basis viel flacher, vorn nicht herabsteigend; der grösste Durchmesser liegt auffallend tief unten. Mündung schief, ausgeschnitten eiförmig, die Binden innen deutlich durch- scheinend; Mundsaum einfach, dünn aber fest, die Ränder etwas zusammenneigend aber in keiner Weise verbunden, der Aussenrand gut gewölbt, der Basalrand strack, schief an- steigend, nur an der Insertion ganz kurz umgeschlagen.

Die abgebildeten Exemplare, aus Möllendorffs Sammlung, stammen von Toli-toli.

8. Nanina (Xesta) selayarensis Smith. Taf. 247. Fig. 7.

Testa perforata, depresse turbinata, albida, ad peripheriam et suturam saturate fusco zonata, supra medium anfractus ultimi pallide fusco spiraliter lineata, infra lineis paueis concentrieis interdum ornata, Anfractus 6 convexiusculi, regulariter et lente erescentes, striis incrementi tenuibus aliisgue spiralibus tenui- oribus sculpti, ultimus in medio rotundatus vix descendens. Apertura late lunata, concolor, in medio zonata et supra lineata; peristoma tenue, margine columellari breviter expanso et reflexo. Smith.

Diam. maj. 28, min. 24,5, alt. 21 mm.

Hab. Selayer Isl., prope Celebes.

Xesta selayarensis Edg. A, Smith in Ann. Nat. Hist. 1896 ser. 6 vol. 17 p. 145t. 10 fig. 3.

Gehäuse durchbohrt, gedrückt kreiselförmig, weisslich, an der Peripherie und der Naht tief braun gebändert, über der Mitte der letzten Windung und mitunter auch an der Basis mit braunen schmalen Spiralbinden; sechs leicht gewötibte, regelmässig und langsam zu- nehmende Windungen, fein gestreift, mit noch schwächeren Spirallinien; letzte Windung gerundet, vorn kaum herabsteigend.. Mündung breit ausgeschnitten, gleichfarbig, die Binden innen durchscheinend; Mundrand dünn, Spindelrand kurz ausgebreitet und um- geschlagen.

Zunächst mit Nanina nemorensis Müll. verwandt, aber flacher, feiner gestreift, anders gefärbt. Von N. stuartiae unterscheidet sie gleichfalls die Nachere Gestalt und die feinere Streifung.

9. Nanina (Xesta) moluensis Smith. Taf. 247. Fig. 8.

Testa anguste perforata, orbicularis, superne breviter conica, tenuis, polita, subpellucida, virescenti- albida, zona angusta saturate brunnea supra suturam et supra medium anfractus ultimi cineta, eirca peri- pheriam fascia lata dilutiore, alterae juncta, ornata, lineis tenuissimis striisque spiralibus exilissimis utrin- que sculpta. Anfractus 51/, regulariter crescentes, infra suturam anguste et impresse marginati, ultimus haud descendens. Apertura parum obliqua, late lunata; peristoma tenue, margine columellari obliquo, leviter inerassato, albido, supra umbilicum breviter reflexo.. Smith.

Diam. maj. 25,6, min. 21, alt. 16 mm; apert. 12 mm lata, 10,5 longa.

Hab. in montibus Moluensibus insulae Borneo.

Nanina (Xesta) moluensis Edg. A. Smith in Linneans Soc. Journal, Zoology vol. XXIV p. 342 t. 25 fig. 1,

Gehäuse eng durchbohrt, scheibenförmig, mit niedrig konischem Gewinde, dünn-

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schalig, glatt, fast durchsichtig, grünlich weiss mit einer schmalen, tiefbraunen, der Naht folgenden Binde, an welche sich auf der letzten Windung nach unten unmittelbar eine breite verwaschene Zone anschliesst; die Skulptur besteht aus feinen Anwachslinien und sehr feinen Spirallinien; 51/, regelmässig zunehmende, unter der Naht schmal und einge- drückt berandete Windungen, die letzte vorn nicht herabsteigend. Mündung wenig schief, breit mondförmig ausgeschnitten; Mundrand dünn, Spindelrand schief, leicht verdickt, weisslich, kurz über den Nabel zurückgeschlagen.

10. Nanina (Xesta) trochus Müller. (Taf. 164. Fig. 13—15). Taf. 248. Fig. 1-8.

Testa semiobtecte perforata, globoso-trochiformis, striatula et subtilissime spiratim lineolata, nitidula, pallide sulfurea vel albescens, fasciis fuscis nonnullis picta; spira conica, apice obtusiuscula; anfr. 51/,—6, convexiuseuli, ultimus rotundatus, antice non deflexus, basi modice convexus; apertura diagonalis, sublunato- rotundata, peristomate recto, intus sublabiato, margine columellari valde descendente, subincrassato, superne

latiuscule reflexo. Pf. Diam, maj. 28, min. 24, alt. 25, apert. lat. 15, alt, 14 mm. Hab. Makassar insulae Celebes; Flores.

Den oben gegebenen Citaten ist zuzufügen: Nanina trochus Martens Ostas. Expedit. p. 210. Helix tr. Pfeiffer Novitates III p. 301 t. 73 fig. 4—7; (Nanina) ibid. V p. 176 t. 149 fig. 1-6. (Xesta) Smith Proc. Mal. Soc. London II. 1890 p. 96. Sarasin Celebes II p. 138 t. 18 fig. 162-165 (X.) Tryon Manual vol. II p. 71 t. 19 fig. 75—78.

Der Streit über die Zusammengehörigkeit der kleinen Form von Süd-Celebes (X esta colorata Mousson) zu der grösseren trochus von Flores dauert noch fort. Die Herrn Sarasin ziehen neuerdings nicht nur diese beiden einschliesslich eireumpicta Mouss. und sulfurea Reeve zusammen, sondern fügen auch alles bei, was als Nanina nemorensis von Celebes angeführt wird. Der Durchmesser beträgt bis 33,5 mm.

Ich kopiere hier noch drei Formen aus dem Sarasin’schen Prachtwerk, da die früheren Figuren durchaus keine richtige Vorstellung von der Art geben.

11. Nanina (Xesta) porcellanica Sarasin. Taf. 248. Fig. 4. 5. Testa perforata, depressa, spira parum elevata, solidula, nitida, porcellanea, alba, fascia angusta peri-

pherica suturam sequente ornata, anfractibus superis fuscescentibus, subtiliter striatula, interdum aperturam versus lineis spiralibus obsoletis subdecussata. Anfractus 5?/, convexiusculi, ultimus depressus, antice haud

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descendens; sutura appressa. Apertura lunato-elliptica; peristoma acutum, margine columellari brevissime reflexo. Sarasin germ. Diam. maj. 29,5—31,5, alt. 17,5—18,5, diam. apert. 14 : 16 mm. Hab. in parte meridionali ins, Celebes. Nanina (Xesta) porcellanica Sarasin Landmoll Celebes vol. II p. 143 t. 18 fig. 168 (mit var. butonensis fig. 169).

Gehäuse niedergedrückt, mit wenig erhabener Spira, enggenabelt, ziemlich derb- schalig, von porzellanartigem Aussehen, glänzend, besonders stark auf der Unterseite, mit feinen, wenig vortretenden Anwachsstreifen, auf der Oberseite des letzten Umgangs gegen die Mündung hin gekreuzt von sehr feinen Spirallinien, welche mitunter auch fehlen. Farbe milchweiss mit einem peripherischen, kastanienbraunen Bande, welches verschmälert in den Nähten noch eine Strecke weit verfolgbar bleibt; die oberen Umgänge sind etwas bräun- lich getönt, die Unterseite einfarbig weiss. Umgänge 5!/,, die oberen schwach gewölbt, der letzte niedergedrückt, elliptisch im Querschnitt, ohne Kante, nicht absteigend; an den Nähten sind die Umgänge mit einem sehr feinen Saume angedrückt. Junge Exemplare weisen eine deutliche Kante auf. Mündung etwa drei Viertheile einer Ellipse bildend, Mundrand scharf, der columellare ganz kurz umgeschlagen.

Nahe mit X. wallacei Pfr. verwandt, aber grösser, von porzellartiger Consistenz und Glanz, abweichend gefärbt und mit einem halben Umgang mehr. Die var. butonensis unterscheidet sich durch derbere Schale und abweichende Färbung; es ist ein dunkler Nabelfleck vorhanden und das peripherische Band verdoppelt.

12. Nanina (Xesta) ardens Sarasin. Taf. 248. Fig. 6-8.

Testa anguste perforata, depresse conoidea, nitida, tenuis, subtiliter striatula, lineis spiralibus sub- tilissimis sub vitro vix conspicuis, varie colorata, apice et regione umbilieari nigris, apertura aurantiaca, caeterum alba vel violacea. Anfractus 5!],, superi parum convexi, ultimus depresse rotundatus, antice leviter descendens; sutura appressa albomarginata. Apertura lunato-elliptica; peristoma acutum sed solidum, mar- gine basali ascendente, columellari brevissime reflexo. Sarasin gerın.

Diam. maj. 29,5—31,5, alt. 20—20,5, diam. apert. 16,5—17,5 mm.

Hab. in parte meridionali insulae Celebes, prope Tampira.

Nanina (Xesta) ardens Sarasin Landmoll. Celebes vol. II p. 148 t. 18 fig. 175 —- 177.

Gehäuse eng durchbohrt, gedrückt kegelförmig, glänzend, dünnschalig, fein gestreift, nur hier und da auch unter der Lupe mit sehr feinen Spirallinien; Färbung wechselnd; charakteristisch ist der dunkle Apex, der dunkle Nabelfleck und die orange- oder feuer- rothe Mündungsregion. Ein Stück ist rein weiss, mit dunkelbraunem feinem Spitzchen und Nabelfleck, orangefarbener Mündung und ebenso gefärbtem, schmalem Band unterhalb

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des opak weissen Nahtbändchens; ein zweites Stück zeigt die inneren Umgänge sämmtlich uniform dunkelviolett, selbst den vorletzten bis gegen sein Ende hin ebenso, nur mit schmaler weisser Zone unterhalb seiner oberen Naht, den letzten endlich weiss mit zwei braunen Bändern, welche eine weisse peripherische Zone zwischen sich fassen. Die Mün- dungsregion feuerroth; die Basis dieses Exemplares weist einen dunkelbraunen Nabelfleck auf, umgeben von einer orangegelben Zone, welche wiederum ihrerseits von einem ver- waschenen braunen Bande umschlossen wird. Bei zwei weiteren Stücken ist schliesslich die helle Grundfarbe verdrängt bis auf ein breites, peripherisches, gelbweisses Band; die ganze Oberseite ist braunviolett, auf dem letzten Umgang etwas heller, als auf den sehr dunklen inneren, die Mündung feuerroth, die Basis ebenfalls braunviolett, mit dunklerem Nabelfleck, welcher von einem schmalen ins Feuerroth der Mündungszone übergehenden Bändchen umgeben erscheint Umgänge 5!/,, die oberen wenig gewölbt, einen niederen Kegel mit fast geraden Seiten bildend, der letzte gerundet niedergedrückt, leicht absteigend; sämmtliche Umgänge an den Nähten mit einem weissen Bändehen angedrückt. Mündung drei Viertheile einer Ellipse bildend, ihr Rand scharf, aber solide, der basale ziemlich steil ansteigend, der columellare ganz schwach umgeschlagen.

Steht der Xesta eitrina var. fulvizona Mousson sehr nahe, ist aber kleiner und auf- fallend gefärbt.

i3. Nanina (Xesta) semilactea Sarasin. Taf. 248. Fig. 9.

Testa anguste perforata, depresse conica, solidula, supra cerea, subtus porcellanea, subtilissime stria- tula, lineis spiralibus versus aperturam tantum supra conspieuis, infra alba, supra rufescens, fascia angusta fusca suturam sequente interposita. Anfractus 51/, convexiusceuli, ad suturam appressam albido marginati, ultimus obsolete sed distincte angulatus, infra parum magis convexus, haud descendens. Apertura depresse elliptica; peristoma acutum, margine columellari brevissime reflexo. Sarasin germ.

Diam. maj. 27,5, alt. 15,5, diam. ap. 15 : 12,5 mm.

Hab. Bungi, ins. Celebes meridionalis.

Nanina (Xesta) semilactea Sarasin Landmoll. Celebes vol. II p. 144 t. 18 fig. 170.

Gehäuse niedergedrückt, einen flachen Kegel darstellend, enggenabelt, mässig derb- schalig, oben leicht wachsglänzend, auf der Unterseite wie Porzellan spiegelnd, fein und regelmässig gestreift, nur auf der Oberseite der letzten Windung mit feinen Spirallinien, Färbung sehr charakteristisch, ein schmales, peripherisches, hellbraunes Bändchen trennt die einfarbig milchweisse Unterseite von der gleichfalls einfarbigen hellröthlichen Ober- seite; es lässt sich in der Naht noch etwas weiter verfolgen. Umgänge 5t/,, schwach ge- wölbt, an den Nähten mit einem feinen hellen Saum angedrückt, der letzte mit deutlichem, wenn auch stumpfem Kiele, unterhalb desselben etwas stärker gewölbt, nicht absteigend. Mündung gedrückt elliptisch, ihr Rand scharf, der columellare ganz kurz umgeschlagen.

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14. Nanina (Xesta) fulvizona Mousson. Taf. 248. Fig. 10. Taf. 249. Fig. 9—12.

Testa anguste perforata, conoideo-depressa, solidiuscula, distinete striatula et lineis spiralibus multo subtilioribus, non confertis sculpta, modice nitida, albida vel pallide fulva, fulvo fasciata, apice saepius violaceo-nigricans; spira convexa, plus minusve elata; sutura ‘appressa, cerenulato-striatula. Anfractus 5 eonvexiusculi, rotundati, ultimus non descendens, infra modice convexus. Apertura parum obliqua, lunato- rotundata vel elliptica; peristoma reetum, acutum, margine basali leviter areuato, columellari ad insertionem brevissime reflexo. Mrts.

Diam, maj. 33, min. 28, alt. fere 20 mm.

Hab. in parte meridionali et centrali insulae Celebes.

Nanina fulvizona Mousson mss. in Martens, Ostas. Zool. vol. 2 p. 201. Pfeiffer Monogr. Helie. viv. vol. V p. 96. Novitates conchol. vol. IV p. 28 t. 115 fig. 6—10 (nee t. 128 fig. 3. 4). Nanina (Xesta) eitrina fulvizona Sarasin Landmoll. Celebes vol. II p. 145 t. 18 fig. 171— 174.

Gehäuse eng durchbohrt, konoidal niedergedrückt, ziemlich festschalig, deutlich ge- strichelt und hin und wieder mit äusserst feinen entfernten Spirallinien versehen, schwach glänzend, weisslich oder blass braungelklich, meist mit einer ziemlich breiten braungrün- lichen peripherischen Binde. Gewinde konvex, mehr oder minder erhaben, öfters am Wirbel und an der Naht bis auf den vorletzen Umgang schwarzblau. Naht angedrückt, kerbig gestrichelt. Umgänge 5, mässig konvex, regelmässig anwachsend, der leizte am Umfange gerundet, vorn nicht herabsteigend, unterseits mässig konvex. Mündung schwach gegen die Achse geneigt, mondförmig gerundet oder bei der niedergedrückten Form ellip- tisch; Mundsaum geradeaus, scharf, der Basalrand flach bogig, Columellarrand an seiner Einfügung sehr schmal zurückgebogen.

Martens hat schon bei der ersten Beschreibung dieser Art auf ihre grosse Verwandt- schaft mit Xesta eitrina aufmerksam gemacht, die Sarasin vereinigen sie als celebensische Lokalform mit derselben. Der grosse Durchmesser steigt bis 41 mm, stellenweise herrschen die einfarbigen Stücke entschieden vor.

15. Nanina (Xesta) fennemae Sarasin. Taf. 248. Fig. 11—13.

Testa anguste perforata, globoso-conoidea, depressa, regulariter striatula, solidula, cereo-nitens, lutea, apice, macula umbilicali et faseia peripheriea nigris. Anfractus 5’/, parum convexi, ultimus magnus, rotun- datus, inflatus, antice haud descendens; sutura appressa faseiola albida costellata marginata. Apertura lunato-

119% 1.|V. 1900. 172

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ovata; peristoma acutum, 'margine externo ad marginem superum fasciae inserto, columellari brevissime reflexo. Sarasin germ. Diam. 35,5—38, alt. 22—24,5, diam. apert. 19,5 - 20,5, alt. 16—17,5 mm. Hab. in parte centrali insulae Celebes. Nanina (Xesta) Fennemae Sarasin Landmoll. Celebes vol. II p. 158 t. 20 fig. 200, 201.

Gehäuse eng durchbohrt, kugelig kegelig, niedergedrückt, fein und regelmässig ge- streift, ziemlich festschalig, wachsglänzend, gelblich mit schwarzem Apex, schwarzem Basal- fleck und starker schwarzer Peripherialbinde. 5!/, Umgänge, die oberen schwach gewölbt, der letzte gross, gerundet, aufgeblasen, vorn nicht herabsteigend; Naht angedrückt, mit einem hellen gerippten Bändehen. Mündung ausgeschnitten eirund; Mundsaum scharf, der Aussenrand am oberen Rande der Binde inserirt, so dass sie hoch in die Mündung hinein zu verfolgen ist; Spindelrand nur ganz kurz umgeschlagen.

Der eineta von Nord-Celebes auf dem ersten Blick sehr ähnlich, aber flacher, mit dunkelviolettem Apex und anderer Skulptur.

16. Nanina (Euplecta) minima Böttger. Taf. 247. Fig. 9—11.

Testa pro genere perpusilla, punctato-perforata, lentiformis, subeonoideo-depressa, corneo-rufa, tenuis, nitida, pellueida; spira depresso-convexa; apex obtusus. Anfr. 4 (an adultae?) convexiusculi, lente accres- centes, sutura distineta separati, sublaeves, juxta carinam linea spirali profunde impressa et lira acutiuscnla marginali eincti, ultimus superne distinete carinatus, basi subangulato-convexus, circa perforationem praeceps, Apertura fere verticalis, transverse ovalis, valde exeisa, ad carinam peculiariter angulata; peristoma simplex, acutum, margine columellari paullulum incrassato, brevissime reflexiusculo, -- Bttg.

Alt. 1,5, diam. 2”|,, diam. apert. 1,25 : 1,5 mm.

Hab. Hitulama ins. Amboinae.

Euplecta minima Böttger in Bericht Senckenb. Gesellsch. 1891 p. 255 t, 3 fig. 3.

Das (vielleicht nicht ausgewachsene) Gehäuse ist für die Untergattung sehr klein, punktförmig durchbohrt, linsenförmig, etwas kegelförmig niedergedrückt, röthlich horn- farben, dünnschalig, glänzend, durchsichtig; Gewinde gedrückt konvex, Apex stumpf. Vier leicht gewölbte, langsam zunehmende Windungen, durch eine deutliche Naht geschieden, fast glatt, nahe dem Kiel durch eine tief eingedrückte Spiralfurche und eine scharfe Leiste berandet, letzte von oben